Kunst

Ein inspirierender Abend der Kultur

Menschen an ihrem Arbeitsplatz zeigen die Arbeiten von Fotodesigner und Barendorf-Bewohner Gisbert Körner, der zu den Initiatoren der Ateliernächte im Künstler- und Museumsdorf zählt.

Foto: Daniel Reiners

Menschen an ihrem Arbeitsplatz zeigen die Arbeiten von Fotodesigner und Barendorf-Bewohner Gisbert Körner, der zu den Initiatoren der Ateliernächte im Künstler- und Museumsdorf zählt. Foto: Daniel Reiners

Iserlohn.   Künstler laden ein zur sechsten Barendorfer „Ateliernacht“ und präsentieren den Besuchern einen Abend mit Malerei, Zeichnung, Skulptur und Fotografie

Von der Industrieansiedlung im 19. Jahrhundert zum Kulturdenkmal mit ganz eigenem Charme, wie jeder Iserlohner sofort zustimmen würde. Einst herrschte hier die Fabrik und das Handwerk, neben Nadeln wurden unter anderem Türklinken und Kerzenleuchter weltweit exportiert; nach dem ersten Weltkrieg war dann Schluss. 2017 ist Barendorf bekannter und aktiver denn je, und auch bei der heute dort ansässigen Künstlerszene spielt das Handwerk nach wie vor eine große Rolle. Davon konnte man sich am Samstag beim Schlendern von Atelier zu Atelier selbst überzeugen: Die sechste „Barendorfer Ateliernacht“ lud Interessierte zu einem kulturreichen und geselligen Abend ein.

Treffpunkt war wiederdie Wein- und Käsetafel

Treff- und Startpunkt war die traditionelle Wein- und Käsetafel, die mitten im Dorf errichtet alle Besucher zunächst gemeinsam auf den Abend einstimmen sollte. Dass das Wetter hier schnell einen Strich durch die Rechnung machte, störte niemanden, wurde dadurch die Atmosphäre in den kleinen Ateliers doch nur noch gemütlicher. Rundgänge durch verschiedenste Stile und Disziplinen, von Malerei, Zeichnung, Skulptur und Plastik bis zur Fotografie, präsentiert von heimischen- und Gastkünstlern.

Mitbegründer Konrad Horsch, gelernter Tischler sowie studierter Kunsttischler, präsentierte Werke eines neuen Projektes: Objekte im öffentlichen Raum, hergestellt aus alten, abgetragenen Schienen umliegender Bahntrassen. Ein „Upcycling“, so könnte man sagen, das mit neuem Mehrwert Objekte wie eine Kletteranlage und unterschiedliche Sitzgelegenheiten entstehen lässt. „Im Technikzeitalter mit dem Smartphone in der Hand auf einer alten Bahnschiene sitzen, ein Bild zum Nachdenken, nicht wahr?“, sagt der Künstler.

Während die Ausstellung im Freien zu sehen war, gab es im inneren des Hauses C die Fotoausstellung „Lokale Nachhaltigkeit“ des Fotografen Marcus Hiersemann zu sehen: In Zeiten von großen Umweltproblemen und eskalierenden Klimaentwicklungen zeigt der Fotograf lokale Akteure, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, klein und oft im Stillen, trotzdem aber erfolgreich in gesünderen Kreisläufen zu wirtschaften und damit einen wichtigen Beitrag für die Zukunftssicherung kommender Generationen zu leisten.

Von der Fotografie zur Zeichnung; Freihandzeichnen. Johann Daniel Thulesius, ehemaliger Professor für Architektur in Bochum und Hagen, zeigte eine Auswahl von Exkursionszeichnungen mit einer Besonderheit: Alle Zeichnungen wurden vor Ort von Hand gezeichnet.

Neben viel darstellender Kunst gab’s auch Musik

Malerei und Skulptur: Brigitte Felicia Siebrecht, .kl Pempeit und Mathias Schubert (Gastkünstler) präsentierten im Haus A unter Anderem abstrakte, die Leinwand als Gestaltungsmittel mit einfließen lassende Malereien, formal-philosophische Grafiken, bildhauerische Arbeiten geprägt von organischer Natürlichkeit sowie Malereien, die vom immer neuen Abschleifen und Wiederauftragen der Farbschichten geprägt sind.

Am längsten in Barendorf ansässig und doch mit einer der neueren Kunstformen zeigte Gisbert Körner die Fotoausstellung „Baumersroda“ in seinem Atelier, das sich über seiner Wohnung befindet. Dort wurden innerhalb weniger Tage Begegnungen mit Menschen jeder Art in einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt dokumentiert. „Ich war auf dem Weg zu einem alten Freund, als der Ort mich auf irgendeine eigentümliche Weise inspirierte“, erzählt der Fotograf.

Insgesamt freuten sich auch die Besucher über einen inspirierenden Abend voller Details und Unikate, und auch über die Livemusik: Brigitte Felician Siebrecht trat nämlich mit ihrer Indie-Band „Nosaer“ in ihrem Atelier auf und sorgte mit der Kombination aus Singer-Songwriter, Drums und Elektro für einen nicht minder atmosphärisch dichten Ausklang.

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