Südliche Innenstadt

Daueraufgabe Denkmalschutz

Olaf Pestl (Mitte) führte durch die Baustelle des denkmalgeschützten Gebäudes Kissing & Möllmann.

Olaf Pestl (Mitte) führte durch die Baustelle des denkmalgeschützten Gebäudes Kissing & Möllmann.

Foto: Stefan Janke

Iserlohn.  Beim Tag es offenen Denkmals haben sich Hunderte Iserlohner über den Fortschritt bei Kissing & Möllmann informiert.

Dass viele Iserlohner beim „Tag des offenen Denkmals“ die Einladung annehmen würden, um sich die ersten Fortschritte beim Großprojekt „Kissing & Möllmann“ anzusehen, war für Olaf Pestl und sein Team am Sonntagmorgen keine wirkliche Überraschung. Dass aber eine zusätzliche Führung durch den riesigen Komplex und ein weiterer Vortrag erforderlich waren, um die enorme Wissensnachfrage zu befriedigen, kam auch für die Gastgebenden überraschend.

Nicht minder erstaunt waren die gut 200 Interessierten über die Entwicklung an der Oberen Mühle. Ist es gefühlt nicht lange her, als das Gebäude wegen fehlender Brandschutzmaßnahmen geräumt werden musste, die „IGW Spezial Immobilien GmbH“ neue Inhaberin wurde und die Handwerker eingezogen sind. „Ja, wir sind recht schnell“, stimmt Olaf Pestl zu, man arbeite sowohl finanziell als auch von der „Manpower“ her am Limit.

Raum für Werkstätten, Gründer und Proberäume

Und das war schon deutlich zu sehen. Stecken die Räume im Mittelgeschoss der ehemaligen Fabrik noch in der Bauphase, so haben – wie berichtet – ehemalige Bewohner im Juli bereits wieder ihre Wohnungen beziehen können, nachdem als erster Schritt des Bauvorhabens eine Brandmeldeanlage im Gebäude und weitere Brandschutzmaßnahmen umgesetzt worden waren. Jetzt, so erklärt Olaf Pestl, werden die Räume hergerichtet, die die Stadt und die IGW selbst als Mieterinnen nutzen werden. „Zusätzlich bedienen wir weitere Mieter.“ Denn ob es nun um Lagerräume, kleinere Werkstätten oder Raum für Existenzgründer geht – die Nachfrage ist da. „Und es gibt auch Bands, die nach Proberäumen fragen“, sagt Pestl, der selbst begeistert ist, von der großartigen Entwicklung an der Oberen Mühle.

Dass Musik und Kultur hier schon einmal eine Heimat hatten, daran erinnerte musikalisch der „Werkschor Auerweg“ unter der Leitung von Ralf Tiemann mit seinen Songs. Denn der Chor selbst hatte es damals erleben müssen, wie sein Auftrittsort in der Fabrik kurz vor der Premiere eines neuen Programms dicht gemacht wurde – jetzt kann hier wieder Musik gemacht werden.

Und fotografiert wurde am Sonntag auch reichlich. Der Zauber und der Charme des 1860 erbauten Gebäudes packt den an Architektur interessierten Menschen. Und wen man auch fragte, das Erstaunen und die Begeisterung für das, was hier gerade aufgebaut wird, ist groß. Zu hoch aber, sagt Olaf Pestl, dürfe man die Erwartungen nicht stecken. Und ein Ende des Projektes „Kissing & Möllmann“ stellt der IGW-Chef ebenfalls nicht in Aussicht: „Das ist eine Daueraufgabe.“

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