Berufsleben

Bundesfreiwilligen-Dienst als Erfolgsmodell

Dennis Pilecki und Nora Lopez-Becker haben gute Erfahrungen in ihrer Zeit als Bundesfreiwillige gemacht.

Dennis Pilecki und Nora Lopez-Becker haben gute Erfahrungen in ihrer Zeit als Bundesfreiwillige gemacht.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.  Zum Ende ihrer Tätigkeit als Bundesfreiwillige ziehen Nora Lopez-Becker und Dennis Pilecki eine positive Bilanz.

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„Die Bundesfreiwilligen-Arbeit ist bei uns seit 2011 ein Erfolgsmodell“, erklärt Petra Langhals von der Beschäftigungsförderung der Stadt Iserlohn, wo es allein 50 Stellen dafür in den unterschiedlichsten Bereichen gibt. Sie ist außerdem zuständig für die Bundesfreiwilligenarbeit in Menden und Hemer, insgesamt betreut sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen Melani Schmitz und Sabine Hinterberger 65 Bufdis. „Wie sind gerade im Umbruch: Alte gehen und Neue kommen – eine gute Gelegenheit, mit einigen Bilanz zu ziehen.“

Das Resümee fällt bei zwei Kandidaten positiv aus. „Durch den Bundesfreiwilligen-Dienst habe ich meine Berufung gefunden“, berichtet der 20-jährige Iserlohner Dennis Pilecki am Ende seines einjährigen Einsatzes. „In meiner alten Heimatgrundschule in Sümmern habe in der OGS gute Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern, Lehrern und Erziehern gesammelt.“ Seine Mitwirkung bei der Hausaufgabenbetreuung und handwerklichen Kurse mit diversen Experimenten seien gut angekommen, wie der Bufdi erzählt. „Ich habe verschiedene Bereiche kennengelernt und viele Kompetenzen entwickelt. Die Arbeit stärkte mein Selbstvertrauen, weil ich was bewirken konnte. Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Kinder einen um Hilfe bitten und ich diese auch leisten kann.“ Dennis Pilecki ist sicher: „Ich möchte danach in die duale Erzieherausbildung gehen.“

Zeit zum Studium und derAusbildung überbrücken

Petra Langhals freut sich, das zu hören: „Beim Bundesfreiwilligen-Dienst merkt man, ob einem diese Arbeit und dieser Bereich liegt, bevor man sich möglicherweise in ein Studium stürzt und feststellt, das ist nicht das, was ich später machen möchte.“ Die Teilnehmer sammeln Erfahrungen und überbrücken die Zeit zum Studium in verschiedensten Bereichen. Zudem nehmen sie an Seminaren und Exkursionen zum Nationalsozialismus teil, besuchten den Stollen in der Iserlohner Altstadt und das Anne-Frank-Haus in Amsterdam.

Nora Lopez-Becker (22) arbeitete ein halbes Jahr im Quartierstreff Heide-Hombruch mit Kindern und Jugendlichen, im Kiosk-Verkauf, im Medienraum, in der Spiele-Ausgabe und in der Streitschlichtung. Sie zeigte den Jugendlichen auf, dass sich an Hausregeln halten und ihren Dreck wegmachen müssen. Auch nachdem der Bücherschrank am Quartierstreff von Unbekannten zerstört worden war, habe sie darauf bestanden, nicht aufzugeben und weiterhin Bücher an Literaturinteressierte herauszugeben.

Nora Lopez-Becker berichtete auch von Besuchen internationaler Klassen vom Hemberg oder vom Nußberg und dem gemeinsamen Kochen internationaler Gerichte im Quartierstreff. Diese Angebote mit verschiedenen Sportspielen sowie Kochen und Backen wurden gut angenommen. Die gebürtige Altenaerin ist ebenfalls sicher, dass sie in diesem Bereich später beruflich Fuß fassen möchte. Erst Recht, nachdem sie auch ein Kompliment ihres Chefs erhalten habe: „Um Dich herum bildet sich immer ein Schwarm von Kindern. Sie lieben und schätzen Dich“. Diese Wertschätzung sei „Balsam für die Seele“ gewesen. Nach dem Vollabi will sie Sozialpädagogik studieren und entweder in einem Quartierstreff oder einen Jugendzentrum arbeiten.

Wie Petra Langhals erläutert, gibt es weitere Einsatzgebiete im Kulturbüro, Kindertagesstätten, der Altenpflege und in den Grundschulen und weiterführenden Schulen zur Unterstützung der Lehrer, im Stadtarchiv, der VHS und dem Floriansdorf und in der Waldschule. In den Ferien treffen sich die Bufdis zum Austausch mit einheimischen und ausländischen Bufdis. In der OGS der Burgschule arbeitet ein Flüchtling aus Syrien zur Vorbereitung seines dualen Ausbildungsstudiengangs zum Erzieher, holt sein Vollabitur in der Sozialarbeit und der Erzieherausbildung nach und wird vom Jobcenter unterstützt. Als Entgelt bekommen die Burundis ein Taschengeld in Höhe von 170 Euro im Monat sowie Fahrtgeld. Etliche Jugendliche überbrücken die Wartezeit bis zum Anfang ihres Studiums oder ihrer Ausbildung. Das Kindergeld wird weiter gezahlt. Es wird als Praktikum für die Fachhochschulreife anerkannt. Nicht nur junge Leute machen mit, auch zwei Rentner von der Post, eine im Stadtarchiv und einer in der Waldschule. Bundesfreiwillige sind sozialversichert. „Das Jobcenter schickt auch Ausländer, die nutzten das, um die Sprache zu lernen, aber auch Arbeitslose, um wieder in den Arbeitsmarkt zu kommen“, erzählt Petra Langhals. Die nächsten Bufdis steigen Anfang Oktober oder November ein. Interessenten müssen sich für ein halbes Jahr verpflichten.

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