Sümmern, helau!

Der König feiert in Lack und Leder

Wenn der König in Lack und Leder und mit Strapsen auftritt, geht die närrische Post ab.

Foto: Max Winkler

Wenn der König in Lack und Leder und mit Strapsen auftritt, geht die närrische Post ab. Foto: Max Winkler

Sümmern.   Beim Karneval in der Sümmerner Schützenhalle blieb kein Auge trocken.

Auf der Hermannshöhe schossen die St.-Sebastian-Schützen bei ihrer karnevalistischen Kult-Show am Samstag aus allen Rohren: Mit knallenden Konfetti-Kanonen feierten sie eine Party, bei der die Wände, Tische und Bänke wackelten. Die erste Kompanie hatte die Halle stilecht dekoriert und sorgte für eine reibungslose Getränkeversorgung.

Lachende Bienen und Blumenmädchen, tanzende Clowns, klatschende Engel, schunkelnde Piraten. Putzfrauen schwenkten bunte Staubwedel, Polizisten präsentieren ihre Handschellen, Hausmeister ihre Wackeldackel. Die Königspaare mit ihren Hofstaaten und die Kompanien boten dem ausgelassenen Karnevalsvergnügen auf der Hermannshöhe ein knalliges Programm in verwegenen Kostümierungen.

Die frivole Party-Truppebot eine „geile“ Show

Nach dem „Mainzer Narrhalla-Marsch“ der „Tanztourbine“ aus Menden zur Einstimmung starteten sie mit einem Knaller durch, der Rocky-Horror-Picture Show. „Ein sensationeller Auftritt“, befand Conférencier Robin Trompetter angesichts der frivol entfesselten Party-Truppe um König Thomas Will und Simone Freiburg, die mit ihrem Gefolge eine – wie alle meinten – „geile“ Show abzogen. Der König in Lack und Leder mit Strapsen, so etwas hatte Sümmern noch nicht gesehen. „Sümmern, helau! Hermannshöhe, helau! König Thomas, helau! Hofstaat, helau!“ Mit diesen Rufen forderte das närrische Volk eine Zugabe aus dem verrückten Rock-Musical. Dazu flogen Toilettenpapier-Rollen auf die Bühne.

Daran schlossen sich Jungschützenkönig Philipp Salewski und Königin Lina Claaßen mit ihrem Hofstaat an, die die wilden 80er Jahre mit tänzerischen Einlagen im Stile Michael Jacksons wieder auferstehen ließen.

Die „Tanztourbine“ und ihre Funkenmariechen rissen zwischendurch die Narren immer wieder mit und steckten sie mit ihrem „Musikfieber“ an.

Die erste Kompanie ritt in ihren wechselnden Kostümen voll auf der Schlagerwelle, während das Männerballett mit lustigen Tanzeinlagen die Lacher auf seiner Seite hatte. Die Narren sangen immer wieder Ohrwürmer wie „Schützenliesel“, „Die Hände zum Himmel“ und ein „Hoch auf uns!“ mit. Die rassigen „Hupfdohlen“-Nummern der vierten Kompanie setzten mit spanischen Folkloredarbietungen weitere humoristische Glanzlicher („Auf in den Kampf, die Schwiegermutter naht“ mit Rollator). „Sümmern verneigt sich vor den Hupfdohlen“ animierte der Moderator das Publikum zu weiteren Beifallsbekundungen.

Sportlich gab sich die dritte Kompanie mit „Henry Maskes letztem Kampf“. Das grandiose Finale läutete die zweite Kompanie mit ihrer „Malleparty“ ein. „Halligalli, vorwärts! Halligalli rückwärts!“ Moderator Robin Trompetter animierte das Publikum immer wieder zum ausgelassenen Mitfeiern. Das ließen sich die Narren nicht zweimal sagen, die auf Tischen und Bänken tanzten, dass die Schwarte krachte.

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