Jugend

Die Juniorwahl der MGI-Schüler

Alles wie bei einer richtigen Bundestagswahl: Am Märkischen Gymnasium beteiligten sich Oberstufenschüler an der bundesweiten Juniorwahl.

Alles wie bei einer richtigen Bundestagswahl: Am Märkischen Gymnasium beteiligten sich Oberstufenschüler an der bundesweiten Juniorwahl.

Foto: Michael May

Iserlohn.   CDU liegt bei den Zweitstimmen vorn, Dagmar Freitag (SPD) siegt bei Erststimmen.

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Dagmar Freitag gewinnt das Direktmandat, die CDU liegt bei den Zweitstimmen vor SPD und FDP: Die Juniorwahl am Märkischen Gymnasium (MGI) stimmt in der großen Linie mit den Ergebnissen der „echten“ Bundestagswahl überein. Doch im Detail bietet die Juniorwahl interessante Trends. So liegt die CDU bei der Schülerwahl deutlich unter dem Bundesergebnis, und die FDP steht deutlich höher im Kurs.

Insgesamt gingen 2017 rund 3500 Schulen in Deutschland bei der Juniorwahl in die Praxis. Am MGI waren 251 Schülerinnen und Schüler der Stufen 11 und 12 (Q1/Q2) aufgerufen. Während der Pausen konnten sie bewusst ein Wahllokal ansteuern, um ihre Stimmen abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag am Ende bei 58,2 Prozent, resümiert Lehrer Martin Isbruch. Der Vorsitzende der Fachkonferenz Politik/Sozialwissenschaften führte die Regie beim Wahl-Projekt.

Die Wahlanalyseder Gymnasiasten

Die Stimmzettel wurden durch den Zusatzkurs Sozialwissenschaften ausgezählt und im Anschluss diskutiert. Dabei spielten folgende Aspekte eine Rolle, erläutert Isbruch:
Wahlbeteiligung: An vielen Schulen wählen Schüler bei der Juniorwahl im Klassen- oder Kursverband. „Den möglichen Druck wollten wir am MGI bewusst vermeiden“, schildert Isbruch. Deshalb gab es ein gesondertes Wahllokal für alle. Damit sank zwar die Wahlbeteiligung im Bundesvergleich der Schulen, aber der Urnengang am MGI lag näher an der Realität einer Bundestagswahl.
Offensichtlich sind junge Wählerinnen und Wähler offener bei der Erststimme, analysiert Isbruch. John Haberle (Grüne) und Christian Kißler (Linke) erreichten als Direktkandidaten bei den Schülern mehr Erststimmen als ihre Partei bei den Zweitstimmen. Das Rennen von Christel Voßbeck-Kayser (CDU) gegen Dagmar Freitag (SPD) ging dagegen noch deutlicher für Dagmar Freitag aus als bei der richtigen Wahl. Schüler berichteten von einem allenfalls mäßigen Eindruck, den Christel Voßbeck-Kayser bei der Podiumsdiskussion am MGI hinterlassen habe.
Das Ergebnis von rechtspopulistischen oder rechtsextremen Parteien konnte in der Nachbetrachtung am MGI „nur begrenzt gedeutet werden“, resümiert Isbruch. Nach Ansicht der Schüler hat mancher die Juniorwahl für einen abgesprochenen „kleinen Scherz“ als Provokation genutzt.

Die Ergebnisse am MGI bei der Erststimmen: Christel Voßbeck-Kayser (CDU) 24,8 Prozent, Dagmar Freitag (SPD) 43,4 Prozent, John Haberle (Grüne) 13,1 Prozent, Christian Kißler (Linke) 9,0 Prozent, Michael Schulte (FDP) 9,0 Prozent, Konrad Maier (parteilos) 0,7 Prozent.

Die Zweitstimmen: CDU 29,0 Prozent, SPD 20,7 Prozent, Grüne 9,0 Prozent, Linke 5,5 Prozent, FDP 16,6 Prozent, AfD 6,2 Prozent, Piraten 0,7 Prozent, NPD 6,9 Prozent.

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