Gesundheitstag

Dem Reizdarm-Syndrom auf der Spur

Dr. Richard Kampmann bringt mit seinem Team am Samstag zum Iserlohner Gesundheitstag auch Untersuchungsgeräte mit, um potenziellen Patienten Ängste zu nehmen.

Foto: Torsten Lehmann

Dr. Richard Kampmann bringt mit seinem Team am Samstag zum Iserlohner Gesundheitstag auch Untersuchungsgeräte mit, um potenziellen Patienten Ängste zu nehmen. Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.  Dr. Richard Kampmann vom Agaplesion Evangelischen Krankenhaus Bethanien erläutert beim 12. Iserlohner Gesundheitstag am Samstag, 11. November, in seinem Vortrag, woran es liegen kann, wenn der Bauch zwickt und keiner weiß warum.

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Es ist weit verbreitet, aber vielen trotzdem immer noch gar kein Begriff: das Reizdarm-Syndrom. „50 Prozent aller Menschen mit Bauchschmerzen leiden darunter“, sagt Dr. Richard Kampmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin/Gastroenterologie am Agaplesion Evangelischen Krankenhaus Bethanien.

Einer der Hauptgründe, warum es trotz vieler Betroffener nicht so bekannt ist: Die möglichen Symptome – Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung, fehlender Appetit oder Blähungen – treten zumeist nur zeitlich befristet ein oder zwei Tage lang auf. „Wenn es einem dann wieder besser geht, sucht man keinen Arzt mehr auf.“

Was man aber lieber tun sollte, denn wenn die Beschwerden über einen Zeitraum von drei Monaten mindestens einmal in der Woche wiederkommen, könnte es sich um die chronische, (noch) nicht heilbare, aber zu lindernde Erkrankung handeln. „Könnte, denn die Symptome können natürlich auch andere Ursachen haben, die es erst einmal auszuschließen gilt, und nur auf diese Weise lässt sich das Reizdarm-Syndrom auch diagnostizieren“, erläutert Dr. Kampmann. Was aber eben nicht ganz so einfach sei.

„Wenn der Bauch zwickt und keiner weiß warum“ hat der Gastroenterologe dann auch seinen Vortrag betitelt, den er am Samstag, 11. November, beim 12. Iserlohner Gesundheitstag um 14 Uhr im Großen Haus des Parktheaters halten wird. „Eine völlig diffuse Kaskade an Untersuchungen“ würden Betroffene oftmals über sich ergehen lassen. „Und als Ergebnis hören sie dann immer nur: Da ist nichts.“ Aber auch ohne sichtbare organische Ursachen gebe es noch mannigfaltig andere, die die Beschwerden auslösen könnten, wie beispielsweise Infektionen, Störungen in der Darmflora, falsches Essverhalten oder auch psychischer Gründe wie Stress oder Ärger, die die Symptome noch verstärken können.

Damit unnötige doppelte Untersuchungen vermieden werden, wird Dr. Kampmann in seinem Vortrag unter anderem erklären, wie am besten bei der Ausschlussdiagnostik vorgegangen werden sollte. Die Untersuchungen seien allesamt auch ambulant möglich, allerdings biete sich ein stationärer Aufenthalt an, um in kurzer Zeit möglichst schnell dem Reizdarm-Syndrom auf die Spur zu kommen. Betroffen sind übrigens zu zwei Dritteln Frauen, und schon Jugendliche können darunter leiden, und das auch schon genauso heftig. „Bisweilen haben die Patienten das Gefühl, als wäre ihr Darm wie zwei mit Vollgas aufeinander zurasende Züge“, sagt Dr. Kampmann.

Den 54-Jährigen begleitet die Erkrankung und die Suche danach schon sein ganzes Berufsleben. Der Essener, der in Düsseldorf studiert hat, war unter anderem in Neuss, Mülheim und bis vor gut einem Jahr als Leitender Oberarzt im St.-Marien-Hospital in Bottrop tätig. Über einen Headhunter kam er ins Agaplesion Evangelische Krankenhaus Bethanien, wo die Gastroenterologie, also die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse, komplett neu aufgestellt, mit neuen Räumlichkeiten und modernsten Geräten ausgestattet wurde.

Genutzt wird der Bereich auch vom Medizinischen Versorgungszen­trum Mark-Ruhr, das in selber Trägerschaft auf der anderen Straßenseite seinen Sitz hat. Jeden Nachmittag, gut zwölf Stunden pro Woche, hilft Dr. Kampmann dort ambulanten Patienten, unter anderem beim Reizdarm-Syndrom.

Die weiteren Vorträge beim 12. Iserlohner Gesundheitstag

10.15 Uhr Prof. Dr. Helmut Heseker, Universität Paderborn und Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): „Gut und gesund essen und trinken – worauf es wirklich ankommt!“

11.30 Uhr Dr. Axel Bünemann, St.-Elisabeth-Hospital: „Ernährung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Kann das auch lecker sein?“

12.45 Uhr Dr. Joachim Dehnst, Paracelsus-Klinik Hemer: „Wenn die Schilddrüse verrückt spielt

15.15 Uhr Svenja Schweizer, Qualitätszirkel Ernährung Märkischer Kreis/Dortmund: „Neues zum Thema Cholesterin & Co – wichtige Erkenntnisse aus der Ernährungswissenschaft rehabilitieren Fett und Ei“

16.15 Uhr Prof. Dr. Tillmann Supprian, LVR Klinikum der Uni Düsseldorf: „Warum ist Frühdiagnostik bei Demenzerkrankungen sinnvoll?“

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