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„Die Kunst der kleinen Bäume“

Angelika und Jürgen Hoffesommer lieben ihre Mini-Bäume, die sie auf dem Balkon im Wohnpark Buchenwäldchen präsentieren. Solche Pflanzen sollte man nicht im Baumarkt kaufen, sondern nur im Fachhandel, so ihr Rat.

Angelika und Jürgen Hoffesommer lieben ihre Mini-Bäume, die sie auf dem Balkon im Wohnpark Buchenwäldchen präsentieren. Solche Pflanzen sollte man nicht im Baumarkt kaufen, sondern nur im Fachhandel, so ihr Rat.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.   Bonsai-Freund Jürgen Hoffesommer möchte Interessierten aus dem Nordkreis in ungezwungener Atmosphäre seine Erfahrungen weitergeben.

„Die Kunst der kleinen Bäume“ nennt Jürgen Hoffesommer sein Hobby. Er ist Liebhaber der fernöstliche Art der Gartenkunst, bei der Bäume in kleinen Schalen zur Wuchsbegrenzung gezogen und ästhetisch durchgeformt werden. „Das kann man im Wohnzimmer und auf dem Balkon machen“, erzählt der Iserlohner. Als Werkzeug braucht er Wurzelkrallen und spezielle Scheren.

Der 59-jährige Privatier ist auf der Suche nach Gleichgesinnten, denen er seine Erfahrungen mit Bonsai weitergeben kann: „In vielen Orten existieren bereits Bonsai-Arbeitskreise, in denen sich Interessierte treffen und austauschen. Im Märkischen Kreis existiert ein solches Angebot noch nicht.“

Der 59-jährige Iserlohner mit dem grünen Daumen beschäftigt sich seit 20 Jahren mit kleinen Bäumen. „Ich bin durch Zufall daran gekommen und habe spezielle Kurse und Ausstellungen besucht“, erzählt er von den Anfängen. Er sei von der Bonsai-Begeisterung „regelrecht infiziert“ worden. „Es gibt eine etablierte Szene mit speziellen Ausstellungen“, nennt er die Bonsai-Tage NRW als Beispiel. „Das Schöne an dieser Kunst der kleinen Bäume ist, dass sie leben und sich immer wieder verändern. “

Die Pflege und Gestaltung macht die Faszination aus

Hoffesommer rät von Bonsais aus dem Baumarkt ab und verweist auf den Fachhandel. Fans investieren zuweilen richtig viel Geld, weiß der Mini-Baumpfleger. Einen Baum, den er vor Jahren für 80 Mark kaufte, hat er Jahre später an einen Sammler für 1000 Euro verkauft. „Ihn zu besitzen, bedeutet mir nichts, ihn zu pflegen und zu gestalten, das macht den Reiz und die Faszination aus“, erzählt Jürgen Hoffesommer. Seine Frau Angelika ergänzt: „Das ist ein Hobby für junge und alte Menschen.“

In der Eigentümergemeinschaft im Wohnpark Buchenwäldchen ist Hoffesommers Rat auch bei der Pflege der Vorgärten gefragt. „Meine Frau hat die Wege designt, und ich habe die Pflanzen übernommen“, zeigt der Iserlohner in die gepflegten Vorgärten an der Bertha-von-Suttner-Straße.

Familie Hoffesommer bewohnt eines der früheren Offiziersheime der früheren Bundeswehr-Kaserne. Auf dem Balkon präsentiert der Baumliebhaber auf speziellen Ständern in verschiedenen Pflanzschalen einen Querschnitt seiner liebevoll gehegten und gepflegten Bonsais: Seine Kiefern, Ahorne und Hainbuchen sind 35 Zentimeter groß. Im Wohnzimmer hält er ein Ficuswäldchen, einen Orangen-Jasmin und einen afrikanischen Elefantenstrauch – tropische Pflanzen. „So viele Bäume kann man nur halten, wenn man geduldige Nachbarn hat oder viele Freunde“, erzählt Hoffesommer von der Pflege in der Urlaubszeit. Sein Balkon geht nach Süden raus und verfügt über einen Wasseranschluss.

Jürgen Hoffesommer möchte sich mit anderen Baumliebhabern in einem zu gründenden Arbeitskreis austauschen. Er richtet sich an Interessierte aus dem Nordkreis: „Das Angebot eines regelmäßigen Treffens richtet sich sowohl an Anfänger als auch an Personen, welche schon Erfahrung haben, ohne kommerziellen Anspruch.“ Er könnte sich vorstellen, sich mit den Interessenten regelmäßig in der Edelhoff-Halle zu treffen.

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