Bauvorhaben

Dach von Christophery vor Reparatur

Das ehemalige Fabrik-Gebäude der Christophery GmbH an der Oberen Mühle soll nach dem Willen einer breiten Mehrheit der Ratsfraktionen erhalten bleiben. Erster Schritt soll eine Abdichtung des Daches sein.

Foto: Josef Wronski/IKZ

Das ehemalige Fabrik-Gebäude der Christophery GmbH an der Oberen Mühle soll nach dem Willen einer breiten Mehrheit der Ratsfraktionen erhalten bleiben. Erster Schritt soll eine Abdichtung des Daches sein. Foto: Josef Wronski/IKZ

Iserlohn.   SPD, UWG-Piraten, Grüne und Linke haben jetzt einen entsprechenden Antrag gestellt. Voraussichtliche Kosten: 35 000 Euro. Auch die Bürger sollen mit ins Boot

Das Dach des Christophery-Gebäudes an der Oberen Mühle soll schnellstmöglich zumindest provisorisch abgedichtet werden. Einen entsprechenden Antrag stellten jetzt die Ratsfraktionen von SPD, UWG-Piraten, Bündnis 90/Die Grünen sowie der Linke im Vorfeld des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung. Laut Angaben der Fraktionen würde die Maßnahme rund 35 000 Euro kosten. Auch die Bürger sollen für das Vorhaben ins Boot geholt werden.

Wie berichtet, wurde 2002 die Produktion vor Ort eingestellt. Das Fabrik-Gebäude verfügt über einen älteren, zum Lünkerhohl hin gelegenen Teil, der 1888 erbaut wurde. Der vordere, zur Oberen Mühle hin gelegene Teil, 1934 von dem Architekten Albert Brünninghaus entworfen, ist im Stile der damals neuen Einfachheit gehalten.

Seit 2002 verfällt das Gebäude zusehends. Das Flachdach ist an mehreren Stellen eingestürzt, lediglich die Außenwände und die noch intakten Dachteile wurden mit Stützen gesichert. Zuletzt hatte der „Initiativkreis Iserlohn Denkmal“ im Rahmen einer Begehung versucht, bei der auch Mitglieder der Fraktionen anwesend waren, auf das Thema aufmerksam zu machen.

Vergebliche Vorstöße auf Denkmalschutz

In der Begründung der Fraktionen zu ihrem Antrag heißt es: „Das Christophery-Gebäude ist ein stadtbildprägendes Gebäude (...). Das aus Sicht der zeichnenden Fraktionen denkmalwürdige Objekt steht derzeit nicht unter Denkmalschutz, obwohl es dazu nach unseren Informationen von Seiten des Landesdenkmalamtes diverse Vorstöße gegeben hat.“ 2011 sei das Gebäude sogar in das Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler von Georg Dehio aufgenommen worden. Im Band „Nordrhein-Westfalen II – Westfalen“ wird explizit der architektonisch bedeutsame „Wechsel von Kunststein- bzw. Putz- und Fensterbändern mit Backsteinpfosten und Eisensprossen“ erwähnt.

Weiter heißt es in der Antragsbegründung: „Der vor einiger Zeit geschehene Teileinsturz des Daches wurde leider nur notdürftig abgesichert, so dass die Verkehrssicherungspflicht gegeben ist. Der Gebäudeschutz wurde dabei komplett vernachlässigt. Mittlerweile stehen zur Altlastensanierung des Gebäudes Gelder vom Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) bereit.“ Weiterhin sei Iserlohn in den Flächenpool NRW aufgenommen worden, der ein Instrument zur Mobilisierung von Leerständen sei.

Förderung des Landes eröffnet neue Möglichkeiten

„Die Pilotphase zur Einführung hat bewiesen, dass eine Stärkung der Innenentwicklung zugunsten von Wohnen und Gewerbe möglich ist“, heißt es in dem Antrag. Die Aufnahme in den Flächenpool bedeute außerdem auch die mögliche Förderung von Reaktivierungsvorhaben durch das Land NRW.

„Der Übergang des Christophery-Gebäudes in das Eigentum der Stadt Iserlohn erfolgte laut unserem Kenntnisstand zu dem Preis eines symbolischen Euros. Aus unserer Sicht bietet diese Kombination eine Möglichkeit, das Christophery-Gebäude zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen.“ Das Gebäude sei als Ensemble in Kombination mit der ehemaligen Fabrik Kissing & Möllmann aus dem Jahre 1865 auf der anderen Straßenseite einmalig.

„Die Stadt Iserlohn hat hier die Möglichkeit, idealerweise in Kooperation mit der IGW, eine Projektentwicklung „von unten“ zu initiieren: gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Künstlern oder Gewerbetreiben – fernab von jeglichen Großinvestoren“, schreiben SPD, UWG-Piraten, Grüne und Linke. „Die Grundvoraussetzung (...) ist jedoch, einen weiteren Verfall zu vermeiden.“

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