Umweltschutz

Eigene Mehrwegbecher immer noch unbeliebt

Der eigene Kaffeebecher lässt sich problemlos immer wieder befüllen. Kunden sollten nur darauf achten, ihn regelmäßig zu reinigen.

Der eigene Kaffeebecher lässt sich problemlos immer wieder befüllen. Kunden sollten nur darauf achten, ihn regelmäßig zu reinigen.

Foto: Carolin Meffert

Iserlohn.  Manche Filialen gewähren Rabatte für den Umweltschutz, für die Attraktivität müsste aber mehr getan werden.

Man sieht sie überall: In den Einkaufsstraßen, in Bus und Bahn oder auch im Auto. Der Coffee-to-go Becher ist mittlerweile allgegenwärtig. Doch die Pappbecher produzieren einen Haufen Müll. Laut der Deutschen Umwelthilfe werden pro Jahr 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher verbraucht, die am Ende häufig in den Parks oder auf öffentlichen Plätzen und Straßen landen. Der produzierte Abfall lässt sich jedoch vermeiden.

Rechtlich spricht nichts gegen Angebote zur Befüllung mitgebrachter Mehrwegbecher für Heißgetränke – die jeweils verantwortlichen Lebensmittelunternehmer müssen sich allerdings freiwillig dazu entscheiden.

Das Konzept ist auch in der Iserlohner Innenstadt bekannt. Viele Bäckereien und Cafés bieten bereits einen eigenen Thermobecher zum Verkauf an. Doch bisher nehmen noch nicht allzu viele Konsumenten diese Möglichkeit wahr. „Es werden immer mehr, aber trotzdem sind es noch zu wenige. Und für uns ist es natürlich auch besser, wenn die Kunden den Müll vermeiden“, erklärt Serdar Catak, Filialleiter von Backwerk in der Iserlohner Innenstadt. Als Anreiz bietet er seinen Kunden 10 Cent Rabatt auf den Kaffee.

Die Bäckerei Kamp ist gerade dabei, ihr eigenes Mehrwegpfandsystem für Coffee-to-go-Becher umzusetzen. „Die Becher können in unseren Filialen erworben und dann jederzeit in einer unserer Filialen wieder abgegeben werden“, sagt Frau Kamp. Sobald das neue System eingeführt ist, soll es auch Aktionen geben, um Anreize für den Kunden zu schaffen, den Müll zu vermeiden.

Auch das Iserlohner Café Fuchs und Hase hat kein Problem mit den eigenen Bechern. Doch auch hier kommt es sehr selten vor, dass sich Kunden den Kaffee in den eigenen Behälter füllen lassen. Mitarbeiterin Lara Hücking stellt fest: „Es gibt einige Stammgäste, die sich ihr Getränk öfters holen, die bringen dann auch ihren eigenen Becher mit.“

Die Befüllung der Becher ist nicht verpflichtend

Bedenken in Bezug auf die Hygiene haben nur wenige Cafés. Dennoch gilt: Derjenige, der sein Lebensmittel ausgibt, ist verantwortlich für die Einhaltung der Vorschriften. „Niemand kann angehalten werden, den Becher aufzufüllen“, sagt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises. „Sobald der Becher über die Theke geht, bringt man die eigenen Viren und Bakterien in den Lebensmittelbereich. Für viele ist das Risiko zu hoch, weil sie dafür haften.“ Aus diesem Grund gehen in der Bäckerei Kamp und in der Tchibo-Filiale die Becher nicht hinter die Ladentheke. Der Kaffee wird separat in ein Glas gefüllt und dann in den jeweiligen Becher umgeschüttet. Doch einheitlich ist dieses System nicht. In der Bäckerei Niehaves wird stattdessen verstärkt auf die Sauberkeit geachtet. „Der Becher sollte schon sauber und ordentlich ausgewaschen sein“, rät die Mitarbeiterin Fabienne Banse den Kunden. „Wenn der Becher zu verdreckt ist, lehnen wir die Befüllung ab.“

Der Wille, Müll zu vermeiden und das Bewusstsein in der Öffentlichkeit dafür zu stärken ist da. Bereits 2016 entwarf die Schülerwerbeagentur „PausenbrotDesign“ des Berufskollegs MK einen Becher. Mit Tuschezeichnungen stellten sie auf dem Becher die Sehenswürdigkeiten des Märkischen Kreises dar. Beispiele wie dieses könnten anderen als Beispiel dienen, um die umweltfreundliche Variante attraktiver zu machen – und damit den Genuss ohne Schuldgefühl.

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