Stadtleben

Ein Neubau auf alten Fundamenten

Das Projekt „Fritz-Nolte-Haus“ an der Mendener Straße hat viele Beteiligte, darunter (v. re.) Petra Pientka und Fritzi Bimberg-Nolte als Bauherrinnen, Ernst Dossmann als Freund und Berater, Stadtbaurat Thorsten Grote, Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, Reinhard Quast als Vorstand der Baufirma Quast, Architekt Walter Ebeling, Eckhard Otto von der Firma Quast, Statiker Volkmar Krause, Bauleiter Michael Boß sowie Jens Büge von der Nolte-Gebäudeverwaltung.

Das Projekt „Fritz-Nolte-Haus“ an der Mendener Straße hat viele Beteiligte, darunter (v. re.) Petra Pientka und Fritzi Bimberg-Nolte als Bauherrinnen, Ernst Dossmann als Freund und Berater, Stadtbaurat Thorsten Grote, Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, Reinhard Quast als Vorstand der Baufirma Quast, Architekt Walter Ebeling, Eckhard Otto von der Firma Quast, Statiker Volkmar Krause, Bauleiter Michael Boß sowie Jens Büge von der Nolte-Gebäudeverwaltung.

Foto: Michael May

Iserlohn.   An der Mendener Straße in City-Lage entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Opel-Autohauses das Fritz-Nolte-Haus mit 19 barrierefreien Wohnungen.

Auch wenn man später nicht hindurch schreiten wird wie im Mittelalter, billigt Architekt Walter Ebeling diesem Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses die Qualität eines „Stadttors“ zu. Tatsächlich beginnt an dieser Stelle der Innenstadtkern, links führt die Mendener Straße vorbei, rechts die Vinckestraße. Mittendrin das frühere Gebrüder-Nolte-Autohaus, ein Bau aus den 1970er Jahren, der an der Keimzelle des Familienunternehmens steht, das die automobile Entwicklung der gesamten Region geprägt hat. Die automobilen Aktivitäten finden längst im Parkhaus nebenan statt, in dessen obere Stockwerke die Verwaltung gezogen ist, der Verkauf ohnehin im benachbarten „Autogarten“.

Schon seit mehreren Jahren planen Petra Pientka und ihre Mutter Fritzi Bimberg-Nolte, diesen Teil des Unternehmenskomplexes überwiegend mit Wohnraum zu überplanen. Erste Ideen mussten aufgrund des vom Galmeibergbau betroffenen Untergrundes verworfen werden, aber nun ist vom Iserlohner Architekten Walter Ebeling in Abstimmung mit den beiden Unternehmerinnen sowie Statik- und Bodenexperten eine Planung gefunden worden, die deren Vorstellungen entspricht und an der Stelle realisiert werden kann.

Eingang zum Fitnessstudio jetzt an der Vinckestraße

„Auf die alten Fundamente und den Keller wird neu aufgebaut“, beschreibt Petra Pientka die Vorgehensweise. Zuvor muss der alte Bau natürlich abgerissen werden. Erste Vorarbeiten haben bereits begonnen, das Fitnessstudio „High 5“ hat dazu seinen Eingang zur Vinckestraße verlegt. Dieser Bereich, der in den 70er Jahren als Supermarkt mit Parkdeck obendrauf für die Firma Hill errichtet wurde, bleibt übrigens bestehen und wird mit dem Neubau verbunden. Der Bauzaun drumherum steht schon, erste Arbeiten haben begonnen. Projektleiter Michael Boß von der Firma Otto Quast aus Freudenberg, die als Generalunternehmer den Bau realisiert, berichtet, dass die Entkernung im Inneren in der kommenden Woche beginnt, ab 1. April kommt dann der Abbruchbagger zum Einsatz. In fünf Wochen soll das alte Nolte-Gebäude komplett verschwunden sein. Und dann beginnt der Neubau, Stein auf Stein und mit Beteiligung regionaler Handwerksunternehmen.

Fritz-Nolte-Haus soll das Gebäude heißen in Erinnerung an den Gründer des Automobil-Unternehmens, das sich nach wie vor im Familienbesitz befindet. Fritz’ Vater Heinrich Nolte hatte zuvor dort ein Transportgeschäft mit Pferd und Wagen betrieben. Die heutige Seniorchefin Fritzi Bimberg-Nolte ist sogar im Haus Mendener Straße 21 geboren worden, das aber schon vor Jahrzehnten zwecks Expansion abgerissen worden war.

Im Sommer 2020 sollen die Wohnungen fertig sein

Das Fritz-Nolte-Haus wird, wie Petra Pientka im Rahmen eines Pressegespräches erklärte, in das auch viele am Bau Beteiligte eingebunden waren, im Erdgeschoss vier Gewerbeeinheiten erhalten, eine vermutlich als Treffpunkt der späteren Bewohner. Eine weitere Einheit wird von der Diakonie Mark-Ruhr als Büro für ambulante Pflege genutzt. Darüber entstehen zwei Stockwerke und ein (zurückspringendes) Staffelgeschoss mit insgesamt 19 barrierefreien Wohnungen in Größen von 39 bis 84 Quadratmetern, sämtlich barrierefrei erreichbar und mit Loggien oder Dachterrassen ausgestattet. Ein Treppenhaus samt Aufzug sorgt für die Erschließung, auf der Rückseite führen Laubengänge zu den Wohnungen. „Uns wurde zugesagt, dass im Sommer 2020 die Menschen einziehen können“, sagt Petra Pientka, nachdem sie zuvor die guten Kontakte zum Generalbauunternehmen gelobt hatte.

Architekt Ebeling verriet, dass die beiden Unternehmerinnen den Klinker für die Fassade selbst ausgesucht hätten. Und noch etwas hätten sie im Blick gehabt. „Der Wohnraum muss finanzierbar sein“, nannte er eine der Vorgaben.

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, mit Stadtbaurat Thorsten Grote beim Termin, nannte es eine gute Idee, die Wohnmöglichkeiten in der Innenstadt zu erweitern und sprach von einem Projekt „mustergültigen Wohnens“.

Auch wenn die Wohnungen barrierefrei errichtet werden und die Diakonie ins Haus einzieht: Die Mietwohnungen, so erklärt es Petra Pientka, sollen – wenn sie denn fertig sind – allen Interessenten offen stehen, nicht nur Senioren.

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