Feuerwehr

Brennender Kinderwagen sorgt für Großeinsatz

Gegenüber des Hauses an der Ecke Piepenstock-/Hindenburgstraße kümmerte sich die Feuerwehr um die verletzten Bewohner.

Gegenüber des Hauses an der Ecke Piepenstock-/Hindenburgstraße kümmerte sich die Feuerwehr um die verletzten Bewohner.

Foto: Michael May

Iserlohn.  15 Bewohner eines Hauses an der Piepenstockstraße müssen am Freitag nach Kontakt mit Rauchgasen ins Krankenhaus.

Bei einem Brand in einem Zehn-Familien-Haus an der Piepenstockstraße wurden am Freitag 15 Personen verletzt. Alle, darunter sechs Kinder vom Säuglingsalter bis zu 16 Jahren, konnten aber bereits wieder aus den Krankenhäusern in Iserlohn und Umgebung entlassen werden. Insgesamt waren fast 90 Kräfte im Einsatz. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Denn von selbst konnte der Kinderwagen im Erdgeschoss-Flur des Hauses um kurz nach 7 Uhr nicht in Brand geraten sein, wie Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski unterstrich. Ob es sich um einen vorsätzlichen Fall von Brandstiftung oder einen fahrlässigen handelt, beispielsweise durch eine weggeworfene Zigarettenkippe, muss ermittelt werden. Unklar war auch, ob die Haustür offenstand bzw. mit wenig Mühe aufgedrückt werden konnte. Zeugen-Hinweise erbittet die Polizei unter Tel. 02371/91990.

Fünf Bewohner fliehen durch den Rauch nach draußen

Fest steht, dass das Feuer auf einen daneben stehenden Stuhl übergriff und dichter Rauch durch das Treppenhaus zog, als die Feuerwehr um 7.13 Uhr von einer Familie aus dem zweiten Obergeschoss alarmiert wurde. „In kürzester Zeit gingen drei weitere Notrufe aus dem Haus in der Einsatzzentrale ein“, sagte Feuerwehr-Chef Jörg Döring. Als seine Mitarbeiter wenige Minuten später vor Ort ankamen, drang dichter Qualm aus dem 1949 erbauten Haus, das der Iserlohner Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft gehört. „Fünf Bewohner hatten das Gebäude in Panik bereits durch das verrauchte Treppenhaus verlassen und hockten an der Hauswand auf dem Bürgersteig“, berichtete Feuerwehr-Einsatzleiter Christoph Fischer. Da sie Rauchgase eingeatmet hatten, wurden sie unter anderem ins Bethanien-Krankenhaus und ins Allgemeine Krankenhaus Hagen gebracht.

Weil die Feuerwehr den nur noch mäßig brennenden Kinderwagen und den Stuhl vor das Haus tragen konnte, wo das Feuer noch vor dem Löschen von selbst ausging, entschied man sich, die übrigen 21 Bewohner zunächst in den Wohnungen zu belassen und das Treppenhaus erst zu belüften. Anschließend konnten sie ohne Fluchthauben das Gebäude verlassen, während die Feuerwehr noch einmal alle Wohnungen kontrollierte. Da zehn der Bewohner ebenfalls eventuell mit Rauchgasen in Kontakt gekommen waren bzw. bei der Untersuchung durch den Leitenden Notarzt und drei weitere Kollegen über Beschwerden klagten oder mögliche Symptome zeigten, wurden sie ebenfalls in Krankenhäuser gebracht. Die übrigen elf Bewohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren, nachdem sie in einem angeforderten MVG-Gelenkbus das Ende des Einsatzes abgewartet hatten, der letztlich bis 11 Uhr dauerte.

Bei dem ausgelösten „Massenanfall von Verletzten“ waren 35 Einsatzkräfte der Iserlohner Feuerwehr direkt vor Ort, die selbe Zahl hielt sich im Bereich unter der Karstadt-Brücke bereit. Sechs Rettungs- und Krankentransportwagen aus Iserlohn, Hemer, Menden und Hagen waren im Einsatz. Der im Treppenhaus entstandene Sachschaden beläuft sich nach erster Schätzung eines Verantwortlichen der IGW auf rund 6000 Euro.

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