Musik

Die Gitarristen ziehen in die Schauburg

Thomas Kirchhoff verlegt fünf Konzerte seines Gitarren-Festivals erstmals in den Goldsaal der Schauburg. Er organisiert das weltweit größte Festival seiner Art, das sich in den letzten 25 Jahren kontinuierlich nach oben entwickelthat.

Foto: Ralf Tiemann

Thomas Kirchhoff verlegt fünf Konzerte seines Gitarren-Festivals erstmals in den Goldsaal der Schauburg. Er organisiert das weltweit größte Festival seiner Art, das sich in den letzten 25 Jahren kontinuierlich nach oben entwickelthat. Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.   Fünf der sieben Konzerte des 26. Internationalen Gitarren-Festivals finden Ende Juli im Goldsaal statt.

Die 25. Auflage im vergangenen Jahr hat das Iserlohner Gitarren-Festival doch an Grenzen geführt. Jedes Konzert hatte Thomas Kirchhoff mit drei Künstlern oder Ensembles bestückt, eine nie da gewesene Dichte an großen Namen aufgefahren und neben Haus Villigst in Schwerte als Unterkunft noch zwei Hotels und die katholische Akademie in Schwerte hinzu gemietet sowie permanente Shuttle- und Busdienste eingerichtet, um die Rekordzahl von 310 Teilnehmern zu bewältigen.

Diese „Höhepunktstimmung“, wie Organisator Thomas Kirchhoff es nennt, wird sich in diesem Jahr natürlich nicht wiederholen lassen. Mit 240 Teilnehmern wird das Festival auf das Normalmaß der letzten Jahre zurückgestutzt: Die Konzerte werden wieder Doppel- statt Tripel-Konzerte. Das bedeutet aber nicht, dass er das Festival qualitativ immer weiter vorantreibt und verfeinert. Schließlich ist das Festival das weltweit größte seiner Art, genießt einen hervorragenden Ruf und hat sich in den letzten 25 Jahren kontinuierlich nach oben entwickelt. „Ich bin bemüht, in allen Belangen das Beste zu erreichen“, sagt Thomas Kirchhoff und dreht erneut an der Konzertstätten-Schraube. Die besten Orte für klassische Konzerte seien nun mal das Parktheater und der Goldsaal der Schauburg, weswegen er nun auch die fünf Konzertabende zwischen der Eröffnung am Sonntag, 23. Juli, im Parktheater und dem Abschlusskonzert am Samstag, 29. Juli, in der Erlöser-Kirche in die Schauburg verlegt hat. Im vergangenen Jahr fanden diese Konzert noch alle in der Erlöser-Kirche in Wermingsen statt.

Hochkarätiges Programmmit Legenden und Talenten

Das Konzertprogramm, das dann zur Eröffnung im Parktheater und anschließend in der Schauburg erklingen wird, lässt auch ein Jahr nach dem großen Jubiläum keine Wünsche offen. Mit Pepe Romeo, den Assad-Brüdern und Alvaro Pierri sind wieder drei echte Legenden der klassischen Gitarre dabei. Besonders das Assad-Duo aus Brasilien verspricht einen außergewöhnlichen Abend – beide gelten als bestes Gitarren-Duo weltweit und feiern in diesem Jahr 50-jähriges Bühnenjubiläum. In Iserlohn sind sie nach dem Jahr 2000 zum zweiten Mal zu Gast.

Auch Schüler aus Iserlohnsind willkommen

Nicht minder spektakulär sind die Nachwuchskräfte, die sich angekündigt haben. Kuang Junhong, der, als Wunderkind gefeiert, im Jahr 2012 beim Iserlohner Gitarrenwettbewerb die Gitarrenwelt aufhorchen ließ, kehrt nun als 16-jähriger Teenager zurück. Jorge Caballero kommt wieder nach Iserlohn – der Peruaner wird sein unfassbares Kunststück wiederholen und Dvoraks 9. Sinfonie (Aus der neuen Welt) alleine auf der Gitarre spielen. Mit Thibaut Garcia kommt ein blutjunger Franzose zum Festival, der derzeit mit seiner verblüffenden Technik und seinem sensiblen Spiel für Furore sorgt – ein echter Geheimtipp. Und Lukasz Kuropaczewski, der 2015 die Oberste Stadtkirche mit ausschließlich moderner Musik und einer Welturaufführung zum Beben brachte, ist für Thomas Kirchhoff in seiner Universalität und Intellektualität, seiner emotionalen Kraft und einzigartigen Virtuosität derzeit der beste Gitarrist überhaupt. Mit seinen glänzenden Kontakten in „normale“ Musikwelt zu den führenden Orchestern und Streichensembles hat er eine mehr als glänzende Karriere vor sich – auch er spielt in der Schauburg.

Die Konzerte sind aber nur die abendlichen Höhepunkte des Festivals, wie Thomas Kirchhoff ausdrücklich sagt. Die eigentliche und bis heute tragende Idee ist die des Unterrichts-Festivals. Tatsächlich ist Iserlohn auch hier mit mehr als 600 Unterrichtsstunden in 22 Räumen an fünf Tagen von morgens bis abends ebenfalls weltweit führend. „Ich bin immer wieder verwundert, dass so wenige Gitarrenschüler aus Iserlohn oder den umliegenden großen Musikschulen in Hagen, Dortmund oder Bochum von diesem Angebot Gebrauch machen,“ sagt Thomas Kirchhoff. Denn die Meisterkurse sind ausdrücklich nicht nur für Studenten und angehende Virtuosen gedacht. Zehn der 40 Dozenten sind auf die Mittel- und Unterstufe spezialisiert. Und es kommen auch jedes Jahr sehr viele Anfänger. aus der ganzen Welt – nur nicht aus dem heimischen Raum. Obwohl jeder Schüler auch bei freiem Eintritt in die Konzerte kommen kann. „Die müssen einfach nur sagen, dass sie Gitarrenschüler sind, dann dürfen sie umsonst rein.“

Wer Interesse hat und mehr erfahren möchte, kann sich unter www.guitarsymposium.com informieren und dort auch den Kontakt suchen.

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