Einzelhandel

Durchwachsene Bilanz zum Fest

Bei Rewe „Drath“ waren an Heiligabend vor allem Fleisch und Wurst sowie Obst und Gemüse bei den zahlreichen Kunden gefragt.

Bei Rewe „Drath“ waren an Heiligabend vor allem Fleisch und Wurst sowie Obst und Gemüse bei den zahlreichen Kunden gefragt.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Nicht alle Händler sind mit dem Geschäft rund um Weihnachten zufrieden.

Die Feiertage sind vorbei, gestern waren die Geschäfte in der Innenstadt wieder von Kunden mit Gutscheinen oder mit Umtauschwünschen gefüllt. Doch wie waren die Tage vor dem Fest?

Den Samstag, letzter regulärer Öffnungstag der Einzelhändler, bezeichnet „B & U“-Geschäftsführerin Kirsten Opris als zufriedenstellend. „Es war für uns sehr gut, wir hatten bis 18 Uhr gut zu tun, vor allem in den Bereichen der jungen Mode für Damen und Herren, während die Älteren wohl eher mit den Festvorbereitungen beschäftigt waren“, sagt sie. Traditionell seien am 23. Dezember noch zahlreiche „SOS-Geschenke“ wie Oberhemden, Schals oder Mützen über die Theke gewandert. „Das ist aber weniger geworden, die Leute kaufen inzwischen überlegter ein“, weiß Kirsten Opris. Der letzte Verkaufstag vor Weihnachten war aus ihrer Sicht „besser als erwartet“.

Silke Dunkel vom gleichnamigen Lederwaren-Geschäft ist insbesondere nicht mit dem Samstag zufrieden. „Doll war es nicht“, erklärt sie. Und: „Morgens war es ganz okay, nachmittags ist es eingebrochen. Ich schätze, dass sich da schon viele auf den Weihnachtsbesuch am Abend vorbereitet haben.“ Daher wäre es aus ihrer Sicht auch „sinnlos“ gewesen, an Heiligabend zu öffnen. Was Silke Dunkel besonders frustriert, sind diejenigen, die sich bei ihr und anderen Kollegen ausgiebig beraten lassen, um dann im Internet zu kaufen. „Die Beratung wird nicht honoriert, die Leuten werden zum Teil noch patzig, wenn ich ihnen nicht gestatte, Ware in meinem Laden zu fotografieren.“ Auch die Mühen, dass ein Geschäft hübsch dekoriert sei und dass Plätzchen und Glühwein serviert werden, würden oftmals nicht gesehen. „Das ist alles nicht sehr erfreulich, aber was sollen wir noch machen, um die Leute zu bespaßen?“, fragt sie.

Kein klassisches Weihnachtsgeschäft mehr

Volker Hellhake, Inhaber von „Life Sport“, hat am Samstag noch so manche Spontan-Käufer bedienen können. Dennoch unterstreicht er, dass es „das klassische Weihnachtsgeschäft wie vor zehn, fünfzehn Jahren“ gar nicht mehr gebe. Zwar sei der Kundenstrom vier bis fünf Tage vor dem Fest noch einmal gewachsen – aber eben nicht so stark wie vor Internetzeiten. „Wir sind noch relativ zufrieden, weil es vor Weihnachten noch viel Schnee gab“, sagt er. Die Online-Käufe bekommt auch Hellhake deutlich zu spüren. Um dem etwas entgegen setzen zu können, würde er sich ein stärkeres Engagement von Seiten der Stadt und des City-Managements wünschen. „Das fängt mit der Außenwerbung an und hört mit den rappelvollen Mülleimern auf dem Weihnachtsmarkt auf“, fasst er nur zwei Kritikpunkte, die auch andere Einzelhändler haben, zusammen. „Iserlohn bewegt sich dahin, dass es das eine oder andere Geschäft nicht mehr geben wird“, so Hellhake.

Fleisch, Wurst, Obst und Gemüse waren gefragt

An Heiligabend war der Schapker Platz das Ziel zahlreicher Kunden. Rewe „Drath“ gehörte zu den wenigen Ausnahmen unter den Lebensmittelhändlern im Umkreis, die am Sonntagvormittag geöffnet hatten. „Es war sehr gut, wir sind sehr zufrieden“, sagt Marktleiter André Klitzka.

Er hat eine große Nachfrage an Molkereiprodukten, Fleisch, Wurst, Obst und Gemüse ausgemacht. Alles, was nicht in den Bereich Lebensmittel gehört – Teelichter, Putz- oder Waschmittel, – durfte nicht verkauft werden. „Wir haben unsere Kunden mit Schildern darauf hingewiesen, sie wussten aber schon Bescheid und hatten Verständnis“, erzählt Klitzka.

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