Klimaschutz

Das fordern die „Fridays“-Aktivisten von der Stadt Iserlohn

Jana Finke hat bei der letzten Kundgebung der Iserlohner „Fridays for Future“-Bewegung die Fahne hochgehalten. Am 29. November wollen die Klimaschützer wieder durch die Stadt marschieren.

Jana Finke hat bei der letzten Kundgebung der Iserlohner „Fridays for Future“-Bewegung die Fahne hochgehalten. Am 29. November wollen die Klimaschützer wieder durch die Stadt marschieren.

Foto: Emily Karacic / IKZ

Iserlohn.  Iserlohn soll den Klimanotstand ausrufen und der Umweltausschuss soll sich mit den jüngsten Forderungen der Aktivisten befassen.

Jana Finke (15) und Finn Jäker (19) sind enttäuscht vom Klimapaket der Bundesregierung. „Eine Streichholzschachtel ist das“ kommentiert Jana. „Nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben steht“, sekundiert Finn. Die beiden Aktivisten von der Iserlohner Gruppe der „Fridays for Future“-Bewegung betonen, dass Klimaschutz auf kommunaler Ebene anfange. In der Waldstadt sehen die jungen Leute hier und da gute Ansätze, hauptsächlich aber Handlungsbedarf.

Deshalb haben sie einen Katalog der aktuellen Forderungen zusammengestellt und wollen ihn den Ratsfraktionen zukommen lassen, in der Hoffnung, dass die Punkte bei der morgigen Sitzung des Umweltausschusses thematisiert werden. Vor allem soll die Stadt den Klimanotstand ausrufen. „Wir selbst dürfen im Ausschuss nichts sagen“, klagt Jana. Bei manchen Entscheidungen, die in Iserlohn getroffen werden, fassen sich die beiden an den Kopf. Dafür etwa, dass bei der Planung der Gesamtschule Seilersee keine Solaranlage berücksichtigt wurde, fehlt beiden jegliches Verständnis.

Vor allem beim öffentlichen Nahverkehr müsse sich dringend etwas ändern, fordert Jana, die das MGI besucht: „Viele haben gar nicht die Option, mit dem Bus zur Schule zu fahren, weil sie zu abgelegen wohnen.“ Finn von der Gesamtschule Hemer fordert ein Umdenken bei der Windkraft. Es könne nicht angehen, dass geplante Anlagen ständig von Anwohnern verhindert würden, die Argumente hält er dabei für oftmals vorgeschoben: „Die Gefahr für Vögel ist geringer als die, die vom Klimawandel ausgeht. Wir haben nur die Wahl zwischen Klimaschutz und Klimakatastrophe“, ist er überzeugt.

Auch Warnungen vor wirtschaftlichen Konsequenzen einer zu ausgreifenden Klimaschutzpolitik halten die beiden für wenig überzeugend. „Wenn wir zu wenig tun, wird es nur schlimmer, man denke nur mal an die Klimaflüchtlinge“, gibt Finn zu bedenken.

Nach der großen Beteiligung bei der letzten Kundgebung ist schon die nächste Auflage angemeldet: Am Freitag, 29. November, soll es um 11.55 Uhr am Hemberg-Parkplatz losgehen. „Fünf vor Zwölf ist es nicht nur auf der Uhr“ betont Finn. Der Umweltausschuss tagt am morgigen Donnerstag áb 17 Uhr im Ratssaal.

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