Grippewelle

Das Rezept gegen die Erkältung?

Ein Kombinationspräparat hat Apotheker Till Ossenkop bei einem Infekt geholfen.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Ein Kombinationspräparat hat Apotheker Till Ossenkop bei einem Infekt geholfen.

Iserlohn.   Wenn es einem erwischt, kann man gegen einen grippalen Infekt meist nicht viel ausrichten. Fünf Apotheker geben Tipps, was helfen könnte.

Der harte Frost des langen Winters ist durch. Kalt und feucht ist es aber immer noch – und damit Hochsaison für einen grippalen Infekt. Was tun? Heimische Apotherker wissen Rat, haben dabei aber auch teils unterschiedliche Ansichten.

Vorbeugen ist der beste Weg, sich vor Infekten zu schützen. Zudem ist es wichtig, dass die Schleimhäute immer feucht bleiben – also ausreichend trinken. „Trockene Raumluft führt zu trockenen Schleimhäuten. Das öffnet die Pforten für den Virus“, schildert die Apothekerin Nicole Frye. Somit ist viel frische Luft angesagt.

Ist der grippale Infekt erst mal da, dann gibt es keine Allzweckwaffe, die immer hilft. „Es kommt auf den Patienten an“, betont Nicole Frye. Bei Husten helfe oft ein Schleimlöser, bei anderen beruhige auch ein Schmerzmittel den Hustenreiz. Mitunter helfen aber auch Lutschbonbons, um einen Patienten wieder auf die Spur bringen.

Die eierlegende Wollmilchsau unter den Medikamenten?

Von Kombinationspräparaten, also Medikamenten, die gleich mehrere Wirkungen entfachen sollen, hält die Apothekerin derweil nicht viel. „Das Medikament soll ja die richtigen Symptome bekämpfen, und nicht die falschen“, sagt die Inhaberin der Marien-Apotheke.

Till Ossenkop, Inhaber der Schiller-Apotheken, teilt diese Meinung nicht. „Kombinationspräparate werden regelmäßig auseinandergenommen. Nichtsdestotrotz funktionieren sie“, sagt der Apotheker. Am vorigen Wochenende habe das Mittel auch ihm selbst auf die Sprünge geholfen: „Danach war ich wieder fit.“ Bei einem grippalen Infekt sei zudem zu beachten, dass Symptome manchmal Kettenreaktionen auslösten. „Wenn zum Beispiel die Nase verstopft ist, atmet der Patient in der Nacht durch den Mund. Und das kann wieder zu Halsschmerzen führen“, schildert er.

Christian Kluge, der mehrere Apotheken in der Innenstadt betreibt, hebt die Selbstheilkräfte des menschlichen Körpers hervor: „Das Immunsystem gilt es zu unterstützen“, sagt er. Neben Medikamenten auf Echinacea- und Meerrettichbasis, empfiehlt der Apotheker auch homöopathische Mittel und Vitamine. Aber auch der Griff zum Teebeutel könne hilfreich sein: „Viel trinken ist wichtig“, sagt Kluge.

Apothekerin Katrin Alfke verweist zugleich auf bekannte Hausmittel, um Symptome eines grippalen Infektes zu lindern: „Wadenwickel oder Kopfdampfbäder erzielen auch ihre Wirkung.“ Kamille oder Salben mit ätherischen Ölen öffneten die Atemwege und wirkten somit einer Erkältung entgegen. Ingwer sorge als „Scharfstoff“ für eine bessere Durchblutung des Rachens. Natürlich sei aber auch viel Schlaf und Ruhe wichtig. „Fieber ist ein Zeichen, dass der Körper eine Pause braucht“, betont die Apothekerin.

„Gut einpacken“, lautet der Rat von Apotheker Phong Nguyen. Besonders der Schal sei oft eine wirksame Vorbeugung gegen den Infekt: „Wenn kalte Luft in die Lunge gerät, kann das zu einer Bronchitis führen“, sagt der Inhaber der Heide-Apotheke. Ansonsten schwört er besonders auf Vitamine: „Damit kann man präventiv gegen eine Erkältung vorgehen.“ Aus diesem Grund nutzt er auch selbst die Präparate. „Ich habe zwar noch nicht den Gegentest ohne Vitamine gemacht. Aber mir geht’s gut“, berichtet der Apotheker.

Bei Vitaminen und auch homöopathischen Mitteln geht die Meinung der Arznei-Experten jedoch auseinander. Zumindest zwei der fünf befragten Apotheker bezeichnen deren Wirkung eher als „Glaubenssache“. Sie schließen einen möglichen Effekt zwar nicht aus, sind aber auch nicht vollkommen von der Wirkung der Präparate überzeugt.

Einigkeit herrscht bei den Hygieneregeln

Einig sind sich die fünf Apothekenbesitzer hingegen in Fragen der Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen oder Desinfektion seien notwendig, um sich vor einem Infekt zu schützen. Denn ein Türknopf kann leicht zum Virenverbreiter werden. Ein Griff ins Auge oder an die Nase kann dann mal schnell zur Ansteckung führen. „Deswegen haben wir bei uns auch automatische Türen“, betont Phong Nguyen.

Da Apotheker durch ihren Job viel mit kranken Menschen zu tun haben, gelten für sie die strengen Hygieneregeln allemal.

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