Wohnen

Die Dachterrasse verspricht sommerliche Momente

Bis auf wenige Restarbeiten ist das IGW-Projekt „Wohnen am Baarbach“ an der Ecke Gericht-/Wallstraße vollendet. Zwölf der 35 Wohnungen werden von „Beginen“ genutzt, sechs sind noch frei.

Bis auf wenige Restarbeiten ist das IGW-Projekt „Wohnen am Baarbach“ an der Ecke Gericht-/Wallstraße vollendet. Zwölf der 35 Wohnungen werden von „Beginen“ genutzt, sechs sind noch frei.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Die „Beginen“ nutzen zwölf der 35 Wohnungen im Neubau-Projekt an der Gerichtstraße. Der Bau der IGW ist bis auf kleine Restarbeiten vollendet.

Der Aushang direkt hinter der Tür des Haupteingangs verrät, dass der „Schlussspurt“ beginnt: In der kommenden Woche findet die Grundreinigung des Gebäudes statt, auch die Endabnahme der Balkone wird dort angekündigt. Das IGW-Projekt „Wohnen am Baarbach“ an der Ecke Gerichtstraße/Wallstraße ist faktisch abgeschlossen, auch wenn ein paar allerletze Handwerksarbeiten noch erledigt werden müssen. „Auch am heutigen Tag sind wir noch nicht komplett fertig“, formuliert IGW-Geschäftsführer Olaf Pestl am Freitagvormittag beim Gang durch das Gebäude. Der Putz am Fahrstuhlschacht im Treppenhaus und einige Malerarbeiten an den Laubengängen müssen durch wetterbedingte Verzögerungen noch erledigt werden – Kleinigkeiten, denn der Neubau erfüllt seine Aufgabe ja schon seit geraumer Zeit.

Im Spätsommer und im Herbst sind die DRK-Kindertagesstätte „Henry“ und die ersten Bewohnerinnen in den U-förmigen Bau eingezogen. Tatsächlich waren es Frauen, die als erste eingezogen sind. Bekanntlich hat die Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (IGW) das Projekt gemeinsam mit dem „Förderverein Iserlohner Beginenhof“ entwickelt. „Beginen“, das waren im Mittelalter Frauen, die ehelos selbstständig in Gemeinschaft lebten und sich gegenseitig unterstützten. Der Gedanke lebt in moderner Form heute fort – die Iserlohner „Beginen“ haben ihn mit der IGW zwischen Postgebäude und Baarbach umsetzen können. „Zwölf Damen sind aus dem ,Beginen’-Wohnen eingezogen“, sagt Pestl, den die „Beginen“ vor mehr als zehn Jahren nach einer VHS-Veranstaltung angesprochen hatten, als er noch als Stadtbaurat im Rathaus tätig war. Damals, so erinnert er sich, seien es 15 Interessentinnen in der Gruppe gewesen. Die Fluktuation war durchaus hoch, denn die zwölf Bewohnerinnen sind, so Pestl, andere als die Damen der ersten Stunde.

Sechs Wohnungen sind noch nicht vermietet

Bis die IGW ihre Zusage für das Projekt gab, waren die Damen mit mehreren potenziellen Investoren im Gespräch, ohne das gewünschte Ergebnis. „Wir haben es gemacht. Und es ist jetzt nicht so, dass es ein Verlustgeschäft ist“, sagt Pestl mit Blick auf die wirtschaftliche Seite des Projekts, das ein anderer, privater Investor an der Stelle abgelehnt hatte.

Über der Kita sind 35 Wohneinheiten entstanden, nur sechs davon – darunter eine WG- und eine Penthouse-Wohnung – sind noch nicht vermietet, was Pestl nach eigenem Bekunden entspannt sieht. So habe die Gesellschaft etwas, was sie Interessenten anbieten könne.

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden.“ „Das ist sehr wertig geworden.“ „Die Kita finde ich klasse.“ – Das sind drei Pestl-Äußerungen zu dem Objekt, dessen Baubeginn im Frühjahr 2016 mit der „Rüttelstopfverdichtung“ des Untergrunds begonnen hatte. Die Bauzeit sei eingehalten worden, die am Baarbach zuverlässige Baufirma nun wieder in Kalthof für die IGW tätig. Nur der Aufzug sei tatsächlich zu spät eingebaut worden, nämlich als die ersten Mieterinnen eingezogen waren.

Neben den „Beginen“, das war als Möglichkeit schon früh gedacht worden, sind auch andere Mieter in den Komplex gezogen, aufgrund der Wohnungsgrößen und Zimmeranzahl bislang Einzelpersonen und Paare aus unterschiedlichen Altersgruppen, wie Daria Balk, Architektin und zuständige Projektleiterin bei der IGW, erklärt.

IGW stellt die Einrichtung für den Gemeinschaftsraum

Der Gemeinschaftsraum auf der obersten Ebene samt Küche und Gästezimmer wird zwar von den „Beginen“ verwaltet, steht aber allen Bewohnern offen und hat auch schon die ersten Feiern erlebt, obwohl er – bis auf die Küche – noch provisorisch möbliert ist. Die Kosten für die Einrichtung in der guten Stube übernimmt die IGW, was, so Pestl, angesichts des Bauvolumens kein Problem sei und somit auch keine Bewährungsprobe für die noch junge Gemeinschaft darstelle.

Auch wenn alle Wohnungen über eine Loggia oder einen Balkon verfügen, zeigt Pestl gerne das Schmuckstück des Hauses her: die sonnenverwöhnte Dachterrasse mit bestem Blick gen Stadtwald. „Die Damen freuen sich schon auf den Sommer.“ Daria Balk widmet sich nun der „Wiederbelebung“ der Fachwerkhäuser Am Zeughaus. Und Pestl zieht mehr als zufrieden ein Fazit in Form einer Prognose: „Dieses Gebäude kriegen wir auch in 50 oder 70 Jahren vermietet.“

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