Duloh

Der Schäfer, die Hunde, der Ärger

Schäfer Peter Kuhlmann auf dem Duloh. Die Familie des 63-Jährigen pachtet die Flächen für die Schafzucht seit immerhin 45 Jahren. Immer wieder haben Hunde auch Schafe aus Kuhlmanns Herde gerissen.

Schäfer Peter Kuhlmann auf dem Duloh. Die Familie des 63-Jährigen pachtet die Flächen für die Schafzucht seit immerhin 45 Jahren. Immer wieder haben Hunde auch Schafe aus Kuhlmanns Herde gerissen.

Foto: Carolin Meffert

Iserlohn/Hemer.   Auf dem Duloh müssten Vierbeiner auf Iserlohner Gebiet angeleint sein. „Sind sie aber oft nicht“, sagt Schäfer Peter Kuhlmann.

Der Duloh ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, die ihre Hunde dort auch frei laufen lassen. Für Wanderschäfer Peter Kuhlmann, der den Duloh für seine Schafsherde pachtet, sind sie oft ein Ärgernis. In dieser Woche ist passiert, was niemals passieren sollte – der Schäfer hat einen freilaufenden Hund überfahren. „Ein Unfall“, sagt er. „Eine absichtliche Tat“, behauptet Ute Donovan, die sich an die Redaktion der Heimatzeitung gewandt hat.

Konfliktgeladen sei das Verhältnis zwischen den Hundefreunden, die ihre Vierbeiner hier oben Gassi führen, und Schäfer Kuhlmann schon oft gewesen. Im Duloh müssen die Tiere eigentlich sicher angeleint sein, denn auf Iserlohner Terrain ist die Gegend ein Naturschutzgebiet.

„Der Schäfer muss weg,ich habe es kommen sehen“

„Zu viele halten sich leider nicht daran“, beklagt der Schäfer, dessen Familie hier oben seit 45 Jahren die Flächen für Schafsherden pachtet. Immer wieder haben freilaufende Hunde auch Schafe gerissen. „Zum Glück seit drei Jahren nicht mehr“, sagt Peter Kuhlmann.

Ute Donovan, deren Freundin den Tod ihres Golden Retrievers „Samu“ nach dem Unfall mit dem Geländewagen des Schäfers in dieser Woche beklagt, will den Mann nicht mehr auf dem Duloh sehen. „Der Schäfer muss weg. Schon lange haben wir es kommen sehen, jetzt ist es passiert. Er war mal wieder viel zu schnell mit seinem Geländewagen unterwegs.“ So sei der Hund zu Tode gekommen. „Die beiden völlig entsetzten Frauen, die mit dem Hund unterwegs waren, schrie er dann auch noch an“, behauptet Leserin Ute Donovan.

Silvya Gawryolek war vor Ort, als Samu, der Hund ihrer Bekannten, unter das Auto des Schäfers geriet. Laut ihrer Aussage nehmen sie und ihre Bekannte die Hunde immer an die Leine, sollte sich eine Gefahrensituation andeuten. Die Schafsherde hatten sie an diesem Nachmittag aufgrund des hohen Grases übersehen. „Samu lief uns voraus. Er hat mit Bellen auf das sich nähernde Auto reagiert.“

Die zwei Frauen versuchten, den Hund zurückzurufen und rannten los. „Der Schäfer hätte den Hund wahrnehmen müssen. Er ist viel zu schnell den Hügel heruntergefahren und hat erst gebremst, als er den Hund frontal überfahren hat“, sagt Silvya Gawryolek. Der Schäfer sei daraufhin ausgestiegen und habe die Frauen angeschrien, weil der Hund nicht angeleint gewesen sei. „Ich muss ihm aber zugestehen, dass er schnell reagiert hat und den Tierarzt Dr. Wolfgang Sülberg kontaktiert und in die Praxis gebracht hat“, fügt sie hinzu.

„Ich habe die Frauengar nicht angeschrien“

Ganz anders hat Schäfer Peter Kuhlmann die Situation erlebt. „Ich war mit einem Kollegen in meinem Geländewagen im Duloh unterwegs, als mir der freilaufende Hund seitlich unter das hintere Rad rannte.“ Erst einige Minuten später sei die Besitzerin mit einer Bekannten und einem weiteren freilaufenden Hund an der Unfallstelle angelangt. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärt Peter Kuhlmann: „Es tut mir unendlich leid, dass ich den Hund überfahren habe. Ich habe ihn zu spät gesehen und konnte nicht schnell genug reagieren.“ Die Frauen habe er aber nicht angeschrien.

Jetzt steht Aussage gegen Aussage, Samu ist tot. „Wenn sich alle an die Regeln halten würden, gäbe es sicher auch keinen Ärger“, sagt Peter Kuhlmann.

Leserkommentare (4) Kommentar schreiben