Bilanzgespräch

Commerzbank hat 2017 Marktanteile ausgebaut

Die Commerzbank-Direktoren Niels-Oliver Pelz (li.) und Rainer Düllberg erläuterten am Dienstag die Geschäftsentwicklung bei der Commerzbank.

Foto: Stefan Drees

Die Commerzbank-Direktoren Niels-Oliver Pelz (li.) und Rainer Düllberg erläuterten am Dienstag die Geschäftsentwicklung bei der Commerzbank. Foto: Stefan Drees

Iserlohn.   Zuwachs bei den Firmen- und Geschäftskunden und weitere Anstrengungen bei der Digitalisierung.

Ein insgesamt erfolgreicher Wachstumskurs trotz anhaltender Niedrigzinsphase und weiterhin anhaltendem Druck auf die Margen – so bewerteten am Dienstag der Direktor der Filiale Iserlohn, Niels-Oliver Pelz, sowie Rainer Düllberg, Leiter der Mittelstandsbank-Filiale Arnsberg-Iserlohn (Firmenkunden) das Geschäftsjahr 2017 bei der Commerzbank. Nils-Oliver Pelz sprach von einem guten Ergebnis der Gesamtbank. Die positive Entwicklung drücke sich auch darin aus, dass für das Geschäftsjahr 2018 wieder eine Dividende für die Aktionäre angestrebt werde. Auch die Zahlen vor Ort seien positiv: Aktuell betreue die Iserlohner Filiale 22 000 Kunden, netto seien 214 neue Girokonten hinzugekommen. Bei den Immobilienfinanzierungen und dem Wertpapiergeschäft sei der Marktanteil ausgebaut worden. Und im Bereich der Firmenkunden konnten die Investitionsfinanzierungen gesteigert werden. Und die in den vergangenen Jahren vergleichsweise geringe Ausnutzung der Betriebsmittelkreditlinien sei mit einem Wachstum von mehr als fünf Prozent gesteigert worden. Rainer Düllberg freute es zudem, dass in der Marktregion Iserlohn-Hochsauerlandkreis 55 neue Mittelstandskunden gewonnen werden konnten.

Präsenz in der Flächebleibt unverzichtbar

„Wir wachsen, weil wir gute Beratung anbieten und über gute Prozesse verfügen“, sagte Niels-Oliver Pelz mit Blick auf das Privatkundengeschäft der Commerzbank. Damit dies auch weiter gelinge, sei die Präsenz der Commerzbank in der Fläche unverzichtbar, daran werde auch festgehalten und entsprechend investiert. Die Filiale Iserlohn verfüge bei den Privatkunden über einen Marktanteil von 20 Prozent. Diese Zahl könne sich auch im internen Commerzbank-Vergleich gut sehen lassen, sagte Pelz. Das kostenlose Girokonto bleibe dabei ein Ankerprodukt.

Zur Immobilienfinanzierung sagte Pelz, dass sich die Commerzbank 2017 mit guten Konditionen am Markt bewegt habe. Pelz hob hervor, dass auch Produkte anderer Anbieter vermittelt würden. Auf ein positives Kundenecho sei eine App rund um das Thema Baufinanzierung gestoßen, die beispielsweise auch dabei helfe, den Wert einer Immobilie zu ermitteln. Zu den jüngsten Spekulationen einer bevorstehenden Wende bei den Baukreditzinsen sagte Pelz, dass er aktuell noch keinen ganz großen Druck sehe, nun ganz rasch eine Baufinanzierung abzuschließen. Die EZB bleibe ja bei ihrer Zinspolitik. Generell gelte aber, dass Banken bei der Zinskalkulation neben den allgemeinen Konditionen am Markt auch andere Faktoren, etwa die Risikoeinschätzung, berücksichtigen würden. Generell gelte für Kunden: Sie sollten bei geplanten Immobilienkäufen nicht nur die Zinsentwicklung, sondern auch die Entwicklung der Immobilienpreise im Blick behalten. 2017 konnte die Commerzbank in Iserlohn ihr Baufinanzierungsvolumen um 20 Prozent steigern, das Neugeschäftsvolumen betrug 15,5 Millionen Euro.

Für Einstieg in den Markt ist es noch nicht zu spät

„Sparen bringt den Kunden derzeit nicht weiter“: Diese Aussage machte Niels-Oliver Pelz bereits vor einem Jahr. „Und dieser Satz gilt immer noch“, sagte er gestern. Anlagen jenseits von klassischen Spar- und Festgeldkonten seien notwendig, um Renditen zu erzielen. Der DAX, so Pelz, sei 2017 um 12,5 Prozent gestiegen. Viele Kunden hätten hier ihre Chancen genutzt. 2,8 Millionen Euro investierten Iserlohner Commerzbank-Kunden 2017 neu in Wertpapiere. Pelz nennt aber auch eine andere Zahl: 82,6 Millionen Euro würden unverzinst auf Spar- und Festgeldkonten liegen. Mit den sogenannten Vermögensmanagement-Fonds biete die Commerzbank breit gestreute Anlageprodukte an. Das Risiko könne dabei individuell auf die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Die Renditen könnten sich sehen lassen. Und zur Frage, ob es jetzt noch sinnvoll sei, in den Markt einzusteigen, sagte Pelz, dass Analysten auf Basis der Wirtschaftsentwicklung und der EZB-Politik weiter mit einer positiven Entwicklung rechneten.

Zum Ausblick sagte Pelz, dass die Commerzbank den weiterhin bestehenden Veränderungsdruck in der Branche als Chance sehe. Große Anstrengungen gebe es auch, Mitarbeiternachwuchs zu gewinnen. Die Commerzbank biete gute Ausbildungsangebote.

Finanzierung trotz vorhandenen Eigenkapitals

Rainer Düllberg sprach von einer guten Investitionsneigung bei den Firmenkunden, die Nachfrage nach Finanzierungen steige. Das günstige Zinsniveau führe auch dazu, dass Firmen teilweise trotz ausreichender Eigenkapitalmittel Projekte finanzieren würden. Ein möglicher Hintergedanke sei es, Eigenkapital für die Zeit „aufzusparen“, in der Kredite wieder teurer würden. Ganz wichtig ist es Düllberg, dass seine Kunden keine Guthabengebühren zahlen müssen. Da, wo diese im Raum gestanden hätten, habe man gemeinsam mit den Kunden andere Anlagestrategien erarbeitet. Die Commerzbank bleibe führender Finanzierer des deutschen Mittelstandes und sei auch im Außenhandel ein erfahrener Partner.

Und auch im Firmenkundenbereich schreite die Digitalisierung voran. So gebe es inzwischen ein Firmenkundenportal, über das Firmenkunden alltägliche Bankgeschäfte abwickeln können. Die Resonanz sei gut. Ganz neu: Mittelstandskunden können einen Kontokorrentkredit bis fünf Millionen Euro komplett digital beantragen. Im Idealfall wird dieser innerhalb von 24 Stunden bewilligt. Voraussetzung ist allerdings, dass der Bank alle für eine Kreditvergabe erforderlichen Unterlagen vorliegen.

Digitalisierung bleibt ein Schwerpunkt bei den Investitionen. Lag der Anteil digital abgewickelter Geschäfte und Prozesse vor zehn Jahren bei rund einem Drittel, sind es aktuell 50 Prozent. Bis 2020, so Niels-Oliver Pelz, soll der Anteil auf 80 Prozent steigen.

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