Bauprojekt

Ein neues Dach für das Schulzentrum

Energetische Dachsanierung am Schulzentrum Hemberg: Derzeit wird noch am Vorbau der alten Dreifachsporthalle gearbeitet, die Spezialfolie wird verschweißt.

Foto: Michael May

Energetische Dachsanierung am Schulzentrum Hemberg: Derzeit wird noch am Vorbau der alten Dreifachsporthalle gearbeitet, die Spezialfolie wird verschweißt. Foto: Michael May

Iserlohn.  Fördermittel des Bundes machen am Hemberg eine Sanierung in einem Schritt möglich.

Das Schulzentrum Hemberg ist schon ein gewaltiger Komplex, das verdeutlicht auch eine Zahl: Die Gebäude bringen es gemeinsam auf eine Dachfläche von 17 400 Quadratmetern. Und wenn diese großen Flachdächer marode werden, wird es richtig teuer. Seit den Sommerferien hat es die Stadt Iserlohn in Angriff genommen, 14 700 Quadratmeter Dachfläche in einem Schritt zu sanieren. 2,96 Millionen Euro wird die Maßnahme am Ende vermutlich kosten, aufgrund von Fördermitteln des Bundes muss die Stadt allerdings nur einen Eigenanteil von 10 Prozent berappen. Bauleiter Hermann Noll vom Kommunalen Immobilienmanagement (KIM) hofft nun, dass man in Sachen Flachdächer am Hemberg für rund 40 Jahre Ruhe hat, von kleineren Instandsetzungsarbeiten abgesehen.

Weitere Energie-Einsparung von rund 10 Prozent

Neben der Erneuerung maroder Teile des Dachaufbaus soll mit der Sanierung auch eine nochmalige Reduzierung des Energieverbrauchs um rund zehn Prozent einhergehen. Auf der Grundlage der Energiesparverordnung sei bei der energetischen Dachsanierung mit modernsten Möglichkeiten gearbeitet worden, berichtet KIM-Leiterin Claudia Zawada. Da, wo es notwendig war, wurden die Dachflächen von der Dampfsperre an komplett neu aufgebaut. Eine EPS-Dämmung (Styropor) wurde eingebaut, den Abschluss bildet eine 1,8 Millimeter starke Spezialfolie. Eine Kiesabdeckung haben die neuen Dächer nur in den Bereichen erhalten, wo es aus Brandschutzgründen erforderlich war.

Im Rahmen der Dachsanierung wurden auch zahlreiche Lichtkuppeln ersatzlos beseitigt. „Die Kuppeln haben uns ständig Ärger bereitet, nicht nur wegen Undichtigkeiten“, begründete Claudia Zawada diesen Schritt. Im naturwissenschaftlichen Trakt des MGI ist eine zusätzliche Lüftung eingeplant worden, auch vor dem Hintergrund dort lagernder Chemikalien.

Begonnen wurde mit der Sanierung in den Sommerferien im Bereich der Realschule. Dort wird im Rahmen der gewährten Fördermittel auch eine Photovoltaik-Anlage errichtet, deren Leistung ins Stromnetz der Schule eingespeist wird. Auf den übrigen Dachflächen sollen noch weitere Photovoltaik-Anlagen folgen, hier ist dann eine Einspeisung ins Stadtwerkenetz vorgesehen.

Ausgespart von der Sanierung bleibt die alte Dreifachsporthalle, wo bereits 2016 das Dach überarbeitet wurde, und der naturwissenschaftliche Trakt der Realschule, der vor einigen Jahren mit einem Gründach versehen wurde.

Die beauftragte Firma Lorsche, Holz- und Dachbau, aus Wiesbaum befindet sich mit den Arbeiten nunmehr in den letzten Zügen, in der kommenden Woche soll alles fertig sein, aktuell wird noch am Vorbau der Dreifachsporthalle gearbeitet. Vermutlich zu Jahresbeginn sollen weitere Arbeiten folgen, dann steht die Barrierefreiheit des Schulzentrums im Blickpunkt, Aufzüge werden eingebaut. Gerne würden Hermann Noll und Claudia Zawada auf Sicht auch die Fenster des Schulzentrums erneuern, sofern Finanzen bereitgestellt werden können.

Schulleitungen loben das beauftragte Unternehmen

Unserer Zeitung vorliegende Informationen, wonach die Arbeiten an den Dächern zu teils erheblichen Lärmbelästigungen während des Unterrichts geführt hätten, wollten weder Dr. Rita Köhler, Leiterin des MGI, noch Ute Neugebauer, Leiterin der Realschule Hemberg, bestätigen. Beide sprachen von zügigen und ordentlichen Arbeiten, auch seien die Schulleitungen immer an den Baustellenbesprechungen beteiligt worden. Sicherlich, so Dr. Rita Köhler, sei punktuell auch mal während der Unterrichtszeit gesägt oder gebohrt worden, insgesamt würde man der Firma aber Unrecht tun, hier Vorwürfe zu erheben. Es sei sogar an einem Feiertag gearbeitet worden, um den Schulbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen. Sehr genau, betont die Schulleiterin, nehme es das Unternehmen auch mit den Absperrungen, damit keine Schüler oder Lehrer gefährdet würden. Ute Neugebauer ergänzte, dass ein Großteil der lärmintensiveren Arbeiten in den Ferien erledigt worden sei.

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