Gesundheitstag

„Doc Esser“ gibt in Iserlohn live Tipps

Foto: Torsten Lehmann / IKZ Torsten Lehmann

Iserlohn/Remscheid.  Der aus dem WDR-„Gesundheitscheck“ bekannte Doc Esser erklärt am 9. November im Parktheater, wie jeder seine Gesundheit erhalten kann.

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Mit Scheinwerfer-Licht & Co. kannte sich Dr. Heinz-Wilhelm Esser schon gut aus, als er vor vier Jahren vom WDR für eine Fernsehsendung angefragt wurde. Schließlich hatte der gebürtige Korschenbroicher, der seit einem Vierteljahrhundert in Köln zuhause ist, als Gitarrist und Songschreiber der Nu-Metal-Band „Substyle“ ab Ende der neunziger Jahre schon mehr als eine gewisse Popularität erreicht.

Sie waren bei Viva und MTV zu sehen, hatten einen Vertrag bei „Universal Music“, gingen mit den Mittelalter-Rockern von „In Extremo“ auf Tour und spielten auch vor „Motörhead“. Aber jetzt bei seiner zweiten oder besser gesagten schon dritten Karriere (früher gab es auch mal den lange erfolgreich verfolgten Wunsch, das Leistungsschwimmen professionell zu betreiben) als dreifacher Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, für Kardiologie und Notfallmedizin ins WDR-Fernsehen? Mit all den Tattoos? Das wollen die Leute doch bestimmt nicht sehen. Und ob. Und wie gerne: Seit vier Staffeln macht er als „Doc Esser“ den „Gesundheitscheck“, lässt sich dabei auch mal selbst den Bauch vereisen, nimmt aber vor allem zusammen mit Hilfe von Kollegen Behandlungsmethoden bei weit verbreiteten Leiden unter die Lupe.

Seine Markenzeichen sind dabei die Mütze, die er aber auch schon früher auf der Bühne trug, und besonders aber seine Authentizität und Glaubwürdigkeit. Und davon können sich auch die Besucher des 14. Iserlohner Gesundheitstages am Samstag, 9. November, live überzeugen. Denn um 14.15 Uhr wird nicht nur zur Freude des Orga-Teams – Andreas Düllmann (DAK Gesundheit), Dr. Till Ossenkop (Schiller-Apotheke), Reinhard Adam (Optik Adam), Katrin Meyer (IKZ AV) und Torsten Lehmann (IKZ) - Dr. Esser, der im Hauptberuf Oberarzt und Leiter der Pneumologie am Sana-Klinikum in Remscheid ist und nebenbei immer noch als Musikproduzent im kleinen Tonstudio daheim arbeitet, im Großen Haus erklären, wie man seine Gesundheit erhalten kann statt Krankheiten zu heilen. Darüber wird der 44-Jährige zunächst in einem Vortrag und anschließend im Gespräch mit IKZ-Chefredakteur Thomas Reunert berichten, und das aus seiner beruflichen, aber auch ganz persönlichen Erfahrung.

So konnte er bei seiner chronischen Arthrose im Knie, die aus der Leistungssport-Zeit herrührt, bei einem zusätzlich akut noch auftretenden Schaden zwar auch eine Operation seinerzeit nicht vermeiden. „Danach würde ich aber nicht mehr laufen gehen können, hatten sie mir vorher gesagt“, erzählt Dr. Esser. Er strafte sie Lügen: Dank gezielten Muskelaufbaus sind heute pro­blemlos wieder 15 bis 20 Kilometer drin. „Man muss umdenken, Arthrose bedeutet nicht den – Achtung – Schuss ins Knie, man kann beispielsweise mit Physiotherapie viel erreichen.“

Natürlich gebe es ganz klare Indikationen, bei denen die ärztliche und schnelle Intervention unumgänglich sei wie beispielsweise ein Herzinfarkt. „Aber viele gesundheitliche Probleme kann man erst einmal durch eine Änderung des Lebensstils und viel Bewegung in den Griff bekommen“, sagt er und verweist auf Diabetes-Patienten, die genetisch vorbelastet das Unabdingbare zumindest lange hinauszögern könnten. Oder Blutdruck-Patienten, die dank Bewegung und Gewichtsreduktion sogar auf ein bis zwei der Medikamente, auf die sie bislang eingestellt sind, verzichten könnten: „Denn die haben ja auch Nebenwirkungen, und da kann ich es ehrlich nicht verstehen, warum die Leute die nehmen anstatt eine Runde durch den Wald zu joggen oder zu walken.“ Wichtig: Wer versucht, das so anzugehen, sollte das immer in ganz enger Absprache und Begleitung mit seinem Hausarzt machen. „Wenn der Betroffene das dann aber konsequent macht, kann er sich viele Facharzt-Termine sparen“, sagt Dr. Esser und wäre selber auch nicht traurig, wenn er die 80 Prozent Raucher unter seinen Lungenkranken Patienten bei einem Verzicht auf das Laster künftig nur noch einmal im Jahr sehen würde.

Und noch eines ist „Doc Esser“ ganz wichtig, was er auch persönlich beherzigt: „Man kann gerne mal einen Abend am Wochenende über die Stränge schlagen, aber dann muss man sich eben auch die nächsten vier, fünf Tage ordentlich bewegen und keinen Alkohol trinken, um seiner Leber die Chance zu geben, wieder zu entgiften.“ Und er fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Denn ein Konterbier funktioniert nicht.“

Das sind die weiteren Vorträge im Großen Haus und einmal auch im Löbbeckesaal

10.15 Uhr Sven Kruse, Leiter der medizinischen Abteilung der Iserlohn Roosters: „Einblicke in die faszinierende Welt der Faszien – Faszienmanipulation nach Sven Kruse“

11.30 Uhr Dr. Holger Hofheinz, Ärztlicher Leiter der Klinik am Rhein, Düsseldorf: „Wa(h)re Schönheit – Warum viele freiwillige eine dicke Lippe riskieren“.

13 Uhr Dr. Henning Rust, Evangelisches Krankenhaus Bethanien: „Wenn das Herz ins Stolpern kommt –Alles über Herzrhythmusstörungen“

16 Uhr Dr. Karsten Knizia, Facharzt der Paracelsus-Klinik Hemer: „So bringe ich meinen Rücken zum Entzücken – wie die Gesundheit der Wirbelsäule und das persönliche Wohlbefinden zusammenhängen“

Außerdem wird – Dr. Axel Bünemann, Chefarzt Innere Medizin am St.-Elisabeth-Hospital, im Löbbeckesaal um 10.30 Uhr über „Ernährung – gesund und auch noch gut fürs Klima“ sprechen.

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