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Container machen Schule in Iserlohn

Die veralteten Container an der Gesamtschule Nußberg sind für Schüler und Lehrer

Foto: Tim Gelewski

Die veralteten Container an der Gesamtschule Nußberg sind für Schüler und Lehrer Foto: Tim Gelewski

Iserlohn.   Nicht nur an Gesamtschule oder bald womöglich Südschule werden Provisorien genutzt. Ein Überblick.

Anbau, Containerlösung oder doch eine Reduzierung der Schülerzahlen? Laut einer aktuellen Elternumfrage sollen ab dem kommenden Schuljahr allein an der Südschule 178 Kinder den OGS-Bereich besuchen, schon jetzt gibt es aber für die 152 Ganztags-Kinder dort zu wenig Platz. Eine Lösung muss her, und zwar bald. Doch ob der klammen Kassen wird seitens der Kommune mit möglichen Anbauvorhaben erklärtermaßen defensiv umgegangen, zumal es seitens der Verwaltung an der Südschule städtebauliche Bedenken gibt. Aktuell läuft es wohl auf eine provisorische Lösung hinaus, Container sollen hier Schule machen. Kostenpunkt wie berichtet: 458 592 Euro.

Doch nicht nur an der Südschule wird über Container nachgedacht oder werden bereits welche genutzt – Tendenz steigend, weil immer mehr Eltern OGS-Angebote nutzen wollen. Ein Überblick:

Mietkosten liegen aktuell monatlich bei 20 000 Euro

Laut Angaben der Pressestelle der Stadt gibt es zurzeit „einen Container am Gymnasium Letmathe (angemietet, wird für Unterrichtsräume genutzt), zwei an der Gesamtschule Nußberg (angemietet, werden ebenfalls als Unterrichtsräume genutzt) sowie einen Mensa-Container (gekauft) an der Grundschule/Gesamtschule Im Wiesengrund“.

Diskutiert wird außerdem eine Containerlösung an der Realschule Hemberg. Dort würden zusätzliche Raumkapazitäten erforderlich, falls die Realschule Bömberg wie aktuell geplant 2018 vorzeitig leergezogen würde. Die verbliebenen Schüler sollen wie berichtet an die Realschule Hemberg wechseln.

Ebenfalls in der Diskussion: Container für die OGS-Bereiche der Grundschule Sümmern, der Grundschule Auf der Emst sowie eben der Grundschule Süd. Die Rede ist hier von Provisorien bis zur Findung einer „abschließenden baulichen Lösung“.

Aktuell belaufen sich die Mietkosten laut Pressestelle für sämtliche Schul-Container auf rund 20 000 Euro pro Monat. Davon machen allein die Mietkosten für den Container am Gymnasium Letmathe 10 115 Euro aus. Der Kaufpreis für den Mensa-Container an der Grundschule/Gesamtschule Wiesengrund betrug rund 500 000 Euro.

Grundsätzlich gilt laut Pressestelle: „Die Miete und der Ankauf sind unterschiedlich und abhängig von der Ausstattung (Klassenraum/Mensa) und der Dauer der Aufstellzeit. Stehen die Container länger als zwei Jahre, ist die Energieeinsparverordnung zu berücksichtigen und verteuert die Anlagen. Ebenso sind die Kosten für das Aufstellen der Container von mehreren Punkten abhängig: Geländeform, Untergrund, Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Abwasser.“

Die Größe der Container kann stark variieren. So sind an der Gesamtschule Nußberg laut Definition des zuständigen Kommunalen Immobilien-Managements zwar nur zwei Container aufgestellt – die Schule selbst spricht aber von 40, weil hier Baucontainer miteinander verschraubt sind. Die ersten wurden bereits 2011 als Provisorium mit zehn Klassenräumen aufgestellt und später in ihrer Größe verdoppelt. Inzwischen sind sie für die Schule ein Dauerärgernis. Es fehlt an fließendem Wasser und energetischer Dämmung, dazu an der Möglichkeit für elektronische Installationen.

„Qualität der neuen Container ist deutlich besser“

Die veralteten Container an der Gesamtschule am Nußberg sind aber wohl als Sonderfall zu betrachten. „Die Qualität der neuen Container ist deutlich besser“, sagt Stadt-Sprecherin Christine Schulte-Hofmann. Wie in dieser Zeitung berichtet, ist ein Grund dafür der zwischenzeitliche Flüchtlingszustrom, der für eine gestiegene Nachfrage sorgte und bei den Herstellern einen qualitätsfördernden Wettbewerb begünstigte.

Steigende Anmeldezahlen und OGS-Nachfrage

Exakt 800 Kinder sind von Eltern 2017 für die Grundschulen angemeldet worden.

2016 waren es noch 769 Anmeldungen gewesen.

Den größten Anstieg verzeichneten die Grundschulen Bömberg (+ 27 Kinder) und Kilian (+ 22).

Für das kommende Schuljahr 2017/2018 haben Eltern aktuell in 1733 Fällen Interesse zur Nutzung von OGS-Angeboten durch ihre Kinder bekundet.

Am Stichtag 1. September 2016 waren es lediglich 1514 Interessenbekundungen.

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