Jobcenter

Dank Förderprogramm eine neue Perspektive

Zufriedene Gesichter (v. li.): Beatrix Schönekeß (IGW), Axel Trippe-Helmer und Friedrich Hahne (Jobcenter), Christel Voßbeck-Kayser, Anne Ayhan-Keimling (Jobcenter), Ralf Sommerfeld und Olaf Pestl (IGW) sowie Volker Riecke (Jobcenter).

Foto: Stefan Janke

Zufriedene Gesichter (v. li.): Beatrix Schönekeß (IGW), Axel Trippe-Helmer und Friedrich Hahne (Jobcenter), Christel Voßbeck-Kayser, Anne Ayhan-Keimling (Jobcenter), Ralf Sommerfeld und Olaf Pestl (IGW) sowie Volker Riecke (Jobcenter). Foto: Stefan Janke

Iserlohn.   87 Langzeitarbeitslose im Kreis haben durch intensive Unterstützung eine Beschäftigung gefunden.

So richtig wohl in seiner Haut schien sich Ralf Sommerfeld in dieser Runde anfangs nicht zu fühlen. Er, der Handwerker aus Zwickau, gekleidet in seiner Arbeitskluft, mitten zwischen zahlreichen Damen und Herren im Büro-Outfit. Dabei stand der 53-jährige doch eigentlich im Mittelpunkt des Pressegesprächs, zu dem die Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (IGW) und Vertreter des Jobcenters Märkischer Kreis eingeladen hatten. Auch politische Verstärkung aus Berlin war ins IGW-Haus an der Kluse gekommen: Die heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser.

Thema der Runde war das nach zwei Jahren endende Förderprogramm des Bundes zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt. Ein Projekt, an dem sich auch das Jobcenter MK beteiligt hatte. Zielsetzung des Bundesprogramms war es, Menschen, die bislang weit vom Arbeitsmarkt entfernt waren, möglichst nachhaltig in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu integrieren. Dazu haben Betriebsakquisiteure in Jobcentern gezielt Arbeitgeber angesprochen, um sie zur Einstellung von Langzeitarbeitslosen zu überzeugen. Das Plus für die Arbeitgeber: Nach der Arbeitsaufnahme werden die neu Beschäftigten von Coaches betreut – vier waren es im Jobcenter MK. Bei Bedarf werden Qualifizierungen für die teilnehmenden Arbeitslosen gefördert. Gleichzeitig erhalten die Arbeitgeber nach der Einstellung Lohnkostenzuschüsse; die Förderung beträgt in den ersten sechs Monaten 75 Prozent, dann für neun Monate 50 Prozent und 25 Prozent für weitere drei Monate.

Der gelernte Dachdecker gestaltet jetzt Außenanlage

Ralf Sommerfeld ist einer von insgesamt 87 Langzeitarbeitslosen im Märkischen Kreis, die auf diesem Wege eine neue Anstellung gefunden haben: Im Regie-Betrieb der IGW ist er jetzt als Baustellenhelfer tätig und derzeit mit der Gestaltung der Grünanlagen rund um den IGW-Neubau an der Rahmenstraße beschäftigt. „Ich habe in der ehemaligen DDR Dachdecker gelernt“, erzählt der Zwickauer, der noch kurz vor der Wende mit 25 Jahren zur Nationalen Volksarmee eingezogen wurde und dann später im Westen in einem Zimmermannsbetrieb arbeitete. Als die Firma pleite ging, wurde er arbeitslos. Das ist nun vier Jahre her. Er besuchte Qualifizierungsmaßnahmen, die ihn aber nicht so recht weiterbrachten, absolvierte einen Computerkurs, obwohl er selbst keinen PC besitzt: „Das war überhaupt nichts für mich“, sagt der 53-Jährige.

Umso mehr fühlt er sich nun bei der IGW an der richtigen Stelle. Hier kann er seine vielseitigen handwerklichen Fähigkeiten einbringen, darf eigenständig im Team arbeiten und hat wieder eine Aufgabe gefunden. Vom ersten Gespräch mit dem Betriebsakquisiteur des Jobcenters, Axel Trippe-Helmer, bis zur guten Nachricht, dass er einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat, sei nur eine Woche vergangen. Seitdem ist der Mann vom Jobcenter für ihn nur noch „der Gute“.

Zielgruppenorientiert und langfristig arbeiten

Und auch IGW-Chef Olaf Pestl ist voll des Lobes für seinen neuen Mitarbeiter. Neben Sommerfeld hat die Wohnungsbaugesellschaft noch einen weiteren Langzeitarbeitslosen im Rahmen des Förderungsprogramms eingestellt. „Ohne Zutun des Jobcenters wäre das nicht gegangen“, sagt Pestl. Für die Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser, die in Berlin auch im Ausschuss für Arbeit und Soziales arbeitet, ist dies nur ein Beispiel für viele gute Förderprogramme. Doch sie gibt auch zu bedenken, dass diese Programme nach gewisser Zeit auslaufen. „Sinnvoller wäre es, stattdessen langfristig zielgruppenorientiert zu arbeiten“, glaubt die Sozialpolitikerin.

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