58th Scottish Volunteers

Dudelsack und Trommeln auch für Kinder in Iserlohn

| Lesedauer: 3 Minuten
Bei den Iserlohner 58th Scottish Volunteers gibt es jetzt auch eine Kindergruppe. 

Bei den Iserlohner 58th Scottish Volunteers gibt es jetzt auch eine Kindergruppe. 

Foto: Miriam Mandt Böckelmann

Iserlohn.  Die 58th Scottish Volunteers haben eine neue Kinder-Gruppe eingerichtet: Sogar ein Logo gibt es schon.

Nicht nur fürs Foto gibt der siebenjährige Philipp alles: Voller Inbrunst hämmert er auf sein Drum Pad, ein spezielles Übungskissen, das Schülern den Einstieg in die Welt des Trommelns erleichtern und gestresste Elternohren schützen soll. Philipp ist eines von derzeit fünf Kindern, die bei den 58th Scottish Volunteers Iserlohn die neugegründete Kids-Gruppe besuchen.

Sogar ein kindgerechtes Logo im Comic-Stil gibt es schon: Es zeigt das sagenumwobene Ungeheuer von Loch Ness, aber diesmal zeigt sich „Nessie“ musikalisch, es spielt Dudelsack – und ein Highland-Rind lauscht verzückt.

Unterrichtet werden die schottische Bagpipe, der Dudelsack, und die schottische Tenor-Drum, eine Trommel, die sich zum Marschieren eignet. Auch Shania (9) und Fabienne (8) sind mit dabei: Sie spielen mehrmals in der Woche und haben schon große Fortschritte gemacht. Geübt wird anfangs lediglich auf den Dudelsackflöten: Die sogenannten Bags, die später unter dem Arm getragen werden und den Klang erzeugen, kommen bei den Kindern erst später hinzu.

Erst die Melodien, Noten kommen erst später

Ins Leben gerufen haben die neue Kids-Gruppe die beiden Vollblutmusikerinnen Anna Eifler und Cornelia Lemke. Sie sagen: „Bei uns sind alle Kinder ab der dritten Klasse willkommen. Die einzigen Voraussetzungen sind Spaß und Freude an der Musik.“ Der Unterricht sei an die bekannte Musikalische Früherziehung der Musikschulen angelehnt, erklärt Anna Eifler. Erst würden Melodien gelernt, die Noten kämen erst später hinzu.

„Bei uns gibt es keinen Leistungsdruck, jeder kann in seiner Geschwindigkeit lernen.“ Anschaffungskosten für ein Instrument kommen auf die Eltern keine zu, Übungs-Pipes und -Drums werden vom Verein gestellt. „Der Lernerfolg ist groß“, sagt Cornelia Lemke. „Nach zwei bis drei Monaten stehen die Grundnoten und erste Melodien wie etwa von Amazing Grace sind möglich.“

Die Iserlohner Pipe- und Drumband kann sich über viele neue Mitglieder freuen, wie 1. Vorsitzender Dieter Milke erzählt. „Wir waren selbst überrascht, aber seitdem sich die Lage nach Corona wieder etwas entspannt hat, haben wir zehn neue Mitspieler gewonnen“, sagt Milke. Der Verein, der insgesamt 41 aktive Mitspieler im Alter zwischen 21 und 70 Jahren zählt, habe Werbung in den sozialen Medien gemacht, außerdem sei bei vielen Menschen in der Pandemie der Wunsch entstanden, selbst Musik zu machen.

Was auffällt: Immer mehr Frauen spielen Dudelsack oder Trommel und halten so die Tradition der englischen Militärmusik – gespielt von britischen Soldaten, die in Kasernen rund um Iserlohn stationiert waren – aufrecht. Die siebzehnjährige Ronja ist schon länger mit dabei. Sie ist ein echter Schottland-Fan und sagt: „Ich liebe die Landschaft und die Musik – und jetzt kann ich ein Teil davon sein.“

Anders als die erwachsenen Volunteers verzichten die Kinder auf das traditionelle Marschieren und die dazugehörigen Kommandos, sie spielen ihre Instrumente „aus dem Stand“, wie Cornelia Lemke erklärt. Eines aber wird gleich sein: „Auch die Kinder sollen stilecht einen Kilt tragen – am Design arbeiten wir derzeit noch.“

Interessierte Kinder können sich bei Anna Eifler (Dudelsack, 01590/1799749) und Cornelia Lemke (Trommel, 01590/ 1260860) melden. Die Proben finden immer montags von 16.30 bis 17.30 Uhr im Studio des Parktheaters statt.

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