Dieter Schweikard in Köln zum Kammersänger ernannt

Foto: IKZ

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Köln. Eine seltene Ehre wurde dem aus Iserlohn stammenden Opernsänger Dieter Schweikard zuteil: Für seine mehr als 20-jährige Tätigkeit an der Oper Köln und seine herausragenden Leistungen wurde der Bassist von der Stadt Köln zum Kammersänger ernannt.

Opernintendant Dr. Christoph Dammann nahm die Auszeichnung in Vertretung des Kölner Oberbürgermeisters am Sonntagabend nach der „Freischütz”-Aufführung vor, in der Schweikard die Rolle des Eremiten singt. „Dieter Schweikard hat durch sein Wirken in unzähligen Partien seines Faches zur künstlerischen Profilierung der Kölner Oper beigetragen und durch seine Persönlichkeit und seinen Einsatz auch für die Kinderoper das kulturelle Leben Kölns außerordentlich bereichert,“ hieß es in der Ansprache Dammanns.

Die Auszeichnung „Kammersänger” ist ein Ehrentitel, mit dem Sänger für ihre künstlerische Arbeit beziehungsweise für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden. Der Titel wird in Deutschland meist auf Vorschlag der Intendanz von staatlichen, städtischen oder gesellschaftlichen Institutionen verliehen. Dieter Schweikard ist nach Ulrich Hielscher und Doris Soffel erst der dritte Kölner Kammersänger.

„So eine hohe Auszeichnung geht einem natürlich schon nahe”, erklärte Dieter Schweikard rückblickend im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch bei der Verleihung selbst, an der sein Bruder und weitere Verwandte aus Iserlohn teilnahmen, sei er sehr gerührt gewesen. Nach der Verleihung wurde im benachbarten Opern-Restaurant noch kräftig gefeiert.

Als abschließende Würdigung seines Lebenswerkes will er diese Auszeichnung im Übrigen nicht verstanden wissen. „Ich mache auf jeden Fall weiter bis mindestens 70”, kündigt der 66-jährige Familienvater mit Hauptwohnsitz in Hamburg an. In den kommenden Tagen bricht er für mehrere Gastspiele nach Lissabon auf - die einzige westeuropäische Hauptstadt, in der er noch nicht aufgetreten ist. Auch im Osten, in Moskau oder Warschau, war er mehrmals zu Gast.

Bereits 1958 nach der Schule hatte Dieter Schweikard seine Heimatstadt Iserlohn verlassen, um in Wuppertal und Rom Gesang zu studieren. Später war er in seiner Karriere vor allem als Wagner-Interpret in dem „schweren und seriösen Bassfach”, wie er sagt, erfolgreich, was seine zahlreichen Auftritte bei den Bayreuther Festspielen belegen.

Sein erstes festes Engagement trat er 1964 in Saarbrücken an. Es folgten weitere Verpflichtungen an verschiedenen Bühnen, unter anderem an der Deutschen Oper am Rhein. Ab 1981 sang Dieter Schweikard dann in Bayreuth, unter anderem den „Fafner” in „Der Ring des Nibelungen”. Zu seinen Partien gehören Sarastro, die Wagner-Rollen König Marke, Landgraf und Daland und der Fiesco in Verdis „Simon Boccanegra”. Von der Spielzeit 1988/89 bis 2005/06 gehörte Dieter Schweikart, der an der Musikhochschule Köln lehrt, dem Ensemble der Bühnen Köln an.

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