Schlager

Chris Andrews ist echt kein „Yesterday Man“

Chris Andrews macht mit beim Benefiz-Schlager-Projekt von Andreas Bergersbacher und Claudia Adel.

Chris Andrews macht mit beim Benefiz-Schlager-Projekt von Andreas Bergersbacher und Claudia Adel.

Foto: Stefan Janke

Iserlohn.  Der Iserlohner Schlagersänger Andreas Bergersbacher startet sein viertes Benefiz-Projekt mit prominenter Unterstützung.

Musik hält jung, das ist eine Binsenweisheit. Beste Beispiele: Udo Lindenberg, Mick Jagger, Richard Hagel und – Chris Andrews. Mit seinen 76 Jahren ist der britische Sänger, der die Hochzeit seiner Karriere und seine größten Hits in den 60er Jahren des vergangenen Jahrtausends feierte, fit wie eh und je, vielleicht ein wenig ruhiger als in den guten alten Zeiten, aber immer noch voller Tatendrang und das ganze Jahr über „live on stage“. Jetzt führte Chris Andrews („Yesterday Man“) eine ganz besondere Mission in die Waldstadt: Als Teil des Projektes „Alle für alle“, ins Leben gerufen vom Iserlohner Schlagersänger Andreas Bergersbacher, galt es, eine der Liedzeilen von „Nur ein kleiner Funken Hoffnung“ im kleinen Studio nicht weit vom Rathaus am Schillerplatz einzusingen. Wie immer an seiner Seite: Ehefrau Alexandra, die ihn zu allen Auftritten und Jobs begleitet.

Die Begrüßung ist herzlich, als Chris in der Küche von Andreas Bergersbacher und seiner Frau und Gesangspartnerin Claudia Adel aufschlägt – Küsschen, Umarmung, Komplimente. Tatsächlich sieht Chris noch immer super aus. Klar, seine Frau Alexandra wird ihm gleich fürs Foto ein wenig die Haare richten, aber das war’s auch.

1965 sechs Wochen Nr. 1 der deutschen Single-Charts

Statt als Beatnik wie damals, als er mit „Yesterday Man“ sechs Wochen lang die Nummer 1 der deutschen Singlecharts war und es im Vereinigten Königreich für einen fantastischen dritten Platz reichte, ist Chris Andrews heute optisch eher der „Edelhippie“ im Shabby-T-Shirt zum feinen Jackett, der gerade von Ibiza rübergejettet ist. Doch dafür ist der Brite eigentlich viel zu bescheiden, trotz seiner stabil hohen Popularität, die einfach nicht zulässt, sich aus dem Business zurück zu ziehen.

Dafür liebt der Sänger die Musik, die ihn jung hält, auch zu sehr. Und das, was er mit seiner Stimme bewegen kann. Denn Chris Andrews, der heute gemeinsam mit Alexandra seinen Heimathafen in Selm gefunden hat, engagiert sich seit vielen Jahren für Kinder. Wohl wissend, dass und gerade weil dieses Thema noch stark tabuisiert ist, setzt sich der Sänger gegen Kindesmissbrauch ein. „Das Problem muss mehr publik gemacht werden“, sagt Chris Andrews, der sich und seine Prominenz konkret in einem Dortmunder Kindergarten einbringt.

In Iserlohn, beim Benefizprojekt von Andreas Bergersbacher, steht ebenfalls die Hilfe für Kinder im Mittelpunkt. „Viele wissen gar nicht, dass auch Kinder einen Schlaganfall bekommen können“, erklärt der Iserlohner Schlagersänger, der in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mit Benefiz-Projekten von sich reden macht, diesmal für die „Stiftung Schlaganfallhilfe für Kinder“.

Der von ihm geschriebene Song „Nur ein kleiner Funken Hoffnung“ soll genau diesen Funken Hoffnung in die Welt tragen. Und damit diesen Ruf auch viele Menschen hören, hat Andreas wieder zahlreiche Stars und Sternchen aus der Musik- und TV-Szene um sich versammeln können, die ihm ihre Stimme schenken. Andreas zeigt die Liste und hakt die ab, die schon eingesungen haben: mit dabei sind neben Chris Andrews unter anderen noch Jürgen Drews, Graham Boney, Peter Petrel, Gaby Baginsky, Wolfgang Bahro, Katja Binert, Dieter Lan­duris, Romy Gander sowie Antonia. „Und Uwe Hübner, der damals Moderator der ZDF-Hitparade war, als wir dort Nummer Eins waren“, sagt Bergersbacher nicht ohne Stolz in der Stimme. Das war im Jahr 1994, als der Iserlohner sein erste Produktion „Alle für alle“ zugunsten der Deutschen Aidshilfe startete und damit den Grundstein für insgesamt vier Benefiz-Projekte legte.

„Kann das Leben Dir mehr geben als Verzicht?“ Diese Zeile, mehr nicht, soll Chris Andrews im kleinen Homestudio von Andreas Bergersbacher einsingen. Kein großes Ding für Profi. Vor dem „Take“ wird noch schnell ein Foto am Mikro gemacht, der Typ von der Heimatzeitung will unbedingt noch ein Video mit dem „Star seiner Kindheit“ machen, und dann schaltet Chris Andrews in den Konzentrations-Modus. Ton-Techniker Ulrich Gölitz sitzt vor dem PC und kontrolliert den Sound über zwei kleine Boxen, während Chris die Zeile einsingt. Und fertig.

Bis „Alle für alle“ ihren Teil beigetragen haben, werden noch ein paar Wochen vergehen, dann soll der Benefiz-Song auf den Markt kommen. Und es soll auch wieder eine Gala mit Live-Auftritten der beteiligten Künstler geben. Für den 11. Dezember ist die Halle in Finsterwalde schon gebucht. „Wenn wir keinen anderen Auftritt haben, kommen wir“, versprechen Alexandra und Chris Andrews noch beim Rausgehen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben