Bevölkerungsentwicklung

Die Waldstadt ist wieder leicht geschrumpft

Foto: Funke Grafik NRW/Bertelmann

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Iserlohn.   Die Zahl der Einwohner sank 2017 wieder unter 95 000. Rund 13 Prozent haben einen ausländischen Pass

Die Waldstadt hat abermals leicht an Einwohnern verloren: Insgesamt 94 868 Bewohner zählte Iserlohn Ende 2017, davon 93 868 mit Hauptwohnsitz. Dies sind rund 400 weniger als Ende 2016. In den vergangenen zehn Jahren hat Iserlohn insgesamt rund 3500 Einwohner verloren.

Gleichmäßig verlief die Entwicklung dabei nicht, denn die Waldstadt wuchs 2015 sogar um über 700 Personen. Hintergrund war vor allem die Zuwanderung von Flüchtlingen, die ab Herbst 2015 zu Hunderttausenden nach Deutschland kamen.

Natürlicher Verlust: Mehr Todesfälle als Geburten

Auch 2016 zeigte sich in Iserlohn noch ein positiver „Wanderungssaldo“ von rund 250 Menschen. Durch die natürlichen Verluste sank indes unterm Strich die Einwohnerzahl leicht um rund 100 Personen.

Dieser für Deutschland allgemein typische Faktor des demographischen Wandels zeigte sich in Iserlohn auch 2017 deutlich: Den 825 Geburten standen 1218 gemeldete Todesfälle gegenüber. Über diesen Verlust hinaus war auch der Wanderungssaldo 2017 wieder leicht negativ – insgesamt 15 Personen.

Demographischer Wandelmit Stadt-Land-Gefälle

Parallel ist der demographische Wandel in Deutschland von einem Stadt-Land-Gefälle gekennzeichnet. Während manche Großstädte, wie beispielsweise Frankfurt am Main, in den vergangenen Jahren gewachsen sind, verlieren vor allem ländliche Räume an Bevölkerung. In Teilen Ostdeutschlands ist dies besonders dramatisch, lässt sich aber auch im Märkischen Kreis beobachten.

Dabei gilt diese Entwicklung im Großen oftmals auch in der kleinräumigen Betrachtung: Die Kernstädte bleiben bei der Einwohnerzahl vielfach stabil oder wachsen noch, während vor allem die ländlichen Ortsteile schrumpfen. Exemplarisch trifft dies auch in Iserlohn zu in den vergangenen Jahren. So wuchs die Bevölkerung im engen Zentrumsbezirk mit seinen aktuell 21 649 Bewohnern seit 2012 um rund zwei Prozent. Insgesamt zählt das „alte“ Iserlohn derzeit rund 52 600 Einwohner.

Die Stadtbezirke und Ortsteile ringsum verloren in den vergangenen sechs Jahren jedoch an Einwohnern. Am stärksten schrumpfte das kleine Kesbern (408 Bewohner) mit 5,3 Prozent, aber auch der Zentrumskern in Letmathe (10 595) zeigte ein Minus von 2,7 Prozent. Insgesamt hat das „alte“ Letmathe rund 25 400 Bewohner.

Hennen und Kalthof (gemeinsam 9546) schrumpften seit 2012 nur um 0,8 Prozent. Als Ausnahme in der Bevölkerungsentwicklung der Stadtteile zeigt sich Sümmern (6875), das im gleichen Zeitraum um 0,2 Prozent leicht zulegte.

Anteil der ausländischenEinwohner gewachsen

Sehr unterschiedliche Entwicklungen werden ebenso in der statistischen Analyse bei deutschen und ausländischen Einwohnern deutlich. Insgesamt leben im gesamten Stadtgebiet Iserlohn (Stichtag: 31. Dezember 2017) derzeit 12 139 ausländische Staatsangehörige. Das sind 386 Personen mehr als 2016 – und entspricht zusammen einem Bevölkerungsanteil von 12,8 Prozent in der Waldstadt.

Die statistische Bilanz verzeichnet unter den ausländischen Bewohnern sowohl bei der Zuwanderung als auch bei der natürlichen Entwicklung (Geburten minus Todesfälle) ein Plus. Dagegen ist die Entwicklung unter den deutschen Bewohnern in beiden Fällen im Minus. Unter den gemeldeten ausländischen Bürgern sind Türken mit 2713 Einwohnern die stärkste Gruppe. Als zweitstärkste Gruppe folgen Italiener (1074), vor Syrern (1063) und Polen (948). Insgesamt leben in Iserlohn Menschen aus weit über 30 Nationen.

Rund 20 000 Deutsche mit Migrationshintergrund

Bei den in Iserlohn gemeldeten deutschen Staatsangehörigen hat wiederum jeder Fünfte (19 713 Einwohner) einen Migrationshintergrund. Davon sind rund 31 Prozent polnischer Herkunft (6180), 14 Prozent türkischer, zehn Prozent kasachischer und neun Prozent russischer Herkunft.

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