Nachwuchsgewinnung

CDU regt eine Kinderfeuerwehr an

CDU-Vertreter erörterten mit der Feuerwehrleitung und dem Beigeordneten Martin Stolte (3. v..li) das Thema Kinderfeuerwehr.

Foto: May

CDU-Vertreter erörterten mit der Feuerwehrleitung und dem Beigeordneten Martin Stolte (3. v..li) das Thema Kinderfeuerwehr. Foto: May

Iserlohn.   Wie schon bei der Kinderbetreuung liegt der Fokus auf der Nachwuchsgewinnung.

Nachwuchsmangel gibt es nicht nur bei der Freiwilligen Feuerwehr, sondern auch bei den hauptamtlichen Feuerwehrleuten. Rund eine Woche nach dem CDU-Antrag, bei der Feuerwehr eine Kinderbetreuung einzurichten, folgt nun ein Antrag der Christdemokraten, in Iserlohn eine Kinderfeuerwehr einzurichten. Auch hier liegt der Fokus darauf, neue Wege bei der Nachwuchssuche zu beschreiten.

Wenn Kinder Freizeitverplant haben, ist es zu spät

Für Iserlohn, so der CDU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schick, sei das ja kein grundsätzlich neues Thema, schließlich habe man ja bereits erfolgreich eine Jugendfeuerwehr etabliert. Warum auch noch eine Kinderfeuerwehr? Weil bestimmte Richtungsentscheidungen durchaus bereits im Kindesalter erfolgen würden. Der neue Leiter der Feuerwehr Iserlohn, Brandrat Jörg Döring, sieht das ähnlich. Der Jugendfeuerwehr könne man sich frühestens mit zwölf Jahren anschließen. Dann aber sei die Freizeit der Kinder häufig schon verplant – durch Mitgliedschaft in einem Sportverein oder ähnlichem. Dann sei es schwer, noch Interessenten zu finden. Es sei auch genereller Handlungsbedarf gegeben. Zwar sei derzeit erfreulicherweise eine Gruppe aus 40 bis 50 Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr beisammen, aber es gebe inzwischen keine Warteliste mehr. Und das könne mittelfristig zu einer zurückgehenden Mitgliederzahl bei der Jugendfeuerwehr führen. Eine Kinderfeuerwehr gewissermaßen als Vorstufe zur Jugendfeuerwehr könne helfen, einen möglichen negativen Trend zu verhindern. Zur generellen Bedeutung des Themas sagte Döring: Ein wichtiges Ziel der Jugendfeuerwehr, künftige Kräfte für die Feuerwehr zu gewinnen, werde durchaus erreicht.

Die CDU hat noch keine konkreten Vorstellungen darüber, wie das Thema Kinderfeuerwehr in Iserlohn verankert werden kann. Es solle aber ein erster Anstoß gegeben werden. Denkbar sei es, im Rahmen der OGS-Angebote entsprechende Elemente einfließen zu lassen, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges. Denkbar seien aber auch stationäre Angebote etwa am Floriansdorf. Beigeordneter Martin Stolte, der den Bereich Bildung verantwortet, denkt darüber nach, zunächst an einer oder zwei Grundschulen im OGS-Bereich ein entsprechendes Angebot zu testen. Thorsten Schick berichtete, dass die Düsseldorfer Koalition aus CDU und FDP Mittel im Bereich Feuerwehr eingeplant habe, die auch in dieses Themenfeld passen würden.

Kinderbetreuung ein Alleinstellungsmerkmal

Fabian Tigges nahm den Ortstermin mit der Feuerwehrführung im Floriansdorf zum Anlass, auch den CDU-Antrag zum Thema Kinderbetreuung zu erörtern. Der sich abzeichnende Fachkräftemangel im Feuerwehrbereich könne dazu führen, dass Großstädte den Kommunen wie Iserlohn Bewerber streitig machen. Da könne ein Alleinstellungsmerkmal wie beispielsweise ein Betriebskindergarten Vorteile im Wettbewerb um die benötigten Köpfe ermöglichen. Wenn man Bewerbern sagen könne „Deine Kinder sind bei uns versorgt“ sei das durchaus ein Pfund, sagte Feuerwehrchef Jörg Döring. Wachwechsel und 24-Stunden-Dienste – das seien schon besondere Voraussetzungen im Zusammenhang mit Betreuungszeiten. Da seien auch schon jüngere Kollegen mit Fragen auf die Leitung zugekommen.

Beigeordneter Martin Stolte kündigte an, Überlegungen anzustellen, wie eine Betreuung der Kinder von Feuerwehrleuten zu gewährleisten sei. Vielleicht, so Stolte, gebe es ja auch in den zur Feuerwehr angrenzenden Wohngebieten noch Bedarf. Und neben einem reinen Betriebskindergarten sei auch das Modell einer Außengruppe denkbar. Stolte will nun auch prüfen, ob es im Rathaus weitere Mitarbeitergruppen gibt, die aufgrund ihrer Tätigkeit Bedarf jenseits der üblichen Betreuungszeiten in Kindertagesstätten haben.

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