Bier

Die Erstbesteigung des „Danztürmchens“

Der quasi erste Geburtstag: Und die ersten Flaschen aus der ersten Abfüllung des Heimatbieres „Iserlohner Danztürmchen“ präsentierte der „Erfinder“ Jens Neffin am Dienstag natürlich bei der Heimatzeitung.

Der quasi erste Geburtstag: Und die ersten Flaschen aus der ersten Abfüllung des Heimatbieres „Iserlohner Danztürmchen“ präsentierte der „Erfinder“ Jens Neffin am Dienstag natürlich bei der Heimatzeitung.

Foto: IKZ

Iserlohn.   Jens Neffin möchte ein neues Iserlohner Pils am Markt platzieren, das an alte Traditionen und Gefühle anknüpfen soll. Ganz schön erstaunt über das offensichtlich große Interesse ist er allerdings schon.

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„Lass uns doch einfach mal ein Türmchen trinken!“ Wenn es nach dem Iserlohner Kaufmann Jens Neffin (41) geht, sollte ihm dieser Spruch schon bald aus möglichst vielen durstigen Kehlen der Region entgegen schallen. Wer nämlich diesen Wunsch auf diese Weise äußert, könnte dann auch zu einem ganz besonderen „Türmchen“ gegriffen haben, dem „Iserlohner Danztürmchen“. Genau so hat Neffin sein neues Bier genannt, das gestern in der Spezialitäten-Schmiede der Hagener Vormann-Brauerei so etwas wie seine Geburtsstunde erlebte.

„Am heutigen Dienstag wurde nach natürlich bereits erfolgtem Brau- und Reifeprozess zum ersten Mal unser neues Bier auf Flaschen gezogen und mit Etiketten versehen.“ Sichtlich stolz sitzt Jens Neffin im Gutenbergzimmer und präsentiert also den Stoff, aus dem Iserlohns Biertrinker-Träume zukünftig sein sollen.

Vor Jahren wollten seine damaligen Chefs nicht ran

Die Idee sei ihm bereits vor rund 15 Jahren gekommen, als er, der gelernte Industriekaufmann und studierte Betriebswirt, noch in der Marketingabteilung der Brauerei Iserlohn im Grüner Tal am Schreibtisch saß. „Wir suchten damals ein Produkt, mit dem zum einen Rückgänge im Drittel-Liter-Bereich kompensiert werden sollten. Und es sollte ein Produkt sein, mit dem sich die Bürger noch intensiver identifizieren konnten.“ Was also hätte damals näher gelegen, als sich thematisch dem Danzturm, dem Wahrzeichen der Stadt Iserlohn, zu widmen. Man habe die Idee zwar ganz interessant gefunden, doch auf wirkliche Gegenliebe sei er – nach seiner damaligen Wahrnehmung – bei der Geschäftsleitung nicht gestoßen. Viele Jahre später hat Jens Neffin übrigens erfahren, dass man sich bei aller Ablehnung den von ihm im Vorschlag mitgelieferten Namen „Danztürmchen“ hatte vorsorglich doch erst einmal schützen lassen. Doch zunächst war das Projekt „Danztürmchen“ in den Schubladen verschwunden.

Aus gleich mehreren Gründen war es nun für Jens Neffin allerdings wieder an der Zeit, die Pläne für das Bier und ein dazugehöriges Vertriebskonzept wieder ans Licht zu befördern. Zum einen konnte er sich inzwischen die Rechte an dem Produkt wieder selbst sichern. Und mit Sicherheit ebenfalls ausschlaggebend war seine Idee, die Firma „Dorfmanufaktur“ ins Leben zu rufen, die in der Zukunft diverse Artikel mit unterschiedlichen Iserlohn-Bezügen auf den Markt bringen möchte und wird. Darunter auch Plakat- und Postkartenserien mit klassischen Wiedererkennungsmotiven. „Wir wollen mit unseren Produkten den Heimat- und Iserlohn-Gedanken in den Vordergrund stellen.“

Da passte natürlich das „Danztürmchen“-Bier ganz hervorragend ins Konzept, zumal „die Leute ganz begeistert sind, wo immer ich von meinen Plänen berichtet habe“. Auch die Iserlohner Gastronomie zeige bereits großes Interesse an den neuen Produkten. „Natürlich werden wir auch an einer Fassbier-Variante arbeiten.“

Dunkel dient zur Abrundung für die Gastronomie

Das „Iserlohner Danztürmchen“ wird in zwei Geschmacks- und Farbrichtungen auf den Markt kommen. In einer Pilsener-Variante, die Neffin als „süffig, herb“ bezeichnet und „die dem Iserlohner Pilsener aus den 90er Jahren nachempfunden ist“. Und zweitens wird es ein „Dunkel“ geben, das vom Geschmack her „einfach mal dem Zeitgeist der dunklen Biere entspricht“. Diese Bierart bringe er in erster Linie mit heraus, um der Gastronomie ein besseres, weil umfangreicheres Angebot machen zu können. Abgefüllt wird das Bier zukünftig in sogenannten „Ale Longneck“-Flaschen, in die ein Drittelliter Türmchen-Bier passt.

Und der Preis? „Wir liegen irgendwo zwischen einer bayerischen Bierspezialität und den bekannten Fernsehbieren.“

Eine Probiermöglichkeit mit geschmacklicher „Türmchen-Erstbesteigung“ wird sich übrigens am kommenden Wochenende bei „Genuss pur“ bieten. Jens Neffin ist dann mit einem rustikalen Stand im ehemaligen „Stamm-Hof“ vertreten.

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