Neue Statue im Garten der Musikschule

Die drei Grazien kehren zurück

Foto: IKZ

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Iserlohn. Mehr als 70 Jahre waren die drei Grazien auf Reisen. Nun sind die schönen Töchter des Zeus zu ihrem angestammten Platz im Garten der Möllmann-Villa, in der die Musikschule ihren Sitz hat, zurückgekehrt.

Zur großen Freude von Musikschulleiter Paul Breidenstein und der Vorsitzenden des Freundeskreises der Musikschule, Tone Johannsen-Junius, hatten sich Ulla Vogt als Witwe des verstorbenen Besitzers Theodor Vogt, der 1918 das Licht der Welt in der Möllmann-Villa erblickt hatte, und ihr Sohn Joachim Vogt dazu entschlossen, die gusseiserne Statue aus der Gründerzeit zurück zur Stenner zu bringen. Sowohl den Transport als auch den Aufbau samt neuem Beton-Sockel hat Joachim Vogt übernommen.

Wobei der Platz vor dem Haupteingang der Musikschule nicht exakt der Ort ist, an dem die Grazien ursprünglich standen. Als imposanter Springbrunnen haben sie einst die weitläufige Parkanlage der Villa an der Stennerstraße geziert. 1936 wurde der Park parzelliert und als Bauland durch die Stichstraße Am Sonnenwinkel erschlossen. 1937 wurde auch die Villa an die Stadt Iserlohn verkauft. „Meine Großmutter Nora Vogt war eine geborene Möllmann”, erklärte Joachim Vogt die Zusammenhänge bei der Präsentation der Statue am Mittwoch. Schon früh sei dieser Zweig der Familie aber nach Hemer in die Oese gezogen. Nach dem Verkauf der Villa wurden die drei Grazien demontiert und kamen ebenfalls nach Hemer. 1984 zogen Theodor und Ulla Vogt dann zurück nach Iserlohn an die Waldemeistraße. „Und die Grazien mussten natürlich mit”, erinnert sich Ulla Vogt. „Da habe ich zum Leidwesen der Familie drauf bestanden.”

25 Jahre standen sie nun im Vorgarten des Hauses an der Waldemeistraße, bis Theodor Vogt im vergangenen Jahr starb, und Ulla Vogt in die Nähe ihres Sohnes ins Ruhrgebiet zog.

„Mein Mann hat über all die Jahre den weiteren Weg der Möllmann-Villa verfolgt”, erklärt Ulla Vogt die starke Bindung ihres Mannes zu seinem Geburtshaus. „Er hat die Renovierung des Hauses sehr aktiv begleitet und sich über jeden Fortschritt gefreut”, bestätigt auch Joachim Vogt die Verbundenheit von Theodor Vogt mit der Villa, die nach der langjährigen Nutzung als Kinderheim, schließlich als Musikschule grundlegend restauriert und auch in den ursprünglichen Zustand versetzt wurde. „Diese Schenkung wäre ganz im Sinne meiens Vaters gewesen.”

Die starke Bindung der Familie Vogt zur Musikschule konnte Paul Breidenstein am Mittwoch bestätigen. Er selbst sei noch in den Genuss einer Hausführung von Theodor Vogt gekommnen, der später auch die Stiftung der Musikschule mit großzügigen Spenden unterstützt habe. „Die Grazien passen wunderbar zur Musikschule”, freute sich auch Tone Johansen-Junius über die Rückkehr. „Mit ihrer leichten, tänzerischen Anmut kann man die Skulptur durchaus musikalisch nennen.”

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben