Soziales

„Das Osterfest verbindet die Menschen“

Jutta Stricker vom Hilfswerk Kirche im Ostenfreut sich über den Besuch von Vladimir Romanenko und Frau Valentina aus der russischen Partnerstadt Nowotscherkassk. Sie berichten über Babuschka-Projekte und Patenschaften.

Jutta Stricker vom Hilfswerk Kirche im Ostenfreut sich über den Besuch von Vladimir Romanenko und Frau Valentina aus der russischen Partnerstadt Nowotscherkassk. Sie berichten über Babuschka-Projekte und Patenschaften.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.   Vladimir Romanenko bringt 130 Briefe und Fotos aus Nowotscherkassk für deutsche Paten mit.

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Die deutsch-russische Freundschaft bekräftigten Pastor Vladimir Romanenko und seine Frau Valentina jetzt bei ihrem Besuch in Iserlohn. Auf Einladung des Hilfswerks Kirche im Osten weilen sie eine Woche in Iserlohn. „Wir sind 30 Jahre verheiratet, das ist unsere Hochzeitsreise“, erzählen die beiden Gäste aus Iserlohns russischer Partnerstadt Nowotscherkassk. Aber ihre Reise ist keineswegs touristischer Natur. Sie sind als Botschafter der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten in Nowotscherkassk zu Gast, als Brückenbauer zum Hilfswerk Kirche im Osten.

Am Sonntag berichteten sie nach dem Gottesdienst in der Bauernkirche beim Kirchcafé im Lutherhaus über die gemeinsamen Projekte.

„Seit nunmehr 20 Jahren kommen sie praktisch jährlich zu uns“, erklärte Jutta Stricker, Vorsitzende des Hilfswerks. „Wir betreuen hilfsbedürftige Menschen in unserer Partnerstadt Nowotscherkassk und in Taganrong, der Partnerstadt von Lüdenscheid. So sind die beiden wieder zur Beratung der gemeinsamen Projekte gekommen und unser Postillon für die Ostergrüße der Babuschkas und ihrer Paten.“ Die Iserlohnerin berichtet von aktuell 165 Patenschaften. Sie suchen aber weitere Paten, so etwa für die 94-jährige Babuschka Ljuba Weremejenko, von der sie ein Foto zeigt. „Es waren schon mal 250 Partnerschaften“, blickt Jutta Stricker zurück. Mittlerweile sind ihre Mitstreiter der ersten Stunde verstorben: raunter Paul Hermann Schieber und Prof. Horst Schmenkel.

Wenn Familie Romanenko am kommenden Donnerstag wieder heimreist, werden sie nach den Begegnungen mit ihren hiesigen Unterstützern Spendengelder für die zweite Jahreshälfte mit nach Hause nehmen. Damit werden dann Lebensmittelspenden vor Ort besorgt, die den Bedürftigen in den „Partnergemeinden“ zugute kommen.

„Wir möchten sie darin unterstützen, den christlichen Glauben wieder zu einer Triebfeder für die soziale, politische und moralische Erneuerung des Landes werden zu lassen. Darum helfen wir ihnen bei ihrer missionarischen und diakonischen Arbeit“, formuliert der Verein auf seiner Homepage sein Anliegen, dem er seit über 20 Jahren treu ist. „Es begann mit der Aktion Urlaubspfennig. Wir haben in 15 Jahren 1,5 Tonnen Münzen gesammelt und damit vielen bedürftigen Menschen in Nowo geholfen“, erinnert Jutta Stricker an die Anfänge. „Das mündete die Aktion Babuschka: Ältere, hilfsbedürftige Menschen erhalten regelmäßig Lebensmittel. Die russischen Babuschkas schreiben sich regelmäßig mit den deutschen Familien.“

Pastor Romanenko hat im Reisegepäck 130 Briefe und Fotos an die deutschen Paten mitgebracht. „Es ist ein schöner Austausch, die Unterstützung wird dadurch transparent“, erläutert Jutta Stricker, die sich selber bei vielen privaten Reisen nach Nowo überzeugen konnte, dass die Hilfen angekommen sind. „Es war immer sehr bewegend für beide Seiten.“ Das sei auch noch intensiver als die Kontakte über die sozialen Netzwerke.

Das Hilfswerk ermöglicht außerdem Familien- und Einschulungshilfen und Unterstützung bei Medizinkosten oder für Waisenhäuser. Pastor Romanenko richtete auch die Grüße von Juri Lyssenko, dem Chef des Stadtparlaments, aus: „Ich habe ihn vor der Reise besucht. Die Stadtverantwortlichen warten jetzt auf den Besuch des Nowo-Komitees mit Ilona Höche im Mai.“

Humanitäre und kirchliche Hilfe durch deutsche Partner

Unabhängig davon, dass die politische Großwetterlage schwieriger geworden ist, schätze man in Nowo die humanitäre und kirchliche Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern. Romanenko berichtete von einer „prekären finanziellen Situation in Nowo“, die es dem Duma-Angehörigen Lyssenko erschwere zu kommen. „Trotzdem ist er sehr interessiert, dass es weitergeht mit einem Austausch von Sportlern, Schülern, Studenten und Lehrlingen“, sagt Vladimir Romanenko. Er überbrachte die Grüße des Stadtverordneten: „Ich wünsche allen Iserlohnern ein frohes Osterfest, das die Menschen verbindet. Politik trennt die Menschen häufig. Die Hilfen und die menschliche Verbundenheit haben die Einstellung zu den Deutschen verändert.“

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