Internationales Jugendprojekt

Eine Gemeinschaft – fast wie eine Familie

Beim internationalen Waldprojekt arbeiten Jugendliche aus acht Nationen gemeinsam.

Beim internationalen Waldprojekt arbeiten Jugendliche aus acht Nationen gemeinsam.

Foto: Michael May

Iserlohn.  15 junge Aktive aus acht Nationen haben im Wald in der Stadt gearbeitet. „Ein tolles Gemeinschaftserlebnis“, sind sich alle einig.

Im Iserlohner Stadtwald ging es in den vergangenen drei Wochen sehr vielsprachig zu. Stadtförsterin Julia Borghoff beziehungsweise der Märkische Stadtbetrieb Iserlohn-Hemer waren Gastgeber eines Camps mit 15 jungen Leuten aus acht Nationen. Vermittelt wurden die Schüler, Studenten und jungen Berufstätigen durch den Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst (ijgd), der seinen deutschen Sitz in Bonn hat.

SGV-Heim am AsbeckerWeg als Unterkunft

Vom Gemeinschaftsdienst werden soziale Camps, bauliche Camps aber eben auch grüne Camps angeboten. Im Iserlohner Camp lernen die jungen Leute aus Frankreich, Rußland, Italien, Spanien, Mexico, China, Türkei und Deutschland die Arbeit im Forst kennen. Untergebracht ist die Gruppe, die am Sonntag wieder die Heimreise antreten wird, im Heim des SGV Dortmund-Brakel am Asbecker Weg. Gemeinsam arbeiten, gemeinsam Leben und Kochen, gemeinsam die Freizeit verbringen – davon ist der Alltag im Camp geprägt. Ausflüge wurden nach Köln, Bonn, Münster, zur Burg Altena, zum Sorpesee und in die Dechenhöhle unternommen. Ab und an ging es auch in den Schleddenhof, dort hatte der ISSV Freikarten spendiert (wir berichteten).

„Ein tolles Gemeinschaftserlebnis“, lautet ein Kommentar aus der Gruppe. Rebekka Birkendorf, neben Abdullah Eryigit Leiterin der Gruppe, spricht von einem guten Team, in dem es mit der Zeit fast schon familiär zugegangen sei. Menschen aus aller Welt aber auch Deutschland kennenzulernen, ist für mehrere Teilnehmer ein wichtiges Motiv. Für einige ist es der erste Aufenthalt in Deutschland. Abdullah Eryigit findet es besonders interessant, wie ganz unterschiedliche junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Traditionen eine solch gut funktionierende Gemeinschaft bilden können. Auch Iserlohn und die Umgebung hat den Camp-Mitgliedern gut gefallen. Die Landschaft, die Häuser, die Kirchen und die Menschen – all das habe bleibende Eindrücke hinterlassen.

Vom Märkischen Stadtbetrieb Iserlohn-Hemer wurden die Kosten für Unterkunft und Mobilität (angemietete VW-Busse) getragen, außerdem erhielt jeder Teilnehmer eine Tagespauschale von fünf Euro.

Kyrill sorgte füreine Zwangspause

25 Stunden pro Woche mussten sich die Teilnehmer in die Dienste des Stadtbetriebs begeben. Wer jetzt aber gleich an Fällungen von Riesenbäumen oder vergleichbaren Arbeiten denkt, befindet sich auf dem Holzweg. Es waren leichtere Forstarbeiten, die auf dem Plan standen. Beispielsweise das Entfernen von sogenannten Drahthosen, die junge Bäume in den ersten Jahren vor Verbiss schützen sollen, allgemein die Pflege von Jungbeständen und leichtere Schnittarbeiten. Zuletzt stand auch der Bau eines Hochsitzes im Lägertal auf dem Programm. Dazu wurden als Basis vier ausgemusterte Telegrafenmasten tief in die Erde gebracht. SIH-Mitarbeiter Martin Krämer leitete die Gruppe bei den Arbeitseinsätzen fachlich an. Regelmäßig wurde auch Müll eingesammelt, am Ende waren es mehrere Säcke. Müll im Wald – Julia Borghoff spricht da von einem wachsenden Problem. Und dabei gehe es nicht nur um Kleinmüll, der von Wanderern weggeworfen werde. Autoteile, Renovierungsmüll und ganze Möbel würden regelmäßig entdeckt, einmal sogar ein aufgebrochener Posttresor.

Die jungen Leute berichten im Zusammenhang mit der Arbeit im Wald durchaus von interessanten Erfahrungen, möglicherweise soll es später sogar beruflich in diese Richtung gehen. In Iserlohn hat es bereits 2004, 2005 und 2006 solche Waldcamps gegeben. Die erhöhte Arbeitsdichte durch die Beseitigung der Kyrill-Schäden hatte dann aber zu einer Zwangspause geführt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben