Leben

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Briefmarkensammler Dieter Herveling

Briefmarkensammler Dieter Herveling

Foto: Kevin Pinnow / IKZ

Iserlohn.  Hans-Dieter Herveling hat neben 200 Raumfahrtbriefen die originalen dpa-Meldungen der ersten Mondlandung in seinem Besitz.

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„eil eil. dpa 34 al. zum ersten mal hat ein Mensch seinen fuss auf den mond gesetzt. dpa 34 se/ba 21.jul 69 0354.“ Es sind seltene Aufzeichnungen eines historischen Moments der Menschheitsgeschichte, die Hans-Dieter Herveling da in seinen Händen hält. Es sind die ersten Eilmeldungen der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die am 21. Juli 1969 – an dem Tag, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond betraten – per Fernschreiber in die Redaktionen von Funk und Fernsehen gesendet wurden.

„Wir saßen in dieser Nacht wie alle anderen vor dem Fernseher“, erzählt Hans-Dieter Herveling. Neben ihm auf der Couch: Sein guter Freund Peter Viehl, der damals als Kameramann beim WDR arbeitete und am Morgen nach der Mondlandung Filme zum Entwickeln nach Köln bringen musste. „Und da fand er diese Fernschreiben aus Houston im Papierkorb“, erinnert sich Herveling. Viehl versicherte sich bei seinen Vorgesetzten, ob er die dpa-Meldungen mitnehmen dürfe. Er durfte. Und schenkte sie seinem Freund Hans-Dieter Herveling.

„Er wusste, dass ich eine Sammlung mit Raumfahrtbriefen habe“, sagt der eigentliche Briefmarkensammler. Doch die dpa-Meldungen übertrafen alles. Minuziös sind die Schritte bis zur Mondlandung auf den insgesamt drei Seiten dokumentiert. Vom Beginn der Brems- und Schwebephase über das Öffnen der Luke bis zum großen Schritt für die Menschheit. Auf die Eilmeldungen folgt dann unter dem Titel „Der erste Griff nach den Sternen“ die erste Hauptzusammenfassung.

Zur Leidenschaft für Raumfahrt brachte ihn damals sein ehemaliger Arbeitskollege Günter Humme. Humme beschäftigte sich leidenschaftlich mit der Thematik und fragte irgendwann auch Herveling, ob er an Briefen von Raumfahrt­stationen oder Schiffen, die im Atlantik und Pazifik zur Rettung der Raumkapsel eingesetzt wurden, Interesse hätte. „Mir selbst war das zu viel Arbeit. Aber er hat mir angeboten, mir die Briefe für ein kleines Entgelt zu besorgen“, erzählt Hans-Dieter Herveling vom Start seiner Sammlung Ende 1967.

Offizielle Stempel und Unterschriften der Offiziere

Brief um Brief schrieb Günter Humme an etliche Stationen und Bergungsschiffe in ganz Europa und den USA. Viele kamen zurück. „Mit den offiziellen Stempeln und sogar Unterschriften von Offizieren“, sagt der Sammler. Um die Briefmarken oder gar den Inhalt ging es bei diesen Stücken nicht – nur rein um den Briefumschlag. „Obwohl es nicht auszuschließen ist, dass irgendwo eine seltene Marke mit dabei ist.“ Über 200 Raumfahrtbriefe – von Apollo 11 bis Apollo 17 – besitzt Hans-Dieter Herveling mittlerweile in seiner Sammlung. Alle chronologisch in zwei dicken Ordnern abgeheftet. Auch alte Zeitungsartikel über den vorzeitigen Abbruch von Apollo 13 sind darin zu finden. Und viele Aufnahmen zu den einzelnen Raumfahrtmissionen. „Ich habe einen alten Kalender zerlegt und den einzelnen Missionen zugeordnet“, erzählt der 80-Jährige.

Wie viel seine außergewöhnliche Sammlung samt der womöglich seltenen dpa-Meldungen Wert ist, das weiß Hans-Dieter Herveling nicht. Darum geht es ihm aber auch nicht. Vielmehr möchte er, dass diese Jahrhundert-Sensation für die kommenden Generationen festgehalten wird. „Deswegen bekommen auch meine Enkelkinder die Sammlung.“ Eine Sammlung über den Moment, der vor 50 Jahren alle innehalten ließ.

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