Politik

Eine Gegen-Demonstration, die eigentlich keine sein will

Für Herz statt Hetze und ein buntes Hemer stellten sich etwa 120 Menschen im Friedenspark zeitgleich zur Kundgebung der AfD  im JuK teilweise in den strömenden Regen.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Für Herz statt Hetze und ein buntes Hemer stellten sich etwa 120 Menschen im Friedenspark zeitgleich zur Kundgebung der AfD im JuK teilweise in den strömenden Regen.

Hemer.   Sowohl die Veranstaltung des AfD-Kreisverbandes im JuK als auch die Protest-Aktion im Park verlaufen ohne Zwischenfälle.

Strömender Regen ist keine optimale Bedingung für eine Demonstration. Trotzdem haben sich am Mittwochabend rund 120 Teilnehmer an der „Menschenkette für ein buntes Hemer“ im Friedenspark beteiligt. Die Initiatoren reagieren mit der Aktion auf eine Veranstaltung der Partei Alternative für Deutschland (AfD), die zur gleichen Zeit im benachbarten Jugend- und Kulturzentrum stattgefunden hat. Dort hatten sich knapp 100 Menschen eingefunden, um sich von drei Bundestagsabgeordneten der AfD über die Themen EU, Krieg in Syrien und die damit verbundene Rolle der Medien sowie die Innere Sicherheit, insbesondere deren Gefährdung durch Migranten informieren zu lassen. Beide Veranstaltungen verliefen friedlich und ohne Zwischenfälle, zumal die Polizei im Umfeld des Parks als auch des JuK verstärkte Präsenz zeigte.

Die Demo-Initiatorin Katja Schöneberg bezeichnete die „Menschenkette für ein buntes Hemer“ nicht als Protestaktion gegen die AfD: „Wir wollen damit zeigen, dass Hemer bunt ist. Gegen die AfD demonstrieren wir nicht.“. Trotzdem war die Veranstaltung der rechtsnationalen Partei für viele Demonstranten sicherlich der Hauptgrund, sich bei zeitweise prasselnden Regen in den Friedenspark zu versammeln. Demo-Teilnehmer Thomas Krüger sagt: „Fremdenfeindliches Gedankengut hat hier nichts zu suchen.“ Schon durch das Kriegsgefangenenlager Stalag IVA zur Zeit des dritten Reichs sei in Hemer genügend Unheil angerichtet worden. Es sei ihm aber wichtig, friedlich gegen rechtes Gedankengut zu demonstrieren. Der Familienvater war deswegen auch mit zwei seiner Kinder, seiner Frau und seinem Vater auf der Demo. „Wir sind mit drei Generationen hier“, betont er stolz.

Auch Florian Peters, der Leiter des Kinder- und Jugendzentrums, ist unter den Demonstranten. Ihn ärgert es, dass seine Arbeitsstätte von der AfD genutzt wird. „Das JuK steht für Vielfalt und Integration. Das sind eigentlich nicht die Themen der AfD“, erklärt er. Trotzdem ist er der Meinung, auch dieser Partei solle Zugang zum JuK gewährt werden: „Das JuK steht für Toleranz, auch gegenüber der AfD“.

Viele Demonstranten halten trotz der heftigen Regengüsse lange die Stellung. Zwischenzeitlich rinnt das Wasser wie ein Fluss über die Wege im Friedenpark. Bis 19 Uhr hat sich die Demonstrantenschar etwa halbiert. Noch bis 20 Uhr kauern die letzten 20 Teilnehmer unter dem Pavillon. Als es endlich zu regnen aufhört, treten auch sie den Heimweg an. (Weiterer Bericht folgt)

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik