Stadtleben

„Ein echter Gewinn für das Quartier“

Martin Ossenberg als Hausherr der Iserlohner Werkstätten (li.) stellte mit Repräsentanten der Schule für Physiotherapie „MaxQ“ und dem Kissing-Architekten-Team die Umbauten im neuen „Karree 38“ vor.

Martin Ossenberg als Hausherr der Iserlohner Werkstätten (li.) stellte mit Repräsentanten der Schule für Physiotherapie „MaxQ“ und dem Kissing-Architekten-Team die Umbauten im neuen „Karree 38“ vor.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Die Physioschule „MaxQ“, die Angestellten-Akademie und die Iserlohner Werkstätten beleben das „Karree 38“ am Vödeweg.

Die Schüler der Schule für Physiotherapie „MaxQ“ hatten am Montag „sturmfrei“. „Wir haben unsere 69 Schüler, die aus dem gesamten Kreisgebiet kommen, informiert, dass sie zu Hause bleiben können. Über die Plattform Moodle haben sie Aufgaben bekommen, die sie zu Hause lösen können“, berichtete Schulleiterin Kristine Helmus am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz.

Dazu hatten die Hausherren der Iserlohner Werkstätten eingeladen, um die neu gestalteten Räumlichkeiten in dem ehemaligen Wila-Fabrikgebäude im „Karree 38“ vorzustellen. Seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres hat die „MaxQ-Physioschule“ ihre neuen Räume auf einer Fläche von 700 Quadratmetern in dem 11.000 Quadratmeter großen Komplex zwischen Vödeweg und Gerlingser Weg bezogen. „Wir sind sehr glücklich über die offenen und hellen Räumlichkeiten, die für unsere Schüler beste Lernvoraussetzungen bieten“, schilderte Kristine Helmus die hohe Zufriedenheit von Schülern, Dozenten und Leitungsteam. Und erklärte: „Das war ein Glücksfall für uns.“

Iserlohner Werkstätten ziehen im April ein

Architektur und Lage überzeugen ebenso wie die Synergien unter den Nutzern. Im „Karree 38“ sind neben der Physioschule die Deutsche Angestellten-Akademie und ab April auch die Iserlohner Werkstätten untergebracht. „Das bietet tolle Voraussetzungen für Kooperationen“, sagte die Schulleiterin. Sie will beim Tag der offenen Tür die Band „Worker’s Delight“ der Iserlohner Werkstätten auftreten lassen. „Wir werden am 20. Juni unser Jubiläum aus Anlass unseres 30-jährigen Bestehens feiern.“

Martin Ossenberg, Geschäftsführer der Iserlohner Werkstätten, möchte die Physioschule auch beim betrieblichen Gesundheitsmanagement für sein Unternehmen berücksichtigen, das am Ende mit rund 500 Beschäftigten in dem künftig barrierefrei mit vier Aufzügen bestückten Komplex untergebracht sein wird: „So viele, wie früher auch bei Wila an diesem Standort arbeiteten“, weiß Ossenberg. Ende April soll der Administrationsbereich der Iserlohner Werkstätten von der Giesestraße ins „Karree 38“ ziehen. Ende Juni folgt der Werkstattbereich, der auf drei Etagen einzieht.

Im Sommer steht dann die Bistro-Eröffnung an. Dazu loten die Iserlohner Werkstätten Kooperationen mit ihrem eigenen Erfolgsmodell „Bahnsteig 42“ in Letmathe aus: „Wir setzen auf Inklusion anders herum“, sagte Ossenberg. Der Kunstverein Iserlohn, der ebenfalls sein Domizil im „Karree 38“ hat, wird auch in den Fertigungshallen Ausstellungsmöglichkeiten bekommen. Mit den 17 Azubis der Iserlohner Werkstätten plant der Kunstverein ein gemeinsames Kunstprojekt. Um der Öffentlichkeit das Karree vorzustellen, planen die Iserlohner Werkstätten und die Diakonie Mark-Ruhr für den 11. und 12. September Tage der offenen Tür.

Hainbuchen und Linden werden gefällt und ersetzt

Die Architekten Manfred und Max Kissing zeigten sich zuversichtlich, dass die Zeitpläne eingehalten werden. Auch das Außengelände erhält ein neues Gesicht. Den Block-Charakter heben große Glasfassaden über dem Hauptportal am Eingang auf. Max Kissing kündigte an, dass bis Ende des Monats am Vödeweg zwei Linden und neun Hainbuchen Bäume weichen. In Absprache mit dem Märkischen Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer werde es aber Ersatzpflanzungen am Vöde- und Gerlingser Weg geben; sowohl am Hochregallager als auch im Innenhof. Dort sollen begrünte Begegnungsflächen mit einem Glaspavillon mit Sitzengelegenheiten anstelle bestehender Parkflächen geschaffen werden. „Das bringt Leben ins Quartier“, prognostizierte Ossenberg. Und Manfred Kissing ergänzte: „Ein echter Gewinn für das Quartier. Die soziale Kontrolle wird über das mit Leben gefüllte Karree sichergestellt.“ Bereits jetzt habe sich die Situation an der Zufahrt entschärft, wo in der Vergangenheit mit Drogen gehandelt worden sei.

Auf dem Dach wird es eine Photovoltaikanlage geben, die das Gebäude mit Strom versorgt. Eine Elektrotankstelle soll E-Bikes, für die Fahrradstellplätze entstehen sollen, mit Strom versorgen. In Abstimmung mit der Stadt werde außerdem an einem Verkehrskonzept gearbeitet.

Projektmanagerin Siegrid Rosochatzki berichtete abschließend von mehreren Interessenten für die Reserveflächen im „Karree 38“.

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