Einzelhandel

Café-Bäckerei ist Gewinn für Berliner Platz

Die Stadtbäckerei Kamp ist mit ihrer neue Filiale in die frühere Sparkassenfiliale gezogen, wo sie in ihrem Café künftig auch Torten, Snacks und Frühstück anbietet.

Die Stadtbäckerei Kamp ist mit ihrer neue Filiale in die frühere Sparkassenfiliale gezogen, wo sie in ihrem Café künftig auch Torten, Snacks und Frühstück anbietet.

Foto: Michael May

Iserlohn geschäftlich.  Martin Kamp zeigt sich wenige Tage nach dem Umzug zufrieden mit dem Zuspruch durch die Nußberger.

„Ab sofort finden Sie uns in unserer modernen Bäckerei mit gemütlichem Café in der alten Sparkasse gleich nebenan!“ Das vermeldet die Bäckerei-Kette Kamp im Fenster der bisherigen Filiale am Berliner Platz. In der früheren Sparkassenfiliale nebenan am Nußberg herrscht bereits ein Kommen und Gehen, es treffen sich Anwohner auf ein Schwätzchen bei Kaffee und Kuchen. Sie lassen sich anstecken von der Philosophie des Hauses: „Ein Leben ohne Kuchen ist möglich aber sinnlos“, die an der Wand zu lesen ist.

„Der Standort ist ideal, im Café hat man auch einen schönen Ausblick auf den Berliner Platz“, freut sich Kamp-Geschäftsführer Martin Kamp über das einladende Ladenlokal, das mit viel Licht und Fensterflächen auf Transparenz setzt: „Es ist gut angelaufen.“ Der Chef von mehr als 32 Bäckerei-Filialen in Hagen und Umgebung betreibt mit seiner Kette in Iserlohn und den Stadtteilen sechs Geschäfte, davon zwei am Nußberg. „Es gibt einen Trend zurück in die Stadtteile“, weiß der Hagener Geschäftsführer, der die Situation „mit dem Metzger und der Apotheke, dem Roosters-Laden Pro-Shop NRW.de nebenan und dem Edeka-Markt für die Bewohner des Stadtteils positiv“ einschätzt. Und er ist stolz auf die Vergrößerung seines neuen Ladenlokals auf nunmehr über 200 Qua­dratmeter.

„Nach dem Auszug der Sparkasse haben wir komplett entkernt und die Räume nach unseren Bedürfnissen hergerichtet und mit einer modernen Klimaanlage auf dem neuesten Stand sowie einer erweiterten Kühltheke ausgestattet“, berichtet der Geschäftsführer. Und von neuen Bildschirmen, auf denen die wechselnden Angebote zu lesen sind: Das Sortiment wartet mit Backwaren, Snacks und mit einer großen Auswahl an Torten auf.

Das Bäckerei-Café verfügt auch über eine Spielecke

Das Café lädt mit einer gemütlichen Sitzgruppen und einer Kinderecke zum Verweilen ein. Martin Kamp hebt die „die optimale Versorgung mit Parkflächen vor und hinter dem Bäckerei-Café“ hervor, das am Berliner Platz barrierefrei ebenerdig zu erreichen ist und eine separate Anlieferung ermöglicht. „Das ist angenehm für unsere Abläufe.“ Für diese Filiale habe er einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Im Eingangsbereich befindet sich eine Sitzecke, die im kommenden Sommer durch eine Außenbestuhlung und Sonnenschirme komplettiert werden soll.

Eine Veränderung hat es auch an der Walter-Jost-Straße 6 gegeben. „Seit dem 26. September bin ich selbstständiger Kaufmann und habe zum 1. Oktober den Edeka-Markt am Nußberg übernommen“, erklärt der 36-jährige Bürgerkriegsflüchtling Sanel Hotic aus Bosnien, der seit 1992 in Deutschland eine neue Heimat gefunden hat. Nach einer Elektrikerlehre habe er gemerkt: „Das ist nicht das Richtige. Ich wollte lieber verkaufen und habe meine Liebe zu Lebensmitteln entdeckt. Und bei Edeka passt es.“

Er bezeichnet sich im Gespräch mit unserer Zeitung als „Edeka-Kind“: 2004 hat er seine Kaufmannslehre in der Region Südwest in Fürth begonnen. Darauf folgten das Junioren-Aufstiegsprogramm sowie die Fortbildung zur Führungskraft Handel in Bad Soden-Salmünster. Im Jahr 2011 ist der Kaufmann von Hessen zu seiner aus Balve stammenden Frau, mit der er zwei Kinder hat, ins Sauerland gezogen. Dort war er in den vergangenen neun Jahren Leiter eines Edeka-Marktes in Arnsberg. Der 820 Quadratmeter große Edeka-Markt Hotic, in dem weiterhin eine Bäckerei-Filiale von Kamp betrieben wird, erhielt mit dem Betreiberwechsel neue Kühlungsanlagen, eine neue Leergut-Annahme und eine erweiterte Käse-, Fleisch- und Wurstbedienungstheke.

Er habe das 31-köpfige Markt-Team übernommen und das allgemeine Sortiment optimiert, wolle auf Ernährungstrends reagieren und setze auf regionale Produkte. Die Auswahl an Bioprodukten soll im kommenden Jahr noch erweitert werden.

Seniorenbeirat regt Lieferservice an

Ursula Budruweit vom Seniorenbeirat hat am Dienstag die Gelegenheit genutzt und den neuen Marktleiter direkt angesprochen: „Der Seniorenbeirat sucht das Gespräch mit Geschäften, um sie für den Lieferservice für Senioren zu gewinnen. Könnten Sie sich das vorstellen? Viele Senioren vom Nußberg sind traurig, dass es nicht mehr angeboten wird und hoffen auf den neuen Inhaber.“ Sanel Hotic erklärte, dass er das gerne machen wolle, wenn er ein neues Transportfahrzeug habe. Das sei bereits bestellt. Derzeit liefere er Lebensmittel an Kindergärten und Schulen mit seinem Privatwagen aus und stoße damit bereits an seine Grenzen. Er könne sich vorstellen, so ein Angebot künftig an zwei Tagen in der Woche zu machen.

Der frühere Markt-Inhaber Michael Clever konzentriert sich nun auf seine beiden Läden in Hagen und den in Schalksmühle.

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