125 Jahre Aloysius-Kirche

Ein Symbol aus Ziegeln, Tuff und Marmor

Die Katholische Kirche St.Aloysius am Hohler Weg wird 125 Jahre. Das feiert dei Gemeinde mit einer Festmesse am Freitag.

Die Katholische Kirche St.Aloysius am Hohler Weg wird 125 Jahre. Das feiert dei Gemeinde mit einer Festmesse am Freitag.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  Am Freitag nach Fronleichnam feiern die Katholiken in der Stadt um 19 Uhr den 125. Geburtstag der Aloysiuskirche mit einer Messe im Gotteshaus.

Wenn die Sonne über den Spitzen der romanischen Basilika steht, dann wird es mystisch am Hohlen Weg, wo sich die Türme der Pfarrkirche 56 Meter in den Himmel erheben. Gott so nahe wie möglich zu sein, das hatten die Bauherren im Sinn, als zum Aloysiusfest vor 125 Jahren, am 16. Juni 1894, die Vollendung des großen Werkes gefeiert wurde.

Die neoromanische Kirche war für die Iserlohner Katholiken damals viel mehr als ein Gotteshaus – sie war ein Symbol für das Wiedererstarken des Katholizismus nach den Wirren des Kulturkampfes, den man sich im jungen Kaiserreich mit dem protestantischen Reichskanzler Bismarck geliefert hatte.

Zwei Millionen Ziegelsteine aus Iserlohn, Niedermendiger Granit, Marmorplatten und Zement aus Bonn, Modelschiefer für das Dach – bestes Baumaterial für eine Kirche, die von Kölner Architekten geplant und von einem Soester Bauunternehmen in nur drei Jahren erstellt worden ist. Und die Gemeinde sang zur feierlichen Weihe: „Großer Gott, wir loben Dich. Herr, wir preisen Deine Stärke.“

Am 21. Juni 1894 bewegte sich eine feierliche Prozession den Hohler Weg hinauf, von einer dort sich befindenden Notkirche hin zu der gerade fertig gestellten St. Aloysius-kirche. Das Allerheiligste wurde aus der Notkirche in die neue Kirche übertragen. Natürlich geschah alles mit polizeilicher Genehmigung, so wie es auch heute noch üblich ist. „Es war der Festtag des heiligen Aloysius, und an diesem Tage wurde die erste heilige Messe in der neuen Kirche gefeiert, nachdem der Stellvertreter des Dechanten, Definitor Klagges, die Benediktion vorgenommen hatte. Er leitete auch den feierlichen Gottesdienst und hielt die Festpredigt. Leider war zu dieser Zeit die Pfarrerstelle noch nicht wieder besetzt, nachdem Pfarrer Gerhard Schröder im Jahr zuvor völlig überraschend gestorben war“, weiß Konrad Dickhaus, dereinst Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und immer wieder sonntags an der Orgel zur Messe zu hören. „Besonders gut gefällt mir an der St. Aloysius Kirche, dass sie zu Gebet und Besinnung einlädt. Als Organist erlebe ich immer wieder, wie sich die Leute einfach nur still in die Kirchenbänke setzen. Ich würde mir wünschen, dass die Kirche auch außerhalb der Gottesdienste geöffnet wäre“, sagt Dickhaus (66), dem die St. Aloysius-Kirche einen Herzensanliegen ist.

Das Gotteshaus ist einem Märtyrer gewidmet ist, der vor 428 Jahren starb und von Papst Paul V. 1605 heilig gesprochen wurde. Der Papst würdigte damit den Einsatz für Arme und Kranke des Aloysius von Gonzaga, eines Fürstensohnes aus Norditalien, für den sein Glaube der Mittelpunkt seines Lebens und Handelns war. Für Laura Strelzyk, die seit 2008 in der Gemeinde engagiert ist, die heute den Namen des Stadtpatrons Pankratius trägt, ist die Kirche „mein Lebensmittelpunkt, denn dort spielt sich einfach sehr viel ab. Fast mein ganzer Freundeskreis befindet und engagiert sich dort“, wie sie sagt.

Pfarrer Johannes Hammer, Dechant des Dekanates Märkisches Sauerland und Pfarrer im Pastoralverbund, sagt, dass die Aloysius-Kirche der Mittelpunkt seines Lebens- und Berufsweges sei. „Hier war 1991 bis 1995 meine erste Station als Vikar, hierher bin ich 2008 als Gemeindepfarrer zurückgekehrt, es ist die Kirche, an der ich am längsten Dienst getan habe. Nebenan ist mein Büro; und diese Kirche ist auch eine der größten Pfarrkirchen im Erzbistum Paderborn.“

Man habe an der Kirche und der Gemeinde die Veränderungen erleben können, die prägend waren. „Die Strukturen sind anders, aus einer typischen Stadtgemeinde ist eine multikulturelle Gemeinde geworden“, wie Johannes Hammer sagt.

In ein bis zwei Jahren wird es, 125 Jahre nach der Einweihung der Kirche, weitere tiefgreifende Veränderungen an und mit St. Aloysius geben. „Wir werden die Kirche innen neu gestalten. In den 1970er Jahren hat man zuletzt an ihr gearbeitet.“ St. Aloysius ruht auf festem Grund, das war bei den Gotteshäusern der Iserlohner Katholiken, die erst Ende des 17. Jahrhunderts nach den Umbrüchen der Reformation wieder eine Heimstatt fanden, anders.

Die Aloysiuskirche auf der Lehmkuhle, erst 1831 an die Gemeinde übergeben, musste am 19. September 1872 wieder weichen. St. Aloysius war ins Wanken geraten, der Galmeibergbau forderte seinen Tribut, die Altäre wurden abgebrochen, die Iserlohner Katholiken mussten die Messe in einer Notkirche begehen, bis 1886 in sicherer Entfernung zum unsicheren Terrain des Bergbaus am Hohler Weg Grundstücke gekauft werden konnten, auf denen die prächtige Basilika gebaut werden konnte.

Schon beim Patronatsfest am 21. Juni 1891 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Die Gemeinde sang das Iserlohner Bekenntnislied „Katholisch bin und bleibe ich ...“. An diesem Freitag wird man sich daran um 19 Uhr mit einer Festmesse in der dann 125-jährigen Aloysiuskirche erinnern.

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