OGS Sümmern

Corona sorgt für weitere Verzögerungen bei Erweiterungsbau

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Rigipsplatten hinter den Fliesen bei dem Wasserschaden auch Feuchtigkeit gezogen haben, wurden sie teilweise wieder aus dem Anbau entfernt.

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Rigipsplatten hinter den Fliesen bei dem Wasserschaden auch Feuchtigkeit gezogen haben, wurden sie teilweise wieder aus dem Anbau entfernt.

Foto: Torsten Lehmann / IKZ

Sümmern.  Der Erweiterungsbau der OGS „Villa Kunterbunt“ in Sümmern soll laut aktuellem Bauzeitenplan trotzdem in den Sommerferien fertig sein.

An der Erweiterung der „Villa Kunterbunt“, mit einem Volumen von 2,5 Millionen Euro derzeit eines der größten Projekte des Kommunalen Immobilienmanagements (KIM), hat sich in den vergangenen mehr als zwei Monaten viel weniger getan als erhofft und geplant: Neben Elektroarbeiten wurden lediglich das Dach und inzwischen der Außenputz fertiggestellt.

„Corona hat uns nicht gerade geholfen“, sagt die zuständige KIM-Architektin Stephanie Schröder. So hätten zunächst die fünf polnischen Mitarbeiter der mit dem Außenputz beauftragten Firma nicht nach Deutschland einreisen können. Und zu Beginn der Krise hätte der Hersteller der WC-Trennwände seine Mitarbeiter fürs Abmessen nicht nach NRW schicken wollen, das ja stärker betroffen war als andere Bundesländer. Auch die Baubesprechungen hätten wegen der Quarantäne der Architektin aus dem externen Büro, das zu Projektbeginn 2018 eigentlich zur Entlastung von KIM beauftragt worden war, zeitweise ausgesetzt werden müssen.

Räume sollten schon Ostern 2019 bezogen werden

Ursprünglich sollten die dringend benötigten Räumlichkeiten für den Offenen Ganztagsbereich der Grundschule Sümmern, die der Rat im Juni 2017 beschlossen hatte, bereits Ostern 2019 bezugsfertig sein. Mit Beginn der Arbeiten war dann von einem Abschluss im Sommer vergangenen Jahres ausgegangen worden. Aufgrund vielfältiger Schwierigkeiten – unter anderem mussten die von dem externen Büro erstellten Ausschreibungen nachgearbeitet werden ebenso wie die rückläufigen Angebote, wenn es sie denn gab – verschob sich die Fertigstellung erst auf Herbst und schließlich auf Ende 2019, wobei der Termin bereits im September von KIM-Chefin Claudia Zawada im Schulausschuss angezweifelt worden war.

Und dann kam im Dezember 2019 der Wasserschaden, mit dessen Beseitigung inzwischen im Inneren begonnen wurde: Im Sanitärbereich wurden Waschbecken und Toiletten wieder abgenommen, um dort ebenso wie in der Küche die untersten beiden Fliesenreihen und auch die Rigipsplatten dahinter zu entfernen. „Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme, da wir nicht sicher sein konnten, dass die nicht auch Feuchtigkeit gezogen hatten“, erklärt Stephanie Schröder. Die Kosten für diese wie für alle anderen Arbeiten im Zusammenhang mit dem Wasser, das an den Außenwänden und einigen Innenwänden teilweise bis zu 40 Zentimeter hoch gekrochen ist, trage die Versicherung des Architekturbüros und habe das auch schon anerkannt, da es sich um einen „Bauleitungsmangel“ handele. „Wir haben ein mängelfreies Bauwerk bestellt“, macht die KIM-Architektin deutlich.

Die Beseitigung der Ursache des Wasserschadens steht indes noch aus. Höchstwahrscheinlich, so hatte eine Gutachterin im Februar festgestellt, liegt es an einer nicht korrekt verlegten Drainage-Leitung und einer schadhaften Gebäudeabdichtung. Das konnte sie allerdings nur stichprobenartig überprüfen, da noch das Gerüst fürs Verputzen stand – und auch bis heute noch steht. „Das wird in den nächsten Tagen abgebaut“, kündigt Stephanie Schröder an. Anfang Juni würden dann mit einem speziellen Gerät die Glasscheiben eingesetzt, und anschließend könnte der Boden rund um das Gebäude aufgenommen werden. Dann werde sich die Gutachterin das noch einmal genau anschauen, bevor die Mängel behoben werden. Die Stadt geht weiterhin davon aus, dass nach dem vor Baubeginn vorliegenden Bodengutachten die Abdichtung des Baukörpers ausreichend gewesen wäre, wenn sie fachmännisch korrekt erfolgt wäre. „Eine weiße Wanne wäre hingegen nur erforderlich gewesen, wenn wir hier drückendes Wasser hätten.“

Umzug ist immer nur in den Ferien möglich

Trotz der corona-bedingten Verzögerungen und aller noch notwendigen Arbeiten – im Obergeschoss fehlt neben der Fenster nur noch der Oberboden, unten hingegen nach der auch noch notwendigen Trocknung noch einiges mehr – halte das externe Büro, so die KIM-Mitarbeiterin, derzeit noch am Bauzeitenplan fest. „Es gab zwar schon Verschiebungen, aber man kann ja auch an anderer Stelle Personal verstärken und umplanen“, sieht Stephanie Schröder durchaus noch Möglichkeiten, ist aber skeptisch. Sollte der Fertigstellungstermin (28. Juli) erneut nicht eingehalten werden können, kann der Anbau erst in den Herbstferien bezogen werden, wie die neue Leiterin der „Villa Kunterbunt“, Jana Sallmon deutlich macht: „Wir brauchen eine, eher zwei Wochen für den Umzug und nehmen ja die Möbel aus dem Pavillon und den Containern mit. Das können wir natürlich nicht, wenn wir dort gleichzeitig Kinder betreuen.“

Zum Start gleich besondere Herausforderungen

Mit aktuell 28 zu betreuenden Kindern und damit nur einem gutem Zehntel der sonst üblichen Anzahl – da muss der Einstieg in den neuen Job doch leicht sein? „Ich habe lieber 238 Kinder in der ,Villa‘ und weiß, wie es läuft“, sagt Jana Sallmon angesichts sich derzeit ständig ändernder Vorgaben.

Seit dem 1. April leitet die 28-jährige Mendenerin offiziell den Offenen Ganztagsbereich der Grundschule Sümmern und damit den größten in Iserlohn. Seit 2017 war die Erzieherin und studierte Kindheitspädagogin die Stellvertreterin ihrer langjährigen Vorgängerin Rita Drüppel. Deren feierliche Verabschiedung in die Altersteilzeit wurde ebenso wie die offizielle Begrüßung von Jana Sallmon corona-bedingt aufgeschoben. Immerhin gab es zum Start einen Blumenstrauß von Grundschulleiterin Anke Luther und deren Stellvertreterin Michaela Traulich-Crämer, mit denen sie aktuell noch enger zusammenarbeitet als sowieso schon in normalen Zeiten. Denn es sei schon ein „unheimlicher Aufwand“, den momentan alle Schul- und OGS-Leitungen betreiben müssten angesichts von Hygiene-Bestimmungen und immer neuen Betreuungskonzepten, die oft in kürzester Zeit entwickelt werden müssten. Dabei sei in Sümmern von Beginn der Krise an die Zahl der zu betreuenden Kinder höher gewesen als andernorts. Unter den aktuellen Maßgaben könnte man noch zehn weitere Kinder betreuen, aber dann werde es allein schon räumlich eng.

Wobei das in normalen Zeiten 27-köpfige „Villa“-Team schon im bisherigen Schuljahr bei der Raumplanung und -belegung sehr kreativ sein musste angesichts des noch nicht fertiggestellten Anbaus. „Auf den freuen wir uns sehr, das würde doch einiges erleichtern“, sagt Jana Sallmon, die trotz der derzeit wi­drigen Umstände glücklich ist, in der Einrichtung, in der sie seit ihrem Anerkennungsjahr 2011/12 arbeitet, die Leitung innezuhaben.

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