Freizeit

Ein Vergnügen für Mensch und Tier

So viele Streicheleinheiten bekommen die Lämmer gewiss nicht alle Tage.

Foto: Max Winkler

So viele Streicheleinheiten bekommen die Lämmer gewiss nicht alle Tage.

Kalthof.   Tolle Atmosphäre beim siebten Lammtag auf dem Kalthofer Stiftungshof.

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„Flauschig, ganz weich fühlen sich die Tiere an“, erzählt die kleine Mia, die mit ihrem Schwesterchen Lotte und ihren Eltern am Sonntag auf den Stiftungshof bei Kalthof gekommen ist und gerade den großen Schafstall für sich entdeckt hat. Die Tiere streicheln, sie beobachten und ihnen beim Blöken zuhören gehörte zu den Attraktionen des Tages. Auch die erwachsenen Besucher nutzten die Möglichkeit, einem Wirtschaftszweig näher zu kommen, der zwar alt, ihnen aber weitgehend fremd ist. „Es ist ja super schön hier“, sagte die Mutter des kleinen Nino. In ihrer Stimme schwang bereits mit, dass es für sie auch noch eine Kehrseite der Medaille gab: Mit dem Hintergedanken, dass die Schäfchen eines Tages auch geschlachtet werden und auf dem Teller oder als Bratwurst im Brötchen landen, konnte sie sich nicht so recht anfreunden. Nur soviel: Die 400 Lammfleisch-Würste waren schon verzehrt, als das Fest noch lange nicht zu Ende war.

Bei Nino und seinem Bruder Leon dagegen überwog die Faszination der „kleinen süßen Babys“. Es machte ihnen auch nichts aus, dass es im Stall nicht gerade nach frisch gemähter Wiese duftete. „Man kann den Geruch aushalten“, fand Leon und war damit absolut der selben Ansicht wie die meisten Stallbesucher. Zufrieden beobachtete der Besitzer der Schafe, Maik Randolph, wie wohl sich seine Tiere fühlten, als mit ihnen gekuschelt wurde. „Besonders die Kleinen lieben das. Und wenn es ihnen doch zuviel wird, können sie sich zurückziehen.“

Hinter dem Lammtag steckt weit mehr als nur der Gedanke, Kindern die Tiere näher zu bringen. Das Fest auf dem Stiftungshof ist zu einem Markt für Kunsthandwerker geworden, bei dem auch der Genuss nicht zu kurz kommt. Marmeladen, Fleisch- und Wurstwaren, Honige, Käse, Alkoholisches oder Brot – wer es am Samstag nicht mehr in den Supermarkt geschafft hat, konnte seinen Wochenbedarf an Lebensmitteln problemlos decken. Manche Waren hätten zwar nicht als ausdrücklich gesund gekennzeichnet werden können, aber sie stammen von Erzeugern um die Ecke. Das spielt eine immer größere Rolle. Für Susanne Oelmann-Saul, Mit-Organisatorin und hauptamtliche Nabu-Mitarbeiterin, ist das gestiegene Umweltbewusstsein ein Grund, weshalb auch die Besucherzahlen jedes Jahr steigen. 2016 kamen etwa 1200 Besucher, im Vorjahr waren es schon rund 2000 und diesmal „mindestens genau so viele“.

Umweltbewusstsein lässt Besucherzahlen ansteigen

Außerdem werde der Lammtag Jahr für Jahr bekannter. „Und es bleibt in Erinnerung, dass es schön war.“ Das sich im Wandel befindliche Umweltbewusstsein der Verbraucher registriert auch Christina Büttner, die in Oestrich das „Schäferstübchen“ betreibt, ebenso wie ihren Stand auf dem Stiftungshof. „Immer mehr Menschen wollen gutes anstatt gar kein Fleisch. Für diese Leute sind wir die Alternative“, sagt sie, auch wenn sie beim Absatz des Lammfleisches noch Luft nach oben sieht.

Immer wieder feiern Akteure ihre Premiere. Diesmal war das Team des Landkindergartens Grürmannsheide um Reinhild Altinger erstmals dabei. Es hatte neben einigen Möglichkeiten, die Kinder zu beschäftigen, auch verschiedene Wildkräutersalze, Wollartikel und kleine Deko-Lämmer dabei. „Aber der absolute Renner war unsere Woll-Kämm-Maschine.“ Nur der Woll-Verkauf lief nicht überall so gut wie erwartet. „Ist ja auch kein Wunder bei fast 25 Grad in der Sonne“, erfuhr Gerd Deppe, der sowohl dem Naturschutzzentrum KM, als auch dem Organisationsteam angehört, während er sich bei den Händlern umhörte. Aber traurig oder gar unzufrieden ging niemand nach Hause.

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