Gewerbeflächen

Disput um Flächen für Industrie und Gewerbe

Monitor für Industrie- und Gewerbeflächen: Im Märkischen Kreis steht nur wenig Raum für Erweiterung und Ansiedlung zur Verfügung.

Foto: Jörg Kleine

Monitor für Industrie- und Gewerbeflächen: Im Märkischen Kreis steht nur wenig Raum für Erweiterung und Ansiedlung zur Verfügung.

Iserlohn.   Mehr Flächen für Gewerbe und Industrie: Die Fraktionen im Stadtrat votieren mit großer Mehrheit für das Konzept des Märkischen Kreises.

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Mehr Flächen für Industrie und Gewerbe braucht das Land, vor allem Südwestfalen – und gleichermaßen Iserlohn. Das ist die Botschaft von Industrie- und Handelskammer, Wirtschaftsförderern und Märkischem Kreis. Nach teils hitziger Debatte hat der Stadtrat am Dienstagabend mit großer Mehrheit einem Konzept für Gewerbe- und Industrieflächen zugestimmt.

Unter Ägide der Kreisverwaltung hatte ein Kölner Planungsbüro mögliche Erweiterungsflächen für Industrie und Gewerbe in allen Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises sondiert (wir berichteten). Die Untersuchungen aus zweieinhalb Jahren waren ernüchternd. Dies machten Horst Peter Hohage, Fachdienstleiter für Natur- und Umweltschutz, und Fachingenieur Dominik Geyer (Köln) am Dienstag im Stadtrat noch einmal deutlich: Theoretisch gibt es eine Reserve von 500 Hektar im ganzen Kreis, rund 40 Hektar davon in Iserlohn. In der Praxis steht aber nur ein Bruchteil davon konkret zur Verfügung, um Betrieben den nötigen Raum für Erweiterungen oder Ansiedlung zu bieten.

Das inzwischen vorliegende Gesamtkonzept für den Kreis ist im Vorfeld mit allen Städten und Gemeinden erörtert worden. Spätestens bis März sollen es die Kommunen nunmehr auch politisch absegnen.

Noch keine konkreten Beschlüsse über Flächen

Beschlüsse über einzelne Flächen beinhaltet das mächtige Gutachten nicht. Vielmehr geht es um „Suchräume“, die zunächst ab 2020 in den neuen Regionalplan der Bezirksregierung einfließen sollen. Wenn später konkrete Flächen zur Debatte stehen, dann müssen die Stadträte nach allen Regeln des Planungsrechts und der öffentlichen Beteiligung darüber befinden.

So machte die CDU im Stadtrat zuletzt Tempo, um das Konzept auf den Weg zu bringen – und brachte es mit einem Antrag neu auf die Tagesordnung der Ratssitzung. Devise: Es ist nicht fünf Minuten vor zwölf, sondern eine Viertelstunde nach zwölf, um Flächen für Industrie und Gewerbe zu erkunden. Schließlich geht es um wichtige Arbeitsplätze. Dies unterstrichen Fabian Tigges, Michael Schmitt, Karsten Meininghaus und Ilona Höche aus der CDU.

Der gleiche Tenor herrschte in der SPD, wie Volker Keitmann, Dimitrios Axourgos und Peter Leye deutlich machten. Doch hatten just die Genossen zuletzt im Planungsausschuss das Thema zunächst verschieben lassen. Hintergrund: Fritz Schröder, Koordinator des Umweltbeirats der Waldstadt, und Naturschutzverbände hatten das Konzept in aktueller Form abgelehnt. Nach neuer Beratung votierte die Mehrheit der SPD nunmehr für das Konzept. Auch von Detlef Köpke (FDP) und Alexander Langguth (Blaue Fraktion) kam Unterstützung.

Hans-Immanuel Herbers (UWG-Piraten), Oliver Ruhnert und Manuel Huff (Linke) sowie Harald Eufinger und Elke Olbrich-Tripp (Grüne) wetterten derweil massiv gegen den Beschluss. Nicht, weil sie gegen Betriebe und Wachstum seien, sondern, um offene Fragen zuvor im Planungsausschuss zu beraten. So sah es auch Rolf Kaiser von der SPD.

Inhaltlich geht es bei den Suchräumen etwa um Flächen auf dem „Duloh“, die die Städte Iserlohn und Hemer gemeinsam ausweisen könnten.

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