Campus-Symposium

„Der Grund für den Erfolg? Unser Teamgeist“

Das Logo für die zehnte Auflage steht schon mal, die Redner- und Gästeliste füllt sich beständig. Christoph Neumann sieht sich und sein Campus Symposium-Team 2018 gut im Plan

Das Logo für die zehnte Auflage steht schon mal, die Redner- und Gästeliste füllt sich beständig. Christoph Neumann sieht sich und sein Campus Symposium-Team 2018 gut im Plan

Foto: Thomas Reunert

Iserlohn.   Christoph Neumann weiß um die nächsten Symposium-Hürden – und freut sich sogar drauf

Noch steht hinter einigen Namen im vorläufigen, angedachten Programmablauf des „10. Campus Symposiums“ der Hinweis „angefragt“. Noch diskutieren die jungen Leute des Orga-Teams in diesen Tagen immer wieder mögliche Spannungs- und Themenbögen, die am Donnerstag, 6., und Freitag, 7. September, die Gäste interessieren, in ihren Bann ziehen und begeistern sollen. Und noch ist natürlich auch noch kein Zeltanker in den Wiesen-Boden des Edelhoff-Geländes am Hellweg zwischen Dortmunder Straße und Dröschede geschlagen worden. Dennoch ist die Eieruhr der Vorbereitungen für die Neuauflage bereits umgedreht, nimmt die heiße Phase langsam aber sicher Fahrt auf. Zeit also für ein Stand-Gespräch mit dem neuen Symposium-Chef Christoph Neumann.

Herr Neumann, Sie sind bei der zehnten Auflage des Campus Symposiums erstmals verantwortlicher Organisations-Chef. Sind Sie mit Ihren Vorbereitungen im Zeitplan?

Das auf jeden Fall. Wir haben früh angefangen. Der Übergang von Matthias Thelen zu mir ist ja jetzt schon über ein Jahr her und vorher hat das alte Team auch noch mit ins Rad gegriffen. Bei der Referenten-Akquise, beim Thema Sponsoring, aber eben auch bei allen Themen sind wir im Zeitplan.

„Wir“ heißt heute?

Wir sind derzeit ein 20-köpfiges Team von Studenten der ISM in Dortmund. Viele schreiben gerade noch die letzten Klausuren und dann beginnt tatsächlich die heiße Phase im Juni und Juli.

Nun ist die Idee des Campus Symposiums ursächlich mal auf dem Campus der damaligen BiTS am Seilersee entstanden. Wie erklärt sich, dass eine Hochschule wie die ISM in Dortmund heute so begeistert in die Organisation einsteigt?

Das erklärt sich wohl aus dem Geist des Campus Symposiums. Ich glaube nicht, dass das so eng an den Geist der Hochschule gebunden war, sondern das war und ist immer noch ein studentisches Projekt. Es geht um die Begeisterung von jungen Menschen, etwas zu schaffen, was nicht alltäglich ist, nicht im Lehrplan steht. Natürlich geht es auch um Unterstützung durch die Hochschule, aber in erster Linie ist da eben dieses Team, das diese Veranstaltung baut.

Lockt das denn nicht auch andere Studenten an?

Natürlich kommt aktuell das Gros von der ISM, aber wir werden – wenn es ernst wird – auch Studenten der neuen GUS in Iserlohn, der Fachhochschule Südwestfalen und der Uni in Siegen dabeihaben. Auch die Campus Symposium Alumni, die inzwischen über die ganze Welt verteilt leben und arbeiten, bringen den studentischen Geist weiterhin in das Projekt ein.

Noch vor einiger Zeit musste man selbst in Iserlohn und in der näheren Umgebung dem einen oder anderen immer mal wieder erklären, was das Campus Symposium überhaupt ist. Welchen Sinn es hat. Glauben Sie, dass die Veranstaltung hier beziehungsweise auch vielleicht in Südwestfalen angekommen ist?

Absolut. Wir gehen jetzt ins zehnte Mal oder auch ins zwölfte Jahr. Und wenn wir heute zu Unternehmen der Region fahren, dann müssen wir das Symposium grundsätzlich nicht mehr erklären. Und auch weiter weg weiß man in den Chefetagen zumindest: Das ist doch diese Sache mit den Zelten und den berühmten Referenten. Da müssen wir dann in der Tat noch einige Erklärungen nachlegen. Aber wir merken deutlich, dass der Ruf und das Renommee des Symposiums im Laufe der Zeit deutlich gewachsen sind. Das gilt auch für die angefragten Referenten. Wenn die auf der Homepage sehen, wer schon alles da war, dann sind viele schnell mit dabei.

Verstehen heimische Unternehmer, dass so ein Projekt nur funktionieren kann, wenn sie dabei auf die eine oder andere Art mithelfen? Verdienen will und soll ja niemand an dem Projekt. Sind die Taschen und Portemonnaies weit geöffnet?

Die Taschen sind offen, aber nicht weit offen. Wir merken schon, dass wir die Idee immer genau erklären müssen und was den Unternehmen geboten wird. In Südwestfalen erleben wir allerdings eine breite Unterstützung. Hier hat man verstanden, dass weder die Studenten noch die neuen Gesellschafter etwas verdienen und dass unser Ziel lediglich die „schwarze Null“ ist. Sollte etwas überbleiben, fließt das sofort wieder in das Projekt. Trotzdem würde es uns natürlich freuen, wenn noch mehr Unternehmen dieses Campus Symposium zu „ihrem“ machen, zum Campus Symposium der südwestfälischen Region. Es nutzen würden, diese Region mit ihren Weltmarktführern noch offensiver nach außen zu tragen.

Reden wir mal kurz über das Gagen-Thema. Man staunt nicht schlecht, welche Summen zum Teil selbst B- oder C-Polit- oder Wirtschafts-Promis aufrufen, wenn man Sie um den Besuch oder ans Rednerpult bittet. Aber bei solchen Summen verzichten Sie doch eher dankend, oder?

Das ist so. Gerade auch von amerikanischen Agenturen werden leicht mal sechsstellige Summen in den Raum geworfen, aber da verzichten wir. Wir suchen lieber nach Referenten, auch nach hochwertigen Referenten, die hinter unserer studentischen Idee stehen.

Noch einmal zu den Unternehmern, die fördern und Eintrittskarten kaufen sollen. Ihre Botschaft an sie lautet ja, dass man das Campus Symposium nicht unbedingt nur als Unterhaltungsveranstaltung sehen, sondern eben auch den Fortbildungsgedanken nicht unterschätzen sollte. Und damit erklären Sie natürlich auch im Ansatz die doch recht strammen Eintrittspreise, die den Normalbürger vielleicht auch abschrecken.

Das müssen wir in der Tat abwägen. Beim diesjährigen Thema „Digitalisierung“ sehen wir das schon programmatisch als ein Stück Fortbildung. Wir haben hochkarätige Experten, die antreten, um aus den Unternehmen gesandte Fach- und Führungskräfte in den zwei Tagen fit zu machen. Externe Lehrgänge sind deutlich teurer. Und auch beim Thema Netzwerken ist ja der Nutzen klar zu erkennen.

Junge Unternehmer schlucken bei den Preisen trotzdem.

Dafür werden wir in diesem Jahr erstmals für junge Unternehmen, die noch keine zwei Jahre am Markt sind, Start-up-Stipendien vergeben, die einen deutlich reduzierten Kartenpreis beinhalten.

Sie waren zunächst als Student und später als Mitglied im Orga-Team bei vielen Veranstaltungen bereits dabei. Was ist im vorläufigen Rückblick Ihr wohl prägendstes Erlebnis?

Das ist schwer. Für mich waren das eigentlich gar nicht immer die Hauptreferenten, für mich waren das mehr unsere – wie wir sagen – Campus-Symposium-Momente. Davon gibt es besonders in der Vorbereitungszeit reichlich. Das sind Momente, in den wir merken, dass wir etwas völlig Außergewöhnliches tun. Situationen, in die wir normalerweise gar nicht kommen würden. Die Gabelstaplerfahrt beim Zeltaufbau gehört dazu wie auch die Volunteers-Party, wenn alles geschafft ist. Wenn einem allerdings Gerhard Schröder die Hand gibt und sagt: Hey, stramme Leistung. Dann ist das auch schon gut.

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