Schleddenhof

Der ISSV fordert vom Rat Klarheit bis zum 1. April

Ob durch ein Parkhaus, eine Verlagerung des Autohauses Jürgens oder eine andere adäquate Lösung, sei dabei zweitrangig

Ob durch ein Parkhaus, eine Verlagerung des Autohauses Jürgens oder eine andere adäquate Lösung, sei dabei zweitrangig

Foto: Stefan Drees

Iserlohn.   Beim ISSV wird über ein Ende des Freibadbetriebes nachgedacht.

Eine geschlossene Eisdecke verhüllt derzeit noch das Hauptbecken des Freibades Schleddenhof – ein vergängliches Überbleibsel der vorangegangenen Frostperiode. Es könnte – sinnbildlich gesprochen – aber sein, dass die Temperaturen im Schleddenhof dauerhaft im Keller bleiben. Beim Iserlohn Schleddenhofer Schwimmverein (ISSV) als Betreiber des Freibades wachsen die Zweifel, ob die traditionsreiche Sport- und Freizeitstätte überhaupt noch eine Zukunft hat. Hintergrund ist die Parkplatzproblematik.

Nach Berechnungen des Vereins fallen durch den Bau der Gesamtschule und ihrer Erschließung im Umfeld des Schleddenhofes knapp 500 Stellplätze weg. Eine Existenzbedrohung für den Verein. Und ein Sterben auf Raten, so der ISSV-Vorstand im Gespräch mit unserer Zeitung, wolle man nicht mitmachen. Erwartet wird daher ein Beschluss des Rates, in dem verbindlich zugesagt wird, dass es für die wegfallenden Parkplätze eine Kompensation gibt. Bis zum 1. April wünschen sich die ISSV-Verantwortlichen eine solche Erklärung durch das Stadtparlament. Ob durch ein Parkhaus, eine Verlagerung des Autohauses Jürgens oder eine andere adäquate Lösung, das könne dann ja noch später festgelegt werden, wenn alle Fakten auf dem Tisch sind. Andernfalls sehe sich der ISSV-Vorstand gezwungen, den Betrieb des vereinseigenen Freibades einzustellen. Soll heißen: Am 1. Mai würden sich die Tore des Schleddenhofes nicht mehr wie gewohnt öffnen.

Normenkontrollantragwird zurückgezogen

Aber der Reihe nach: Die 1. Vorsitzende des ISSV, Stephanie Hennecke, berichtet von vielen Gesprächen in den letzten Jahren. „Dabei haben wir uns jegliche Mühe gegeben, eine vernünftige Lösung zu finden. Schließlich geht es hier ja um die Existenz des Vereins.“ Auch ISSV-Präsident Dr. Rainer Fiesel wünscht sich weiterhin „eine tragfähige Lösung“. Er erinnert daran, dass der damalige Baudezernent Mike-Sebastian Janke immer wieder versichert habe, dass das Parkhaus kommen werde. Es seien auch ergänzende Lösungen gesucht worden, beispielsweise, dass alternative Parkplätze auf der Wiese vor dem Felsköpfchen gebaut werden könnten. Auch, um der Stadt mehr Spielraum zu geben, die Wegeverbindung zwischen Parkplatz Eissporthalle und neuer Gesamtschule möglichst optimal gestalten zu können. Da, so Dr. Fiesel, habe es eine Zusage von Mike-Sebastian Janke gegeben. „Als Janke dann weg war, hat die Verwaltung erklärt, dass das so nicht möglich sei.“

Mitgliederbeiträge werden vorläufig nicht eingezogen

Als im Sommer 2018 im Rat die weiteren Planungen für ein Parkhaus ausgesetzt wurden, haben beim ISSV die Alarmglocken geläutet. Im August, so berichtet Stephanie Hennecke, habe es dann erneut ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden gegeben. Dabei sei die Zusage gemacht worden, dass es Anfang 2019 einen Beschluss über eine endgültige Lösung der Parkplatzproblematik geben werde. Irritiert, so Dr. Fiesel, sei man gewesen, als der neue Stadtbaurat Thorsten Grote im Januar in dieser Zeitung erklärt hatte, dass es bis Sommer dauern werde, der Politik beschlussreife Vorschläge unterbreiten zu können.

Unabhängig davon hat der ISSV mit der Stadt Iserlohn nun eine Nutzungsvereinbarung unterzeichnet, die es der Stadt ermöglicht, bei besagter Wegeverbindung zwischen Parkplatz Eissporthalle und Gesamtschule auch Vereinsgelände im Bereich des Seilers-Parkplatzes in Anspruch nehmen zu können – zunächst wird es sich dabei um eine Zwischenlösung handeln. Und weiterhin kündigen die ISSV-Verantwortlichen an, den im September beim Oberverwaltungsgericht Münster eingereichten Normenkontrollantrag zurückziehen zu wollen. So hätte der dem Gesamtschulprojekt zugrunde liegende Bebauungsplan juristisch untersucht werden können.

Dr. Rainer Fiesel wertet beide Schritte als klares Signal des Vereins, dass man weiterhin nach einer konstruktiven Lösung suche und gesprächsbereit sei. Umgekehrt aber auch die Fristsetzung bis zum 1. April. „Es fehlen immer noch klare Aussagen bezüglich einer endgültigen Lösung der Parkplatzpro­blematik“, sagt Florian Dahmen, beim ISSV Fachwart für juristische Belange. Präsident Dr. Fiesel hat große Sorgen, was die Zukunft des Schleddenhofes anbelangt. Wird man die Zeit, bis eine endgültige Lösung realisiert wäre, überhaupt überleben? Können Schwimmbadbesucher den Schleddenhof zum Saisonbeginn überhaupt erreichen, wenn die gesamte Eingangszone zum Schleddenhof eine Großbaustelle ist? Und auch die Übergangslösung in Sachen Parkplatz-Situation – unter anderem soll dem ISSV der verbleibende und dann beschrankte Mittelbereich des Parkplatzes Eissporthalle mit zur Verfügung stehen – bleibe brisant. An guten Sommertagen würden bis zu 1000 zahlende Freibadgäste kommen, dazu gesellen sich an solchen Tagen dann noch viele der weiterhin rund 1700 Vereinsmitglieder. Wie solle man da mit den nur rund 150 Stellplätzen zurechtkommen?

Der ISSV hat sich zu einem weiteren ungewöhnlichen Schritt entschieden: Der Einzug der Mitgliederbeiträge, normalerweise findet der im Februar statt, wird vorläufig ausgesetzt. Man könne nicht das Geld der Mitglieder kassieren, wenn überhaupt nicht klar sei, ob es eine Freibadsaison im Schleddenhof geben werde.

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