IBSV

Die „Crème de la Crème“ der Kutschen

Im Glas-Landauer von Frank Schellhase genossen Rosemarie Kirchhardt (re.) und ihre Tochter Cornelia Menz die Fahrt im Festzug.

Im Glas-Landauer von Frank Schellhase genossen Rosemarie Kirchhardt (re.) und ihre Tochter Cornelia Menz die Fahrt im Festzug.

Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.  Rosemarie Kirchhardt und Cornelia Menz genossen die Fahrt auf Einladung des IKZ und des IBSV in einem besonderen Gefährt.

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Für Rosemarie Kirchhardt erfüllte sich am Sonntagnachmittag ein ganz großer Wunsch, ja ein Traum: Die 78-jährige Gerlingserin saß zusammen mit ihrer Tochter Cornelia Menz in der IKZ/IBSV-Gewinner-Kutsche und genoss sichtlich die Fahrt im Festzug.

„Den hat sich meine Mutter immer gerne angeschaut. Das kann sie aber leider seit vier Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so“, erklärte Cornelia Menz, die deswegen auch ihre Mutter in der Bewerbung um die Kutschplätze vorgeschlagen hatte. „Denn meine Mutter ist für mich neben meinem Mann, unseren Kindern und den beiden Enkeln der wichtigste Mensch in meinem Leben“, sagt die Hemeranerin, die gebürtig vom Nußberg stammt und ihrer Heimatstadt immer noch eng verbunden ist.

Hochklappbare Glasscheiben sorgen für Papamobil-Feeling

Wie übrigens auch die ganze Familie mit dem Schützenwesen: Sohn David Fuchs ist im BSV Westig aktiv, Onkel Udo Fuchs beim SV Dördel und mit dem leider verstorbenen Onkel Edmund Fuchs gab es sogar schon mal schützenkaiserliche Ehren in der Familie, und zwar im damaligen BSV Iserlohnerheide. Bevor am Sonntag Rosemarie Kirchhardt mit fast 79 Jahren das erste Mal als Teilnehmerin im IBSV-Festzug dabei war, den sie schon als Kind immer begeistert verfolgt hat, gab es noch letzte Tipps von Oberst Wolfgang Ba­rabo. „Und immer schön winken, am besten so wie die Queen“, sagte er mit einem Schmunzeln.

Schützenverein und Heimatzeitung hatten diesmal richtig etwas auffahren lassen für die Gewinner: Der Glas-Landauer, in der Mutter und Tochter saßen, gilt als „Crème de la Crème“ unter den Kutschen, wie Besitzer Frank Schellhase aus Oer-Erkenschwick nicht ohne Stolz anmerkte: „Damit haben sich früher nur die Stadtherren fahren lassen.“ Während der normale Landauer über zwei Lederverdecke verfüge, die bei gutem Wetter aber natürlich wie beim Cabrio unten blieben, gebe es bei der Glas-Variante neben dem Lederverdeck hinten vorne hochklappbare Glasscheiben. „Das ist dann ein bisschen so wie beim Papamobil“, sagte Schellhase, der eigentlich Kunststoffwerker ist und Fußbodenheizungen herstellt und nur im Nebenerwerb das Kutschfahren betreibt. Am Sonntag war er zum zweiten Mal im IBSV-Festzug dabei, für seine Beifahrerin Julia Grillbert war es die Iserlohn-Premiere.

Betätigung macht den Kaltblütern nichts aus

Bei Schellhases Glas-Landauer handelt es sich übrigens um einen vor 20 Jahren entstandenen Nachbau eines historischen Modells. Gezogen wurde er am Sonntag von Linda und Lauser, einem polnischen bzw. einem bayerischen Kaltblut. Die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Tiere steht bei Frank Schellhase genauso wie die Verkehrstüchtigkeit seiner Kutsche an erster Stelle. Bei 26 Grad Celsius bereitete auch der strahlende Sonnenschein keinerlei Probleme. Und auch wenn Oberst Wolfgang Barabo „Marscherleichterung“ fürs Bataillon befohlen hatte – den Pferden machte die Bewegung und Betätigung nichts aus, im Gegenteil.

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