Kirche

Dem Wunsch nach Frieden ein Gesicht geben

Die Vertreter des „Runden Tisches der Religionen“ und der Stadt Iserlohn haben am  Mittwoch den Friedensmahner vor dem Rathaus enthüllt.

Die Vertreter des „Runden Tisches der Religionen“ und der Stadt Iserlohn haben am Mittwoch den Friedensmahner vor dem Rathaus enthüllt.

Foto: IKZ

Iserlohn.   Der „Runde Tisch der Religionen“ enthüllt vor dem Iserlohner Rathaus einen Friedensmahner.

Frieden ist ein großes Wort, und der Weltfrieden wird vermutlich nicht in den nächsten Jahren in Iserlohn ausgerufen. Die Vielzahl der kriegerischen Auseinandersetzungen, die derzeit toben, trübt vielmehr die Aussicht auf Frieden zwischen Kulturen und Religionen. „Wer den Frieden will, muss ihn aber vorbereiten“, erklärte Superintendentin Martina Espelöer am Mittwochabend. Der Dialog zwischen den Kulturen und Nationalitäten sei durch nichts zu ersetzen. Und dieser Dialog werde in Iserlohn gepflegt. Als sichtbares Symbol für diesen Dialog und als deutliches Zeichen für das Eintreten für Frieden hier vor Ort wurde am Mittwoch direkt vor dem Iserlohner Rathaus auf Initiative des vor einem Jahr gegründeten „Runden Tisches der Religion“ und unter großer Anteilnahme aus allen Religionsgemeinschaften, der Iserlohner Politik und Verwaltung sowie vieler für den Frieden kämpfender Gruppen ein Friedensmahner enthüllt.

Der Friedensmahner – obwohl vom Iserlohner Kunsttischler Konrad Horsch gestaltet und mit dem Friedensgruß in den acht in Iserlohn am häufigsten vertretenen Sprachen beschriftet – ist bei weitem kein Unikat. Die Idee, mit einer solchen Stehle dem Wunsch nach Frieden ein Gesicht zu geben, ist längst zu einem weltweiten Selbstläufer geworden, der auf eine Aktion des Kamener Pfarrers Meinolf Wacker zurückgeht. Wacker, der am Mittwoch an der Iserlohner Enthüllung teilnahm, erinnerte in einer bewegenden Rede an den Ursprung der Initiative. Anfang der 90er Jahre hatte er das zerstörte Sarajevo besucht und dort in den Trümmern eine solche Stehle gesehen, auf der schlicht das Wort „Frieden“ stand. Ein einschneidendes Ereignis, das dazu führte, dass dank seines Einsatzes inzwischen mehr als 700 Friedensmahner weltweit dem Wunsch nach Frieden ein Gesicht geben. Zuletzt hat er auch in Auschwitz einen Mahner enthüllt.

Auch Wacker betonte, dass man das große Anliegen Frieden herunter brechen müsse, und im Kleinen anfangen und vom Frieden erzählen müsse.

Ein Stachel im Fleisch,der schmerzt

Martina Espelöer als Initiatorin des „Runden Tisches der Religionen“, dem die christlichen Kirchen, die Jüdische Kultusgemeinde Hagen, die muslimischen Gemeinden, die asiatischen Religionen und der Integrationsrat der Stadt Iserlohn angehören, griff diesen Gedanken auf. Der Mahner solle beim Betrachten angesichts der großen Krisenherde der Welt zwar auch ein „Stachel im Fleisch sein, der schmerzt“. Vor allem solle er aber ein Ort der Inspiration sein und die Menschen daran erinnern, im täglichen Miteinander, in den sozialen Netzwerken, an den Stammtischen, in Gemeinden, in Vereinen und Familien aufmerksam füreinander zu sein.

Auch Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, der in seiner Begrüßung die Initiative des „Runden Tisches der Religionen“ lobte, schlug den Bogen vom Frieden in der Welt nach Iserlohn, wo er seine Amtszeit von Beginn an unter das Motto „Gemeinsam eine Stadt“ gestellt habe. „Nur so können wir in Frieden miteinander leben.“

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