Iserlohn 2040

Das Stadtentwicklungskonzept nimmt Form an

Auf dem Schillerplatz war auch die „Laufkundschaft“ eingeladen, ein Stück Kreide zu nehmen und bei der Stadtplanung Hand anzulegen. Hier diskutieren Fachleute und Teilnehmer noch an den Stellwänden.

Auf dem Schillerplatz war auch die „Laufkundschaft“ eingeladen, ein Stück Kreide zu nehmen und bei der Stadtplanung Hand anzulegen. Hier diskutieren Fachleute und Teilnehmer noch an den Stellwänden.

Foto: Alexander Barth / IKZ

Iserlohn.  Stadtplaner haben Zwischenergebnisse zum Stadtentwicklungskonzepts „Iserlohn 2040“ präsentiert und mit Bürgern diskutiert.

Als sich die Verantwortlichen des Stadtentwicklungskonzepts „Iserlohn 2040“ nach den Ortsbegehungen und Bürgerwerkstätten im vergangenen Jahr in den sprichwörtlichen Elfenbeinturm zurückzogen, blieb bei vielen Bürgern eine gewisse Skepsis zurück. Trotz des angekündigten Zeitplans machte sich in den Monaten das Abwartens Ungeduld breit, immer wieder kam die Frage auf: Was ist denn nun eigentlich geworden aus dem Projekt, das unserer Stadt Wege in die Zukunft aufzeigen soll?

Am Wochenende haben die Experten wieder den direkten Kontakt zu den Bürgern gewagt und ihre Zwischenergebnisse präsentiert. Vorbereitend hatten sie Steckbriefe der Stadtteile mit einem Kurzprofil, Stärken, Schwächen und ersten Empfehlungen online gestellt und jeweils vor Ort ausgehängt. Auf dem Schillerplatz ging es am Samstag um die beiden Großbereiche Mitte und Süden, die sich von der nördlichen Innenstadt bis nach Kesbern erstrecken.

Stadtbaurat Thorsten Grote lobte in seiner Eröffnungsrede das bisherige Engagement der Bürger und stellte fest, man habe schon viel bewegt und das Projekt sei sehr weit vorangeschritten. Oliver Bormann von „Yellow Z“, einer der beauftragten Berliner Agenturen, erläuterte die Vorgehensweise der Planer, die das Stadtgebiet für ihre Analysen in Teilräume gegliedert und nach Maßgabe des Forschungsstands betrachtet haben. „Gewerbegebiete werden 2040 nicht mehr aussehen wie in den 60er Jahren“, stellte er die beiden Enden des Spektrums heraus, in dem sich das Konzept bewegt. „Wir müssen Neues wagen, um der veränderten Demografie gerecht zu werden. Bei zukünftigen Bauplanungen sollten wir Folgen des Klimawandels wie Extremhitze und Starkregen berücksichtigen“, steckte er die Herausforderungen ab. Zu den großen Themen zähle in jedem Fall die Mobilität, die sich in Zukunft stärker verändern werde als bislang.

Simone Risse betonte, die Innenstadt müsse für alle Altersgruppen attraktiver werden und brauche innovative Einzelhandelsmodelle. Für die Innenstadt stellte sie die Großprojekte Schillerplatz, Alexanderhöhe und Digitaler Wissenscampus in ihrer Bedeutung für die Gesamtentwicklung heraus. Im nördlichen Bereich müssten Anstrengungen unternommen werden, die Anbindung des Bereichs Seilersee zu verbessern, auch mit Fuß- und Radwegen.

Ein Teil der Empfehlungen gilt mehr oder minder ortsteilübergreifend: Zu stark befahrene Straßen entlasten, Naturräume zugänglicher machen, Konflikte zwischen Gewerbe- und Wohnflächen auflösen, Baudenkmäler erhalten, Nachnutzung brachliegender Flächen und Gebäude finden. In der Innenstadt und Wermingsen warnen die Experten vor der so genannten Gentrifizierung, also der Verdrängung von Durchschnitts- und Geringverdienern durch Luxussanierungen von Wohnungen.

Die Stadtplaner haben sich am Wochenende dem Feedback der Werkstatt-Teilnehmer gestellt und laden dazu ein, weitere Hinweise auf meiniserlohn2040.de mitzuteilen. Auch im Iserlohner Norden und Westen wurde über die Zukunft diskutiert.

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