Sporthalle

Drei-Felder-Halle sorgt für Zündstoff

Die Hauptschule in Hennen steht seit Jahren leer und soll abgerissen werden.

Foto: Jörg Kleine

Die Hauptschule in Hennen steht seit Jahren leer und soll abgerissen werden. Foto: Jörg Kleine

Iserlohn/Hennen.   Der Iserlohner Stadtrat stimmt für eine neue Bebauungsplanung rund um die Hauptschule in Hennen. Der Teufel steckt politisch im Detail.

Wohnflächen schaffen, leere Schule abreißen, Schwimmbad erhalten, neue Sporthalle bauen – dieser Akkord soll sich am Standort der verwaisten Hauptschule Hennen künftig harmonisch zusammenfügen. Einstimmig hat der Stadtrat votiert, das Baurecht dafür zu schaffen. Doch im Detail gab es in der Ratssitzung am Dienstag ein heftiges Wortgefecht, besonders zwischen CDU und SPD. Im Blickpunkt steht die geplante Sporthalle.

„Meine Fraktion wird der Aufstellung des Bebauungsplans für Hennen zustimmen“, machte der stellvertretende CDU-Fraktionschef Michael Schmitt zum Auftakt klar: „Aber da muss einfach noch ein bisschen mehr Fleisch an die Knochen.“ Kernfragen: Können Teile des Schulgebäudes vielleicht auch erhalten werden? Vor allem aber: Ist eine neue Dreifachsporthalle in Hennen die richtige Wahl?

CDU will zunächst Zahlen und Fakten

Hintergrund ist, dass das Sportamt voriges Jahr keinen Bedarf für eine Drei-Felder-Halle in Hennen sah. „Wir möchten deshalb zunächst Zahlen, Daten und Fakten“, betonte Schmitt. So plädiert die CDU dafür, eine Halle mit „multifunktionaler Nutzung“ in Hennen zu bauen. Zuvor soll die Stadtverwaltung aber den tatsächlichen Bedarf ermitteln. Und genau dies wollte die Union im Beschluss ergänzt haben.

Der CDU-Vorstoß stieß bei SPD-Fraktionschef Dimitrios Axourgos jedoch auf gehörig Gegenwind. Der Antrag der CDU sei zuvor schon im Planungsausschuss abgelehnt worden. Zudem hätten die Vereine bei der Bürgerversammlung Ende Mai in Hennen sehr deutlich gemacht, dass allein die örtlichen Vereine eine Drei-Felder-Halle voll auslasten würden.

SPD zeigt sich „ein wenig fassungslos“

Die von der CDU erneut aufgebrachte Standortfrage „lässt mich deshalb ein wenig fassungslos zurück“, wetterte Axourgos: Problem der CDU sei, dass sie eine Drei-Felder-Halle für Hennen im Grunde ablehne. „Aber die SPD-Fraktion wird hier einhellig für die Bedürfnisse in Hennen stimmen.“

Auch FDP-Sprecher Dr. Bernd Dresp und der Fraktionschef von UWG-Piraten, Hans Immanuel Herbers, plädierten dafür, die Planung in Hennen nunmehr ohne weitere Bedarfsermittlung auf den Weg zu bringen.

Kryptisch erschien die Position von Grünen-Sprecher Harald Eufinger: „Wenn wir demnächst alles nur nach Bedarfsabfrage machen, dann machen wir bald gar nichts mehr.“ Zudem sei Hennen viel versprochen worden. Andererseits schlug Eufinger vor, durchaus einen Vergleich von Sportstätten in Iserlohn und anderen Städten in Nordrhein-Westfalen vorzulegen.

Linken-Fraktionschef Oliver Ruhnert teilte indes die Position der CDU: „Diese Vorlage ist der Einstieg in eine Planung mit Dreifach-Sporthalle – obwohl wir nicht wissen, ob der Bedarf wirklich da ist“, betonte Ruhnert. Sei der Bedarf ermittelt, „dann stimmen wir gerne mit“. CDU und Linke kamen aber bei 22 gegen 24 Stimmen mit dem Zusatzantrag nicht durch.

Insgesamt geht es bei der Planung in Hennen um ein Areal von 2,6 Hektar rund um die Schule mit Wohngebiet, Mischgebiet, Sportnutzung und Straßen.

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