Kulturausschuss

Eine neue Bücherei für Iserlohn

Was wird aus dem Alten Rathaus? Der Kulturausschuss hat am Mittwoch den Grundsatzbeschluss gefasst, dass die dort untergebrachte Stadtbücherei ausziehen soll.

Foto: MAY, Michael

Was wird aus dem Alten Rathaus? Der Kulturausschuss hat am Mittwoch den Grundsatzbeschluss gefasst, dass die dort untergebrachte Stadtbücherei ausziehen soll.

Iserlohn.   Gegen die Stimmen der CDU fasst der Kulturausschuss einen Grundsatzbeschluss.

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Iserlohn soll eine neue Stadtbücherei bekommen. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hat der Kulturausschuss am Mittwoch gefasst. Der besagt, dass die Bücherei zukünftig in einem anderen Gebäude untergebracht werden soll. Die Verwaltung hat nun den Auftrag bekommen, einen geeigneten Standort in zentraler Lage zu suchen, der über eine Fläche von rund 2250 Quadratmetern verfügt. Allerdings wurde dieser Beschluss nicht einstimmig gefasst, sondern erst nach einer längeren Diskussion mit neun zu sechs Stimmen gegen das Votum der CDU.

Die Anforderungen, die eine moderne Bibliothek als Informations- und Kommunikationszentrum erfüllen muss, kann das Alte Rathaus, in dem die Stadtbücherei derzeit untergebracht ist, nicht bieten – das wurde auch im Kulturausschuss schon oft festgestellt. „Hinsichtlich der Bücherei haben wir in Iserlohn noch ein Telefon mit Wählscheibe“, brachte Annegret Simon (SPD) die derzeitige Situation auf den Punkt. Ebenso herrschte in den zurückliegenden Diskussionen zu diesem Thema immer Konsens darüber, dass das Problem nur durch einen Standortwechsel behoben werden könne – eine Erweiterung des Alten Rathauses ist keine Option.

Auch Kulturdezernent Jochen Köhnke unterstrich die Notwendigkeit, nach den vielen Jahren der Diskussionen den nächsten Schritt zu machen. Es sei dringend nötig, die zukünftige Größe der Bücherei festzulegen und nach einem Standort in der Innenstadt zu suchen – „sonst kommen wir nicht weiter“, so Köhnke. Wegen der angespannten Haushaltslage strebe die Stadt eine verhältnismäßig kleine Lösung an. Im jetzigen Stadium gehe es aber nicht um Geld, sondern lediglich um den Grundsatzbeschluss, ob Iserlohn überhaupt eine neue Bücherei bekommen soll. „Die Frage der Bibliothek ist eine Zukunfts- und Standortfrage für Iserlohn“, sagte Jochen Köhnke und appellierte eindringlich, dem Grundsatzbeschluss gemeinschaftlich zuzustimmen.

Dennoch drängte die CDU am Mittwoch auf eine Vertagung des Beschlusses. Zu viele Fragezeichen, so die CDU-Ratsfrau Beatrix Schönekeß, gebe es noch bei einem Umzug. Wie hoch werden die Kosten, was wird aus dem Alten Rathaus? „Wir haben zu wenig Fleisch am Knochen“, sagte auch Renate Schulte-Fiesel (CDU) und verwies auf ein Haushaltsminus von 7,7 Millionen Euro. Auch Kämmerer Michael Woytek trat auf die Bremse, indem er seine Schwierigkeiten mit einem neuen Standort schilderte. Umzugs- und Ausstattungskosten stünden in den Sternen und die Miete für ein Objekt in der geforderten Größe könnten sich schnell auf 400 000 Euro im Jahr belaufen.

Die Entrüstung über „Aufkündigung der bisherigen Einstimmigkeit“ (Dr. Walter Wehner) beim Thema Stadtbücherei durch die CDU war auf Seiten der SPD groß. Die Abstimmung ergab am Ende aber ein Votum für den Umzug.

Einen möglichen Standort, so Jochen Köhnke, habe die Stadt derzeit aber definitiv noch nicht im Auge.

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