Gesundheitstag

Demenzerkrankungen möglichst frühzeitig diagnostizieren

Iserlohn.   Warum eine frühzeitige Diagnostik von Demenzerkrankungen sinnvoll ist, erklärt Prof. Dr. Tillmann Supprian von der Uni-Klinik Düsseldorf am Samstag auf dem 12. Iserlohner Gesundheitstag.

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Wenn Blutdruck-Messungen oder die Bestimmung des Zuckers im Blut angeboten wird, so wie es auch am Samstag, 11. November, beim 12. Iserlohner Gesundheitstag von 10 bis 17 Uhr im Parktheater wieder der Fall ist, zögern die Menschen nicht lange.

Gerne nehmen sie das in Anspruch und möchten wissen, ob alles bei ihnen in Ordnung ist. „Im Falle von möglichen Demenzerkrankungen ist das leider nicht so“, sagt Prof. Dr. Tillmann Supprian, Leiter der Abteilung Gerontopsychiatrie des LVR-Klinikums der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Da regiert die Angst vor der Untersuchung: „Hoffentlich finden die nichts bei mir. Ich möchte es lieber gar nicht wissen.“ So lauten typische Einstellungen. Oft auch aus dem Irrglauben heraus, dass man gegen die Erkrankung ja dann sowieso nichts machen könne.

„Richtig ist, dass wir die Ursache, die Eiweißablagerungen im Gehirn, derzeit noch nicht beheben können“, räumt der Chefarzt ein. „Aber der Verlauf von Demenzerkrankungen lässt sich verzögern, und mögliche Verhaltensstörungen lassen sich auch positiv behandeln.“ Die Frühdiagnostik bei Demenzerkrankungen, über die der stellvertretende Ärztliche Direktor des Klinikums in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), am Samstag bei seinem Vortrag um 16.15 Uhr im Großen Haus des Parktheaters sprechen wird, sei noch aus einem weiteren wichtigen Grund sehr sinnvoll: „Nicht jede Gedächtnisstörung ist gleich Alzheimer oder eine andere Demenzerkrankung.“ Auch Vitaminmangel, Depressionen oder beispielsweise der Normaldruckhydrozephalus, bei dem es zu einer Druckerhöhung im Gehirn kommt, können die Ursache für Vergesslichkeit oder andere Störungen sein. Und die ließen sich sehr wohl medikamentös oder notfalls operativ beseitigen.

Während die Patienten in der Gerontopsychiatrie in der Regel über 65 Jahre alt seien, könnten natürlich auch Jüngere Probleme mit ihrem Gedächtnis haben, beispielsweise bedingt durch Stress im Beruf, was aber dann anders als die unumkehrbare Demenz mit Abklingen der Ursache auch von selbst wieder verschwinde. Bei der subjektiven Einschätzung von Gedächtnisstörungen sollte man indes immer den Vergleich mit Gleichaltrigen suchen. „Müsste ich das nicht auch so können und behalten?“ Auffälligkeiten könnten dann bei niedergelassenen Neurologen oder in den so genannten Gedächtnissprechstunden der Kliniken abgeklärt werden.

Medizinische Zusammenhänge allgemein verständlich vermitteln

„Allerdings gibt es aufgrund der gestiegenen Anzahl an Betroffenen fast überall eine Wartezeit“, sagt Prof. Dr. Supprian. Vor zwölf Jahren übernahm der gebürtige Hamburger, der in seiner Heimatstadt studierte, in Würzburg seine Facharzt-Ausbildung machte und anschließend an der Uni-Klinik des Saarlandes in Homburg habilitierte, die Chefarzt-Stelle im LVR-Klinikum Düsseldorf, dem psychiatrischen Bereich der Uni-Klinik mit eigenem Standort im Stadtteil Ludenberg. Bei seinem Vortrag am Samstag ist es dem Professor für Psychiatrie und Psychotherapie wichtig, die medizinischen Zusammenhänge allgemein verständlich zu vermitteln, um auch auf diese Weise die Angst vor der Untersuchung zu nehmen.

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