Schützenvereine

„Der emotionale Schaden ist viel höher“

Die Coronakrise wird wohl auch Auswirkungen auf die Schützenfeste - hier in Drüpplingsen - haben

Die Coronakrise wird wohl auch Auswirkungen auf die Schützenfeste - hier in Drüpplingsen - haben

Foto: Christian Penn / IKZ

Sümmern/Drüpplingsen.  Auch beim BSV Drüpplingsen und bei den St. Sebastian-Schützen Sümmern überwiegt derzeit Skepsis. Doch das Menschliche geht vor

Der BSV Drüpplingsen und auch die Bruderschaft St. Sebastian aus Sümmern sind einerseits, klar, Schützenvereine, andererseits aber auch, und das ist dieser Tage wohl entscheidend: Bürgervereine. Und so trifft die Coronakrise beide hart und hat Auswirkungen weit über die anstehenden Schützenfeste und deren mögliche Absage hinaus.

„Der finanzielle Schaden wäre schon hoch, aber der emotionale Schaden ist viel höher“, sagt Rainer Lewe, 1. Vorsitzender beim BSV. Auch Michael Hilker, Vorsitzender bei den Schützen in Sümmern, setzt angesichts der Krise Prioritäten: „Wir haben nur die eine Chance, jetzt zu handeln.“ Das Vereinsleben müsse hintenanstehen und sei komplett „auf Null“ gefahren, wie beide unabhängig voneinander erklären.

Mehr noch als den Kollegen aus Sümmern läuft den Schützen in Drüpplingsen die Zeit davon. Ihr Fest ist bereits vom 5. bis zum 8. Juni angesetzt. Security, Bands, Stände, Getränke: „Unser Fest steht“, erzählt Rainer Lewe. Anfang oder Mitte April, schätzt der BSV-Vorsitzende, werde es eine Entscheidung geben, ob gefeiert werden kann. „Wir können es noch nicht absehen“, sagt er.

Modalitäten einer Absage werden geprüft

Ohne sich festlegen zu wollen, setzt sich der BSV-Vorstand natürlich trotzdem gedanklich bereits mit den Modalitäten einer Absage auseinander. „Wir suchen einvernehmliche Lösungen.“ Zuletzt wurde die Fahrt zum Bockbierabend zu den Schützen ins bayrische Rückholz abgesagt, ebenso sämtliche anderen Veranstaltungen zunächst bis Ende April. Osterfeuer, Schnadegänge, Vorstandssitzungen, Schießübungen, und und und. „Alle sind zu Hause, keiner geht raus.“ Ein Abhandenkommen sämtlicher Geselligkeit – „dabei sind doch Schützenvereine auch entstanden, um die Gemeinschaft zu fördern“.

Noch etwas mehr Zeit als den Drüpplingsern bleibt den Schützen in Sümmern. Ihr Fest soll von 24. bis zum 27. Juli steigen. „Wir feiern nur, wenn wirklich alles passt“, sagt Michael Hilker. Dabei ginge es auch um eine Vorbildfunktion als Verein. „Der Entscheidung der Landesregierung schließen wir uns natürlich vollumfänglich an.“

Die Verträge mit den Kapellen, Bands, Tanzmusik und weiteres sind natürlich auch in Sümmern längst abgeschlossen. „Wir müssen schauen, wie wir da rauskommen“, sagt Hilker, ohne damit auf eine mögliche Absage zu zielen. „Das wäre Kaffeesatzleserei.“

Um eine Entscheidung zu treffen, verbleibe noch Zeit, sagte der Vereinsvorsitzende. „Sechs bis acht Wochen Vorlauf“, so schätzt er, brauche man. Bedeutet: Eine Entscheidung müsste möglichst bis Mitte Juni fallen, vielleicht noch ein bisschen später.

Auch in Sümmern sind zunächst bis Ende April alle Veranstaltungen abgesagt. Die Schützenhalle ist derzeit quasi verwaist. Zuletzt wurde einer Hochzeitsgesellschaft die Nutzung verwehrt. Für den Verein bedeutet das natürlich Verluste. Auch angesichts der aktuellen Lage, in der anderes zähle, möchte Michael Hilker über Finanzen aber nicht sprechen.

Rainer Lewe selbst arbeitet derzeit im Homeoffice, Michael Hilker in seinem Architekten-Büro, wo man die Sitzmöbel auf zweieinhalb Meter Abstand gestellt hat.

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