Denkmalschutz

Das Standardwerk Iserlohner Baudenkmäler

Sie freuen sich auf das Denkmal-Standardwerk für Iserlohn (v. li.): Dr. Jörg Niemer, Dr. Michael Huyer, Dr. Holger Mertens, Thorsten Grothe sowie Matthias Wehner und Gabriele Bilke als städtische Denkmalpfleger.

Sie freuen sich auf das Denkmal-Standardwerk für Iserlohn (v. li.): Dr. Jörg Niemer, Dr. Michael Huyer, Dr. Holger Mertens, Thorsten Grothe sowie Matthias Wehner und Gabriele Bilke als städtische Denkmalpfleger.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  Ende 2022 soll die „Denkmaltopograhie“ für Iserlohn herauskommen – ein Werk für Bürger und Fachleute.

Für dieses Projekt ist Kunsthistoriker Dr. Jörg Niemer eigens nach Iserlohn gezogen. Acht Minuten braucht er zu Fuß von seinem neuen Wohnsitz am Bömbergring ins Rathaus II, wo er für rund zwei Jahre seinen Arbeitsplatz beziehen wird. Niemer ist der Hauptautor der geplanten „Denkmaltopographie“ für Iserlohn, einem umfassenden Werk, das in Zusammenwirken von Stadt und Denkmalamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erstellt wird.

Am Ende des Projektes, also gegen Ende des Jahres 2022, erscheint dann die umfangreiche Denkmaldokumentation erreichen, ein umfangreiches Werk mit vielen hundert Seiten, das Bestandteil einer bundesweiten Reihe von über 200 Bänden wird. Für Westfalen-Lippe ist der Iserlohner Band erst das dritte derart umfangreiche Werk, das vom LWL in der Reihe „Denkmäler in Westfalen“ veröffentlicht wird. In Warburg (2015) und Paderborn (2018) haben sich vergleichbare Werke zu wahren Verkaufsschlagern entwickelt, berichteten Vertreter des LWL im Iserlohner Rathaus II, wo der Projektstart am Donnerstag bekanntgegeben wurde.

Dass sich das geplante Standardwerk über tatsächlich alle Baudenkmäler in Iserlohn zu einem ideale Weihnachtsgeschenk für Heimatfreunde entwickeln wird, gilt als erfreulicher Nebeneffekt. Das Buch soll den Schatz der der denkmalgeschützten Iserlohner Architektur für die Fachöffentlichkeit ebenso dokumentieren wie für die Bürgerinnen und Bürger, wie Dr. Holger Mertens, Leiter des Denkmalamtes beim LWL deutlich macht. Die Denkmaltopographie eröffne „neue Horizonte“ und sei von einem „Aha-Effekt“ begleitet. Iserlohn habe sich mit seinem Wunsch, ein solches Werk vom LWL zu erhalten, erfolgreich vor anderen interessierten Städten positionieren können.

Dr. Michael Huyer, Referatsleiter beim LWL und konkret mit dem Buchprojekt befasst, erläutert den Aufbau. Das Werk wird „als Herzstück“ einen Katalog aller Iserlohner Baudenkmäler beinhalten, alphabetisch nach Straßennamen sortiert, mit einzelnen Texten und aktuellen, also neuen Bildern. Hinzu kommen ein umfangreicher Vorspann zur Stadtgeschichte und zur erdgeschichtlichen Einordnung des Raumes, außerdem Kartenmaterial. „Es soll in allgemeinverständlicher Sprache gehalten sein“, verspricht Huyer.

Vielfältige architektonische Spuren aus der Kaiserzeit

„Mich fasziniert vor allem der große und auch sehr sichtbare Bestand kaiserzeitlicher Architektur“, erläutert Hauptautor Jörg Niemer, der bereits jede Menge Eindrücke in Iserlohn gesammelt hat. Mit dem Hinweis auf „Kaiserreich pur aus westfälischer Sicht“, charakterisiert er bestimmte Bereiche der Stadt, spricht von Gründerzeit und Jugendstil in all ihren Facetten. Niemer stammt aus Rheine und hat dort bereits ein ähnlich umfangreiches Projekt erfolgreich umgesetzt. Stadt und LWL hatten sich auf Niemer als Autor verständigt, auch die Kosten des Projektes teilen sich die Beteiligten. Der Verkauf wird eher nur die Kosten der Buchproduktion decken. Stadt und LWL geht es vor allem und eine aktuelle Datenbasis, die auch die zukünftige Arbeit im Bauressort der Stadt begleiten soll mit dem Ziel, „die vorhandene Bausubstanz zu erhalten“, wie Stadtbaurat Thorsten Grote betont.

Ganz praktisch wird sich der Autor auf der Basis der Denkmalliste und der Bauakten mit den Objekten beschäftigen, sich aber auch vor Ort ein Bild machen und auch Kontakt zu den Eigentümern und Bewohnern suchen. Referatsleiter Huyer freut sich darauf, Informationen aus erster Hand mit historischem Aktenwissen zu kombinieren.

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