Jazzclub

Diebische Freude an einer neuen Art von lyrischer Musik

Voller Spielfreude präsentierten sich Sarah Buechi und Christoph Haberer als "Animata" im Jazzclub Henkelmann.

Foto: Helmut Rauer

Voller Spielfreude präsentierten sich Sarah Buechi und Christoph Haberer als "Animata" im Jazzclub Henkelmann. Foto: Helmut Rauer

Letmathe.   An musikalischen Experimenten konnten sich am Samstag die Henkelmann-Besucher erfreuen.

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Ach, wie schön verspielt kann Musik doch sein! Was die Schweizer Sängerin Sarah Buechi und der deutsche Schlagzeuger Christoph Haberer am Samstagabend im Jazzclub Henkelmann auf die Bühne brachten, war musikalische Spielfreude pur!

Waren es Songs, Improvisationen oder einfach nur Experimente mit dem Ziel, aus der Kombination von Rhythmus-Instrumenten und einer schönen jazzigen Singstimme alles rauszuholen, was drinsteckt? Wie auch immer - es hörte sich so wunderbar leicht und unterhaltsam an, so witzig, kreativ und manchmal voller Ironie, dass man sich als Zuhörer wunderbar entspannen konnte. Und der Beifall der rund 20 Zuhörer bewies: Das kam an.

Es war ein Abend der sanften Töne, aber keineswegs der seichten Berieselung. Mit diebischer Freude „zauberte“ Haberer aus der Batterie von Schlag-Instrumenten, über das sein Gesicht kaum hinausragte, mitunter ekstatische Eskapaden und verstand es, sich zurückzunehmen, um den Gesang von Sahra Buechi zur Geltung kommen zu lassen.

Erfrischender Dialog von Schlagzeuger und Sängerin

Mal „plapperte“ die Sängerin wie ein Kind die Geräusche nach, die Haberer auf Trommeln, Becken oder elektronisch klingenden Instrumenten erzeugt hatte. Mal gab Sarah Buechi mit ihrer Stimme solche Geräusche vor und der Percussionist ahmte sie am Schlagzeug nach. So entspann sich ein erfrischender Dialog.

Mitunter hörte sich die Musik nach einer Ballade an, wenn Sarah Buechi ihre Texte sang, doch dann brach wieder das Spielerische durch und die Freude am Experiment. Auf den Lippen der beiden formten sich neue, nie gehörte Wörter, Töne und Laute.. Rhythmen und Klänge konnten sich in träumerische Tiefen der Lyrik verlieren oder aber auch in orientalische Tanzmusik hineinsteigern.

So kinderleicht die Musik manchmal daher kam, sie zu singen und zu spielen war es ganz bestimmt nicht. Töne und Rhythmen so nuancenreich und stimmig zu formen und zu beherrschen, dazu gehört mit Sicherheit eine hohe musikalische Kunstfertigkeit.

Musik ist eben nicht nur die Musik, die man kennt. Musik kann jederzeit neue Wege finden und Überraschungen bieten. Der Abend im Henkelmann hat es auf angenehme Weise eindrucksvoll gezeigt.

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